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Review: Melt! 2010, Part 2

Juli 22, 2010 3 Kommentare

It’s number 5, Baby! Nun, grundsätzlich waren es 13, aber für uns war es das 5. Melt!-Festival – 5 Jahre in Folge mit Sack und Pack 500km in den Osten um dort erst 2, und nun 4 Tage Musik zu hören, zu genießen und zu feiern. 5 Jahre Melt! – das ist auch Entwicklung und Fortschritt in fast jeder Beziehung. Wo man aber auch immer ansetzt: Melt! ist ein ganz starkes Festival und als großer Lichtblick in der Festivalkultur nicht wegzudenken. Mein Review zum 13. Melt!-Festival 2010 in Ferropolis, der zweite Teil.

Bagger im Sonnenaufgang, samstags.

Es ist Samstag morgen, es regnet in Ferropolis. Wir liegen in unseren Zelten und genießen diesen Schauer, denn die Hitze der Vortage machte schlafen nahezu unmöglich. Die Hitze ist schnell genug wieder zurück.  Bootfahren auf dem See, Grillen und die letzten Reste des Trockeneises machen den Tag sehr angenehm.

Irgendwann wieder zum Festival. Es ist schon später, auch wir merken: der 3. Tag ist oft der härteste. Doch die munteren Schweden von Miike Snow lassen uns mit ihrem eingehenden elektronischen Pop schnell wieder wachwerden. Tolle mitreißende Show, so gefällt mir ein Festivaleinstieg. Danach gehts weiter zu dem Mann mit dem beneidenswerten Namen: Matthias Tanzmann. Und da ist nomen=omen. Wunderbarer Techno, wie man ihn vom Leipziger gewöhnt ist. Das geht immer, und endlich sind wir auch mal länger an unserer eigentlichen Lieblingsbühne: die Big Wheel Stage. Direkt danach einer meiner Favoriten: Joris Voorn. Könnte ich stundenlang hören, da gibts nichts auszusetzen. Wir zogen aber noch während seines Sets weiter, um einen Blick auf die New Yorker Rasselbande von Hercules and Love Affair zu werfen. Das hat sich mindestens für „Blind“ gelohnt. Zwischenzeitlich musste man auch einfach mal stehen bleiben oder sich setzen, um die Location auf sich wirken zu lassen. Die Bagger waren wieder einmal perfekt in Szene gesetzt, zusätzliche Strahler und Laser sorgten für Gänsehautmomente. (Kein Wunder, dass whomadewho ihre offizielle Melt!-Hymne nach den Baggern benannt haben…). Großes Lob an die ganze Technik da vor Ort, das war weltklasse. Ein nettes Gimmick war auch die LED-Wand mit Tweets zum Hashtag #meltfestival. 😉

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Aufgrund eines Slot Changes verpasse ich so leider den hochgelobten – und kritisierten – Auftritt von Videoausnahmekünstler Chris Cunningham. Immerhin gibts danach DJ Shadow zu sehen, der mit einem extrem funkigen Sample-Set und ausgefeilten Visuals zu meinen persönlichen positiven Überraschungen zählt. Highlight der Nacht dann trotz aller guten vorherigen Auftritte: Moderat (Bild rechts)! Modeselektor zum Zweiten, dazu an Gitarre, Mikrofon und technischen Hilfsgeräten: Apparat. Und schließlich obendrauf gute Gastsänger. Bass, Bass, Bass, Sonnenaufgang und gute Stimmung: Großartige Atmosphäre. Ein bisschen klingelt der Bass immer noch in meinen Ohren. (Leider kann das kein Video widerspiegeln 😉 )

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Organisatorisch hat sich das Melt! seit 2006 bis heute erstaunlich gut weiterentwickelt. Im ersten Teil sprach ich schon die Busse an, man könnte etliches dazufügen: Informationspolitik (iPhone Application mit Pushservice, Running Order groß auf dem Festivalgelände, etc.), Geländeaufteilung (geht wohl kaum besser: ideal!), Technik (Sowohl Ton als auch visuel: 1A. Abzug gibts für Big Wheel: Da gabs 2009 den klareren, besseren Klang und die schönere Bühne!), oder Campingbereich (Mehr Klos, Dixies wurden regelmässig geleert) und vor allem der Bereich Umwelt und Sauberkeit. ENDLICH (!) gabs ein Müllpfand. Ich hatte 4 Jahre lang fast Tränen in den Augen beim Verlassen des Campingplatzes in diesem Naturschutzbereich(!) und habe mich für Mit-Besucher geschämt. Das war dieses Jahr um Längen besser, auch wenn dafür langes Anstehen beim Müll der Preis war. Doch das kann man gar nicht genug herausheben: Bitte weiter so mit „Melt! goes green!“. Dazu wären übrigens auch mehr Mülleimer von entscheidender Bedeutung! Und wenn dann noch Duschen und Klo im Preis inbegriffen sind, kann wohl kaum einer noch meckern. (Und die ewig Meckernden darf man sowieso nicht ernst nehmen: Die würden auch bei einem perfekten Festival – welches es nie geben wird – etwas zum Aussetzen haben. Traurig!)

Müllberge ohne Ende. Dafür endlich sauberer...

So sähe es nämlich ohne Müllpfand -fast- überall aus...

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Der chilligste Teil des langen, intensiven Melt!-Wochenendes hat man irgendwann sonntags nachmittags erreicht. Vor allem, wenn die Sonne bei wolkenlosem Himmel erbarmungslos brennt. Man weiß, der Großteil liegt hinter einem, es wartet nur noch der relativ entspannte Sonntag. Und das ist einerseits gut so, andererseits ist (incl. Sleeplessfloor) auch Sonntags wieder rund um die Uhr Musik angesagt, und mit dem einen oder anderen Highlight garniert. Eines davon verpasse ich leider aufgrund der – in meinen Augen unmöglichen – frühen Startzeit: Kings of Covenience. Schade! (Dazu empfehle ich die Highlightsvideos von 3min., inbesondere dazu das von Sonntag.) Aber Get Well Soon sorgte dann auch bei uns für einen schönen Sonntagseinstand. Noch besser allerdings: Broken Bells. Ich liebe diese Band einfach, ihre tolle Musik war zu diesem frühen Zeitpunkt das i-Tüpfelchen auf das Wetter und unsere Stimmung.

Broken Bells, sonntags, Main Stage

Anschließend hatten wir eine Menge Spaß bei Riton, bevor uns Alison Goldfrapp in ihren Bann zog. Unglaublich, was die mit ihren 44 Jahren noch eine Show abzieht. Das Großartige am Sonntag ist vor allem, dass alles weniger stressig ist: Viele Besucher sind schon abgereist, das Gelände ist dadurch freier, weiträumiger und – ja, auch – chilliger. So war es wunderbar am Sonntag Abend die Musik der Hauptbühne, die Abendsonne und das Melt!-Feeling zu genießen. Das sind die Augenblicke, die mich so reizen auf Festivals zu fahren.

Das Highlight am Sonntag dann wohl Massive Attack. Vor 2 Jahren war ich von ihnen mal eher enttäuscht gewesen, diese Erinnerung war aber schnell vergessen: Wummernder Bass, herrliche Klänge, dazu eine sehr fordernde, politische LED-Show mit viel nachdenkenswertem Text, und obendrauf natürlich noch ein paar Klassiker wie „Teardrop“, oder „Unfinished Sympathy“, alles mit tollen GastsängerInnen. Wunderbar, ein würdiger Festival-Headliner.

Leider, leider verblieb es uns verwährt beim offiziellen Melt!-Schlusspunkt whomadewho zu lauschen. Warum auch immer – aber diese spielten im Intro!-Zelt. Reinkommen nicht mehr möglich (Gut, dass man sich das komplette Set nun hier anhören kann.). Da herscht sicherlich Verbesserungsbedarf, insbesondere wenn alle anderen Bühnen dicht sind.

Fazit:

Mal wieder ein unbeschreiblich tolles Melt!-Festival. Es gibt immer wieder etwas zu kritisieren, aber muss man wirklich jede Kleinigkeit bemängeln? Muss man nicht, man kann und sollte sich an großartigen, wunderbaren Acts und perfekter Atmossphäre erfreuen. Dazu gabs Wetter wie aus dem Bilderbuch, überall freundliche Menschen und eine insgesamt positiv überraschende Organisation. Ich bedanke mich für 5 unglaublich tolle Jahre Melt! in Ferropolis! Ein Wiedersehen wird es zumindest 2011 nicht geben, auch ich möchte mal meinen Horizont erweitern 😉

Hier gehts zum ersten Teil des Reviews: Melt! 2010.

Danke Melt!

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Review: Melt! 2010, Part 1

Juli 20, 2010 2 Kommentare

It’s number 5, Baby! Nun, grundsätzlich waren es 13, aber für uns war es das 5. Melt!-Festival – 5 Jahre in Folge mit Sack und Pack 500km in den Osten um dort erst 2, und nun 4 Tage Musik zu hören, zu genießen und zu feiern. 5 Jahre Melt! – das ist auch Entwicklung und Fortschritt in fast jeder Beziehung. Wo man aber auch immer ansetzt: Melt! ist ein ganz starkes Festival und als großer Lichtblick in der Festivalkultur nicht wegzudenken. Mein Review zum 13. Melt!-Festival 2010 in Ferropolis.

Photo von Stephan Flad (Intro, Melt!) - Alle anderen Photos von mir.

Es ist heiß in Ferropolis. Es ist Donnerstag, und die erste große Anreisewelle schweppt über den Campingplatz des Melt!. Während das Wetter in den letzten beiden Jahren mehr oder weniger eine Katastrophe war (man erinnere sich an den Abbruch Freitag Nachts 2009), meinte es der Wettergott schon ein wenig zu gut. Keine Wolken und fast zu heiß. Vor allem für Luxuscamper wie uns, die meinen, sie müssten wirklich alles mitschleppen, ist diese Hitze für Schleppen und Aufbau schon hart gewesen. Doch das sollte sich noch auszahlen: Unser Pavillon wurde als Schattenort benutzt, das Trockeneis war als Eiswürfelfach und Kühlschrank nahezu unersetzlich und das Schlauchboot ist bei diesen Temperaturen auch eine willkommene Abwechslung. Camping beim Melt! ist sowieso so eine Sache: Weit entfernt vom Auto, weit entfernt von richtiger Wiese, weit entfernt von sauberen sanitären Anlagen. Aber seien wir auch mal ehrlich: All das gehört auch ein bisschen zu einem Festival dazu. Wenn man also erstmal die weite Anreise, das lange Schleppen und die Stoppeln auf den „Wiesen“ verdaut hat, und das erste kalte Bier auf ist, kann man sich auf ein wundervolles Lineup freuen. (Zum ersten Mal hätte ich die Möglichkeit gehabt auf dem VIP-Campingplatz zu zelten, aber was bringt mir Luxus, wenn ich meine Freunde nicht dabei haben kann/darf?)

Der Donnerstag Abend war immer so etwas wie das fröhliche Auftauen des Campingplatzes, mit verschiedensten Partys überall, und vor allem der Audiolith-Posse als großer, inoffizieller Eröffnungsrave. Diesmal etwas Neues: das Melt! hatte die Audiolith-Jungs einfach alle eingeladen auf dem Gelände ihre Party zu schmeissen – was diese natürlich gerne machten. Mit Egotronic ravten die Menschen also gegen Deutschland, mit Frittenbude, Bratze und Saalschutz gabs ebenso auf die Rave-Mütze: Ein großer Pferdemarkt war geboren. Nicht schlecht, aber meiner Meinung nach auch nicht überragend, aber das sehe ich rein musikalisch so: Andere feierten die Jungs ab wie nichts zuvor. Gute Stimmung garantiert, ein erster Blick aufs Festival – und dazu noch eine Veranstaltung für einen guten Zweck, alles super!

Vor der Mainstage bei Shout Out Louds am frühen Freitag Abend

Während es freitags nahezu unerträglich heiß wurde, war der Badesee – mal wieder – Gold wert. Die dortige Abkühlung war genau das Richtige, und der Startschuss in einen neuen, den ersten richtigen Festivaltag. Los gings auf der Mainstage mit den Shout Out Louds, die am frühen Abend bei noch hochsommerlichen Temperaturen die Main-Stage tanzen ließen. Wunderbare Musik, aber vor allem wunderbares Wetter, perfekt für den ersten Ausflug auf einen der Bagger: Dort oben hatte man nicht nur den Rundumblick aufs Festival, sondern als Extra-Gimmick war eine kleine Bühne aufgebaut, auf der kleine oder größere Künstler unplugged spielten. Das war überraschend und großartig. Bitte mehr davon 😉

Der große Vorteil des Melt!-Festivals ist auch direkt sein größter Nachteil: Die riesige Bandbreite an guten Acts mit Musik von Freitag nachmittag bis Montag morgen- und zwar durchgehend(!). Das klingt erstmal gut, in der Realität scheitert man aber einfach daran, alle tollen Acts zu sehen und zu hören, einfach weil man nicht in der Lage ist, alles zeitlich hinzubekommen (natürlich ganz zu schweigen von der überkommenden Müdigkeit). Das ist schade, weil man so manchen Act verpasst, den man sehr gerne gesehen hätte. Aber ich möchte mich nur wenig darüber beschweren, das ist ein echtes Luxusproblem. (Einige wundervolle Live-Shows verpasst, andere gesehen: Alles geht LEIDER nicht. Hier auch nur Auswahl der gehörten Acts.)

Two Door Cinema Club und Delphic direkt in Folge waren dann unser richtiger Einstieg in der Gemini-Stage. Gut, dass TDCC vom Intro-Zelt verlegt wurde, selbst hier platzte die Stage aus allen Nähten: Stimmung garantiert, bei beiden Acts. Delphic fand ich vielleicht den Tick besser, kann aber auch daran gelegen haben, dass ich dabei mehr im Getümmel war. Ich liebe die Gemini-Stage für ihre Stimmung, quasi als brodelnder Herd unter allen Melt!-Bühnen. Ausufernde Ekstase, das war schon 2006 bei meinem ersten Auftritt von Hot Chip so, das war auch hier nicht anders.

In der Geministage. Party garantiert.

Direkt im Anschluss den Klängen von Jònsi lauschen – in der mittlerweile perfekten, lichterstarken Atmosphäre der Hauptbühne. Wenn die Bagger visuell in Szene gesetzt werden, dann entsteht es erst so richtig: Dieses schöne Melt!-Feeling, die Verbindung von toller Musik und wohl einzigartiger Location. Jònsi war genau wie in Barcelona  auf dem Sònar wunderbar. Für mich ganz klar ein großes Highlight! Danach verpassten wir The XX, weil wir eine Durchschnaufpause brauchten, dankenswerterweise gab es genau da den Auftritt von Four Tet an der Beach-Bühne. Perfekter Chillen geht wohl kaum. Immer noch müde schauten wir uns anschließend die Show von Kele an. Musikalisch vielleicht das schwächste, was ich am Melt gehört habe. Eine Verwurschtelung von Dancefloor-Beats und Bloc-Party-Klassikern. Aber: Man muss Kele zugute halten, dass es eine 1A-Show war. Die Stimmung war bestens.

Zurück zum Strand war aber schnell die Devise, denn dort spielten Modeselektor., die gleich eine ganze Bühne kuratiert hatten, vor allem mit jungen – natürlich – Dubstep-Acts. Modeselektor spielten ein gewohnt gutes Set: ordentlich viel Bass und tanzbarer Dubtechno. Hat mir außerordentlich gut gefallen! Dagegen war die groß angekündigte Show „Feat. Bonaparte“ eher ein schlechter Witz. Auf Teufel komm raus lustig sein und Unsinn treiben kann nicht jeder und sollte auch nicht jeder machen. Liebe Modeselektor: Darauf könnt ihr gern verzichten, macht weiter mit eurer Musik! Letztlich war Modeselektor feat. Bonaparte die große, einzige Enttäuschung des Wochenendes.

Blick auf die Beach-Bühne, von Modeseletor kuratiert. (Freitag Abend im Sonnenuntergang)

Auffallend schon an den ersten beiden Tagen: Die riesige Anzahl an ausländischen Besuchern, allen voran Briten und Niederländern. Gefühlt waren es 60% nicht-deutschsprachige, real waren es 30% aller Besucher aus über 20 Ländern von allen Kontinenten. Im Gegensatz zu den letzten Jahren, als mich die Briten mit ihrer auffallenden Art desöfteren genervt haben, war ich 2010 vor allem begeistert von der friedvollen, respektvollen Stimmung untereinander und den spontanen Gesprächen, z.B. mit einem holländischen Converse-Team beim Steak-Abendessen auf(!) einem der Bagger. Außerdem wäre es ohne die Briten und ihre verrückten Modetrends ja fast schon langweilig: Über wen sonst sollte man lachen, wenn schon kaum jemand negativ auffällt und sogar die Security freundlich ist? 😉

Apropos erfreulich: Die Bus-Shuttles zwischen Camping und Gelände haben das erste Mal in 5 Jahren richtig funktioniert. Kurzes Anstellen, maximal 2-3 Buse abwarten (5-10 Minuten) und weiter gings. Das war nahe dran an der Perfektion, die ist übrigens erreicht, wenn der Bus für alle Camper dort weit unten auf halber Strecke am Ferropolis-Schild halten würde. Toll, dass die Festival-Organisation hier dazugelernt hat.

Abgesehen davon konnte man sich aber auch einfach am Sonnenaufgang über dem See erfreuen und sich auf sein „Bett“ freuen. Auch ich sage nun „Gute Nacht“, weiter mit Teil 2 gehts schon bald!

Hier gehts zum zweiten Teil des Reviews Melt! 2010.

Trockeneis als Festivalkühlschrank

Juli 23, 2009 5 Kommentare

Nachtrag zum Melt!-Review. Immer wieder werde ich nach Trockeneis gefragt, nach der Nutzung und woher man es bekommt. Daher ein paar Worte dazu.

Trockeneis ist nichts anderes als festes Kohlenstoffdioxid, welches in natürlicher Art nur im Weltall auftaucht. Auf der Erde wird es künstlich hergestellt. Unter unseren Druckverhältnissen auf der Erde ist Trockeneis nie wärmer als  MINUS 78,4 Grad Celsius. Bei einem Luftdruck von ca. 1013 mbar schmilzt Trockeneis nicht, sondern geht direkt in gasförmiges Kohlenstoffdioxid über: Praktisch heißt das: es verdampft einfach. Daher der Name Trockeneis.

Trockeneis wird vor allem als Kühlmittel (Lebensmittel oder auch im Motorsport zur Motorkühlung) und als Reinungsmittel benutzt und zu diesen Zwecken hergestellt. Aber man kann es natürlich auch zu vielfältigen anderen Möglichkeiten nutzen, zum Beispiel wird in der Event- und Veranstaltungstechnik immer mehr mit Trockeneis gearbeitet, da man damit sehr gut Nebel erzeugen kann. Außerdem kann man natürlich jede Menge Unsinn mit anstellen.

Und es ist ein idealer Begleiter auf Festivals im Sommer 😉

Einige Kilo Trockeneis und schon hat man ein ganzes Wochenende Kühlung für Bier, Fleisch, Lebensmittel oder auch Schnaps.

Woher bekomme ich Trockeneis?

Mittlerweile gibt es sogar Onlinelieferdienste, nach Kilogröße unterschiedlich wählbar. Lieferzeit meistens einen Tag. Beispiele: trockeneis-direkt.de oder auch bei linde-gas.at .
Besser ist allerdings bei diversen Trockeneisherstellungsfirmen / Reinigungsfirmen in deiner Nähe nachzufragen. Hierzu am besten mal „googlen“. Oder auch bei Lebensmittelspeditionen / Metzgereien / Schlachthöfen etc.

Was kostet Trockeneis?

Auch das ist unterschiedlich: Im Internet natürlich teurer, bis zu 60 € für zb 30 Kg. In den Herstellungsfirmen ist es weitaus günstiger, aber natürlich auch schwieriger zu erhalten. Dort kostet 1 kg je nach Firma so um die 75 cent. Beispiel: Wir haben dort am Wochenende für 20 kg Trockeneis 15 € bezahlt. (plus 10 € Pfand für die Thermobox.)

Wie nutze ich es?

Aufgrund seiner Kälte ist es nahezu ungeeignet als Bierkühlung, außer man holt das Bier sofort wieder heraus. Nach ca. einer Minute ist es komplett gefroren. Perfekt ist es für Schnaps – dieser kann ggf. auch gefrieren, schadet ihm aber ja nicht. Wir haben meistens Kühltruhen dabei mit Kühlakkus. Diese Akkus lassen wir gefrieren und haben dann nachher eine wunderbare Kühlung für Fleisch, Getränke und andere Lebensmittel wie Butter, Saucen, Gemüse. Eiswürfelbeutel sind schließlich der größte Luxus. Eiswürfelbeutel ins Trockeneis legen und nach einigen Minuten Eiswürfel für Longdrinks und co haben… Empfehlenswert!

Wie lange hält Trockeneis?

Der Hersteller sprechen von einer Dauer bist zu 5 Tagen. Genau festlegen kann man es nicht: Abhängig ist es von vielen Faktoren: Wie gut ist die Thermobox? Wie oft wird das Eis verwendet? (>Wie oft kommt Luft ran?) Wie warm ist die Umgebung? Ich denke es ist klar, dass es also keine genauen Zeitpunkte gibt, wann das Eis weg ist. Bei unseren Erfahrungen waren es immer so zwischen 2 und 3 Tagen, also ideal für ein Wochenende.

Gibt es Gefahren?

Ja. Das sollte man auch nicht verheimlichen: Das Trockeneis ist so kalt, dass es im Extremfall auf der Haut zu einem Kältebrand führen kann – genau wie Hitze es im gegensätzlichen Fall auch macht. Man sollte das Eis also nicht länger in der Hand halten. Außerdem – verbietet sich quasi von selbst – darf man das Eis auf keinen Fall essen / lutschen / trinken. Es ist künstlich hergestelltes Dioxid, und natürlich absolut giftig. Also entweder Eiswürfel in die Getränke oder gar nichts.

Wir haben wunderbare Erfahrungen mit gemacht: Gerade bei heißen sommerlichen Temperaturen ist es extrem angenehm ein kühles Bier zu trinken, während Campingnachbaren verzweifelt versuchen ihr Bier im See zu kühlen 😉

Melt! 2009 – Das Review

Juli 21, 2009 2 Kommentare

5 Tage Festival, 1000 Kilometer, Camping, Sturm, Gewitter, Regen und Sonne, und jede Menge gute Musik unter atemberaubender Baggerkulisse: Unser 4. Melt-Besuch ist vorbei. Und schon vorweggenommen: es war ziemlich großartig. Ich versuche mal die 5 Tage in Worte zu fassen – auch wenn dies schwierig und lang wird.

Melt! Festival 2009

Quelle: meltfestival.de

Melt! – das ist die wohl einzigartige Verschmelzung zwischen elektronischen Beats und großen Gitarrenriffs. Melt! – das ist auch die tollste Festival-Location in Deutschland (und sicher darüber hinaus…). Melt! – das ist mittlerweile ein internationaler Haufen von Menschen aus diesmal über 30 (!) Ländern. Melt! – das ist ein Festival, was nun sicher in der Liga der ganz Großen angekommen ist.

Musikalisch findet sich hier eine Mischung aus dem heißesten Scheiss, der gerade auf dem Markt ist, und altbewährten Stars. Diese Ausgewogenheit, und Klasse der Qualität, macht das Melt! zumindest in Deutschland einzigartig, und machen es daher auch immer beliebter. Daher hieß es auch erstmals: SOLD OUT! Und dies schon eine Woche vorher.

Donnerstag:

jump around the world..

jump around the world..

Es ist heiß in Ferropolis. Sonnig, an die 30Grad würde ich sagen, und blauer Himmel. Man kommt ordentlich ins Schwitzen unterwegs und beim Camping-Aufbau. Erstmal das Bier ins Trockeneis und einen kühlen Schluck genehmigen. Ein Abstecher in den kühlen See und eine Runde schwimmen. Abends lernen wir schnell eine Gruppe Jungs kennen. Zeit rast vorbei. Jingle Bells und Bruder Jakob werden gesungen. Überall sind Briten unterwegs. Neben uns direkt eine riesige Truppe aus Schottland. Caravanparty ein bisschen noch. Und die erste lange Nacht war schnell vorüber.

Freitag:

Der Tag fängt gut an. Das Wetter ist bombig. Wir nutzen dies, um verkatert das Schlauchboot fertigzumachen, und einige Dosen Bier kalt zu stellen. Danach waren wir einige Stunden auf dem See, bzw. vornehmlich irgendwo im Schilf am rumgammeln und trinken 😉 Einige Zeit später: Der Himmel wird zunehmends schwarz: Alle warten auf das angekündigte Gewitter. Es ist gegen 4 Uhr nachmittags, als es plötzlich ganz windstill ist. Düster. Dann krachts. Mit diesem Donner fängts an zu stürmen als gäbe es kein Morgen mehr und in der nächsten Sekunde regnets wie aus Kübeln. Alle incl. uns sind damit beschäftigt ihre Pavillons festzuhalten; alles mögliche fliegt über die Campingfläche. Untergangsfeeling. Melt!-Untergang. Ich bin völlig durchnässt. 30 Minuten später ist es vorbei. Ein kollektiver erleichterter Jubelschrei läuft wie ein Feuer über den Zeltplatz. Weiter gehts. Oder jetzt erst Recht.

Gegen 20.30 Uhr ziehen wir los Richtung Festivalgelände. Dort spielen gerade die Klaxons auf der Mainstage. Nicht schlecht, die Jungs… aber uns ziehts erstmal los, den neuen Lageplan auszuchecken. Die neue BigWheelstage ist genial geworden. Klar, das Familiäre (man erinnere sich an 2006!) ist völlig dahin, aber wie soll dies auch bei einem solchen Ansturm anders bewältigt werden? Die Gemini Stage ist endlich wieder in ihrem Hexenkessen: wunderbar. Sieht doch gut aus: die erste Nacht kann starten. Wir beginnen so richtig mit Radio Slave, der legt einen klasse Techno-Sound auf, so wie man das von ihm erwarten durfte. Lange können wir nicht verweilen, denn auf der Mainstage sind Röyksopp. Und das sollte sich lohnen: Ein unglaublich beeindruckender Auftritt mit einer guten Mischung aus den alten Songs  (wie zb Eple) und denen aus dem aktuellen Album (wie zb The girl and the robot ). Sehr geile Stimmung und eine Stunde nur abfeiern…Spätestens jetzt bin ich Fan! Direkt im Anschluss gibts wieder mehr Gitarren zu hören: Die Jungs aus Schottland sind da: Travis! Und die legen direkt mal einen super Auftritt hin. Zugebenermaßen war ich vorher etwas skeptisch, aber die Jungs haben mich überzeugt: Sehr sympatische Show mit langem Aufenthalt von Frontmann Fran Healy innerhalb und oberhalb der Crowd. Bei Songs wie „Closer“ oder „Sing“ kam wirklich eine schöne Stimmung auf, und beim abschließenden Unplugged-Song war wirklich Gänsehaut angesagt. Leider hatten sie sich etwas in der Zeit etwas vertan, und konnten/durften am Ende nicht mehr „Why does it always rain on me“ singen.. Es hätte wunderbar gepasst: Es regnete mal wieder. Aber nur ein bisschen.

Danach gabs mal wieder eine dieser typischen Festivalüberschneidungen: Matthew Herbert vs. Gossip vs. Aphex Twin. Wir guckten uns einen Teil Aphex Twin an und schauten dann noch bei Gossip vorbei um dort einmal die unglaubliche Beth Ditto zu erleben. War dann auch echt krass, Ditto hat eine wirklich faszinierende Stimme.  (Erinnerte uns ein wenig an alte NatureOne-Auftritte von Milk&Sugar mit diesen großen, schwarzen Ladies 😉 ). Aphex Twin war sehr geil: wie immer mit phantastischen Visuals bestückt gabs hier Bass zum Besten. Tolle Crowd, Tanzen!

Eigentlich wollten wir nun noch etwas zu Koze gehen, anschließend unbedingt Moderat (Modeselektor und Apparat) schauen und dann  2 Stunden bei Trentemoeller in den Morgen tanzen. Besonders auf letztere beide hatte ich mich sehr gefreut und gehörten zu meinen Top-Acts des Wochenendes. Doch dann kam alles anders: Es regnete. Erstmal ein bisschen; so dass wir erstmal zu Simian Mobile Disco unters Dach gingen und versuchten uns da zu trocken. Als es immer schlimmer wurde, beschlossen wir gegen 3:30 Uhr den Tag abzublasen. Nass, unterkühlt: Auf Richtung Zelt. Immerhin waren wir nicht die Einzigen, Alle waren auf den Beinen: Das Wetter wurde immer schlechter, der Regen immer heftiger, immer kühler: War schön so in T-shirt. Gegen halb 5 waren wir schließlich völlig durchnässt und sehr missmutig am Zelt: Der Campingplatz sah aus wie eine Filmlocation: Im Grunde genommen zum Totlachen, aber in der Situation nicht mal zum grinsen: Kein Pavillon stand mehr, Zelte waren los; ein einziges Chaos. Naja, erstmal drüber schlafen. Immerhin erfuhren wir noch via Melt!-Twitter und Iphone-App, dass  sie wegen dem Wetterchaos das ganze Festival schließen mussten, und Acts wie Moderat und Trentemoeller nicht mehr auftreten werden.

Samstag:

Ich hatte kaum geschlafen: der Regen war zu laut. Ich ging draußen erstmal auf Suche: Campingstühle, Pavillon und co. Frühstück mit Bierdose: „Warum tun wir uns sowas in unserem Alter eigentlich noch an?“ „Wahrscheinlich, weil die Musik so toll ist“. Also weiter gehts: Und Samstag sollte klasse werden, vor allem schon tagsüber. Zwar war nun das Wetter nicht mehr gut genug für Schwimmen und Bootfahren, aber für eisgekühlten Jägermeister Jagdfürst reicht das immer noch. Den gabs dann den ganzen Tag über reichlich, u.a. mit unseren Schotten von nebenan: Riesen-Chaoten, aber supersympatisch. Außerdem waren wir tagsüber mal nochmal auf’m Festivalgelände, tanzten zu Lunacityexpress auf dem Sleepless-Floor, der dieses Jahr 3 Tage am Stück 24h auf war :D, und spielten nachmittags gegen unsere Nachbarn Flunky-Ball. Den Sieg ließen wir uns natürlich nicht nehmen – auch wenns knapp war ,) – Zwischendurch natürlich immer mal wieder belustigen über die Freakshow, die es so wohl nur auf Festivals gibt: Ganzkörperkostüme, Masken, Schminke, ausgefallene Verkleidungen wie an Karneval…unglaublich… und ziemlich lustig 🙂

Durch die Späße am Campingplatz verpasste ich am frühen Abend einen weiteren meiner „must-see“-Acts: The Whitest Boy Alive. Dafür könnte ich mir heute noch in den Arsch beißen, aber gut…vorbei ist vorbei. Bei c/o pop bietet sich quasi eine neue Chance. – Wir waren also diesmal erst recht spät am Gelände – auch geschuldet durch ne Sportcola-Variante mit Wodka. Vorbei an den anderen Bühnen gings direkt zu James Holden, es sollte sowieso ein ziemlich Big-Wheel-lastiger Abend werden. Holden legte wie immer ein sehr gutes Set hin, melodiös, manchmal fast trancig, dann wieder minimal ruhig: ganz Border Community halt. Ich fands gut, generell sind meine Erinnerungen an diesen Teil des Abends aber eher verschwommen ;D — Weiter gings mit Bloc Party, die wirklich auch ne ganz coole Show machten; jedoch konnte ich von den „fast tumultartigen Zuständen“, wie Intro berichtete, nicht wirklich was mitbekommen. Vielleicht war aber auch ich selbst mit gemeint. WTF!

Danach gings zum „Emo-Techno“, wie Ellen Allien so schön den Sound ihres Kollegen Paul Kalkbrenner beschrieb. Der stand ganz im Zeichen seines Ausnahmealbums „Berlin Calling“, und so war auch das Set. Facettenreich, fast melancholös; elektronische Musik zum Arme ausbreiten und genießen. Tolle Stimmung, sicherlich eins der Highlights. Weiter gings mit Kiki, wir schauten auch noch kurz bei den Herren Alex Ridah aka Boys Noize und Erol Alkan rein, und waren anschließend endlich auch mal an der neuen Stage direkt am ebenfalls neuen Beach. Sand, Strandliegen, Musik, Desperados und das Morgengrauen begann. Da ein toller Sonnenaufgang und es wäre perfekt gewesen. So wars gaaanz schön kalt, dennoch gönnten wir uns hier mal eine lange Pause, quatschten und lauschten Jesse Rosse. Wie sieht das Ende beim Melt! Sonntag morgens aus? Natürlich: Die Grand Dame des deutschen Techno Ellen Allien bittet zum Tanze und wir lassen uns da nicht lange bitten… Bis 7 Uhr feiern wir hier, dann ist hier Schluss. Ellen lädt uns alle zum Sleeplessfloor ein, denn da ist sie nochmal von 8-10 dran. Aber Boys Noize und Alkan gaben uns schließlich mit ihrem letzten Track „Kernkraft 400“ dann wirklich den Rest – und die ganze Gemini nochmal zum Kochen. Irgendwann um halb 9 lag ich im Zelt, um 10 Uhr war ich wieder draußen… es ist schon:

Sonntag:

Verkatert, müde, kaputt vom vielen Tanzen: Der Sonntag ist traditionell bei Festivals nach 3 Tagen durchfeiern das Härteste. Im Normalfall fährt man dann nach Hause – nicht hier, im nun 2. Jahr gibts ja auch am Sonntag nochmal volle Kanne Melt!

Es fällt schwer: der morgendliche Wodka will langsam nicht mehr so ganz. Die Bierdose wird auch nur langsam leerer. das Trockeneis ist auch leer nun. Es sollte ein langer, harter Tag werden. Natürlich mit viel Grillen – wie jeden Tag ,)

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😉

Immerhin machten wir uns schon gegen 18:30 Uhr Richtung Gelände auf. Hier gabs heute ja immerhin noch den Headliner des Wochenendes: Oasis.  Vorher raubte ein junger Mann allerdings erstmal Polarkreis 18 ziemlich die Show: Splitternackt hatte er die Lacher auf seiner Seite und belustigte schließlich Tausende, die alle von der Bühne zu ihm kamen 😉 Danach kamen die Jungs von Kasabian auf die Bühne: und wow, die rockten die Stage.  Uns eher unbekannt spielten sie eine Stunde alles in Grund und Boden und hinterließen einen sehr guten Eindruck. Was man schließlich von Oasis nicht berichten kann: Irgendwie war es…langweilig. Nein, nicht mal das, nur im Vergleich zur bombastischen, unvergleichlichen Show zum letztjährigen Headliner Björk, war das einfach gar nix. Klar, Songs wie „wonderwall“, „don’t look back in anger“ oder „champagne supernova“ waren wundervoll. Aber im Gesamten Konzert, besonders im ersten Teil fehlte die Würze. (Vielleicht lags auch an meiner desolaten körperlichen Verfassung…^^).

Trotzdem wars nochmal ein schöner, ruhiger Abschluss nach den wilden vorherigen Tagen.

Mainstage bei Oasis

Mainstage bei Oasis

Allgemein:

Nach dem eher enttäuschenden Jahr 2008 haben das Melt!-Team und die Veranstalter von Intro (fast) alles besser gemacht. Wenn wir im letzten Jahr schon soviel kritisiert haben, dann muss an dieser Stelle auch mal ein dickes Lob folgen: Organisatorisch war das nahezu perfekt. Man ist komplett auf die Kritik des letzten Jahres eingegangen, und hat zB Bühnensituation, Bändchen und Einlass oder Informationsfluss (via Internet, Twitter, Leinwänden, Infowänden etc.) enorm verbessert. Sogar die viel gescholtenen Securitys waren dieses Jahr nett, freundlich UND vor allem kompetent. Das erlebt man selten, Herzlichen Glückwunsch dazu. Besonders die neue, alte Bühnenanordnung ist perfekt, die Mainstage kam wunderbar zur Geltung, die Gemini ist der Paradehexenkessel und die BigWheel ist nun direkt mit Blick auf den See, und dazu auch noch die tolle neue Strandgestaltung: wunderbar. Dazu der Klang… Die Anlage auf dem BigWheel-Floor war das Beste, was ich jemals (!) auf einem Festival gehört habe. Ein unfassbar klarer Klang, Höhen und Tiefen gleichermaßen perfekt. Göttlich, und für diese Stage wie gemacht. Dafür wars auf der Mainstage dann nicht ganz so prima, aber das hat die BigWheel vollkommen wettgemacht!

Musikalisch wars vielleicht DAS Jahr überhaupt. Das Lineup war so gut, dass ich mich fast zu jedem Act entscheiden musste, weil parallel ein weiteres Highlight war. So musste ich zum Beispiel auf  Telekommander, MSTRKRT, Fever Ray, Skream, Kode9, Koze, Digitalism und viele weitere verzichten, weil es einfach nicht alles ging. Schade für mich persönlich – aber letztlich wohl das höchste Lob, was ich als Besucher einem Festival machen kann. Einzig der Sonntag enttäuscht ein wenig, weil im letztem Jahr mit Björk (und Hot Chip) einfach die Messlatte fast unereichbar hoch gelegt wurde. Bin schon jetzt gespannt, wer die Ehre 2010 hat, am Sonntag den Headliner zu geben…

Verbesserungswürdig? Ganz klar die Bussituation, vor allem bei solchem Wetter wie am WE. Und fast noch wichtiger: Auto mit auf den Campingplatz nehmen dürfen, das ist einfach wichtig, besonders in Zeiten von Camping-und Pfanddieben.

Insgesamt war es ein großartiges Wochenende, zwischenzeitlich getrübt durch das unglaublich schlechte Wetter und die Folgen daraus, aber rückblickend jetzt mit Abstand von einem Tag, machte auch das nicht wirklich viel. Jede Menge Spaß, noch viel mehr tolle Musik, und eine erheblich verbesserte Organisation. Ich bin beeindruckt – und überlege sogar 2010 die 5 vollzumachen. we’ll see 😉

Danke fürs Lesen bis hierher – wurde leider mal wieder viel zu lang.. und es hätte noch sooviel zu erzählen gegeben… so sei es drum 😉 (Vielleicht werde ich noch einige Bilder hinzufügen…noch nich weiter zugekommen, Cheers!)

Das Wetter hatte ja auch seine schönen Seiten

Das Wetter hatte ja auch seine schönen Seiten

Ich liebe Festivals

Juli 14, 2009 2 Kommentare

Rückblick: 2006. Es ist der unglaublich heiße WM-Sommer. Wir sind zum ersten Mal auf dem Melt!-Festival in Ferropolis, umgeben von riesigen Schaufelradbaggern. Gegen 4 Uhr morgens nach einem langen durchzechten Abend: Auf der „Big Wheel Stage“ spielt Dominik Eulberg. Die Stimmung ist phantastisch, durchweg – auch schon im Dunkeln vorher. Die ersten Sonnenstrahlen über dem See  durchbrechen die großen Stahlgerüste um uns herum. Ein wundervoller Sonnenaufgang. Tanzend. Die Menschen sind ausgelassen, tanzen, feiern. Dann spielt Eulberg „Phobos“ von Bodzin & Romboy– für mich die Hymne des Sommers – und die Sonne durchflutet die ganze Stage. Alle Hände sind oben. Alle haben dieses Lächeln im Gesicht, dieses unglaubliche Lächeln über diesen perfekten Moment. Es ist einer dieser Augenblicke, von denen wir noch Jahre später sprechen. Es ist einer dieser Momente, wie man sie nur auf Festivals erlebt.

Jemandem, der noch nie ein Festival incl. 3-6 Tage Camping besucht hat, kann man dieses  besondere „Feeling“ eines Festivals gar nicht mit Worten beschreiben. Egal ob rocken, tanzen, feiern oder still der Musik lauschen, Festivals sind genial. Insbesondere Allem, was mit an einem Festival dran hängt:

Das Campen, das gemeinsame Grillen, das Feiern, das Warten auf die Acts, das „Rum-treiben“ tagsüber. Das gemeinsame Musikhören, der Austausch mit anderen, das Kennenlernen von Musik und Leuten, die Freakshows auf Festivals, die Druffies, und der Asiasnack.  Andächtiges Lauschen, Pogo, Groupies, Bootfahren, Biertrinken, rumhängen, Raviolidosen oder die göttlichen Situationen, die man nachts erlebt. Zelten, stundenlanges Gequatsche mit Kumpels über Gott und die Welt und die Musik, Kacken im Busch, Bier zum Frühstück, Tanzen, Sleepless-Floor, und unglaublich viel Musik und tanzen. Und Genießen. Oder einfach nur der ganze Unsinn, den man erlebt und selbst veranstaltet. Ein Festival ist niemals nur die Musik allein. Es ist immer das Gesamtpaket.

Ich liebe es einfach.

Ein Open-Air ist ähnlich, das Zelten und Campen über Tage fällt weg, aber ein ähnlicher Spaßfaktor entsteht. Von beidem hab ich dieses Jahr erheblich zu wenig. 2009 habe ich es bisher auf kein Event größerer Art geschafft – könnte auch daran liegen, dass ich recht viel unterwegs war…^^

Daher freue ich mich umso mehr auf die kommenden Tage beim Melt!-Festival 2009. Ein überragendes Lineup (vllt. das Beste, bei welchem ich dabei war!) plus die tollste Location in Deutschland, yeah! Hoffentlich wirds organisatorisch besser als ’08, aber kann ja eigentlich nur 😉 Unsere grobe Planung steht: Von Pavillon bis Grill, von Schlauchboot bis Musikanlage: Melt!, wir kommen. Jetzt fehlt nur noch das Trockeneis…

Das Melt! von unserem Zelt aus...

Das Melt! von unserem Zelt aus...

Dieses Bild haben wir 2007 gemacht: Vom Festivalgelände einmal nachts zurück zum Zelt auf der gegenüberliegenden Seeseite, Stativ aufgebaut, Bier aufgemacht und Bilderserie gestartet. Heute kennt es jeder Melt!-Besucher, denn es war das offizielle Visual 2008 und ist auch heute noch immer wieder in Newslettern oder Foren sichtbar 😉

Deichkind live im Schlachthof

Dezember 15, 2008 2 Kommentare

Deichkind, das ist immer eine Sache für sich. Deichkind, das ist immer irgendwie anders als normale Konzerte. Oder anders gesagt: Deichkind live hat nur wenig mit einem Konzert zu tun. Man kann es kaum einem beschreiben, der es noch nicht selbst miterlebt hat.

2006 lernte ich die Hamburger Formation auf der „NatureOne“ kennen, eine irre und prägende Begegnung, eine unfassbare Stimmung im „Redbullhouse“ und das Deichkindfieber war geboren. Einige Monate später ein Partyabend mit Deichkind live im Mainzer Hafen: Schon auf dem Hinweg tanzten wir auf Sofas, vor Ort starben wir fast an ner Kissenfedernreizung, Wein-Trinken hinter der Bühne mit den Deichkindern während schon das Intro lief, Nasenbluten bei diversen Feiernden, ein Cut überm Auge, und Photos, die mich heute entweder schmunzeln oder erschrecken lassen: Alles sieht mehr nach einem Boxkampf aus als nach einem Konzert. Auf dem Melt! 2007 war Deichkind schließlich fast jedem Festivalgänger bekannt; entsprechend noch größer ihre Show: da gab es stagediving-Einlagen mit Schlauchbooten, riesigen Hüpfburgen, Wodka  aus der schon kultigen „Zitze“, und als Bonus noch Special Guests wie Snap! 😉 Immer wieder lustig – und dabei hatte ich den legendären Auftritt 2006 beim Melt! noch verschlafen…

Mittlerweile ist das 2. Album draußen – und das ist bekanntermaßen eher schlecht als irgendwas anderes. Auch sonst ist nichts mehr wie es mal war: Aus der ursprünglichen Formation Philipp, Malte und Buddy ist nur noch Philipp übrig geblieben; Ersatz wurde in DJ Phono, Ferris MC und anderen zwar gefunden – doch ist das wie überall: es ist nicht mehr so „wie früher“.

Das Konzert am Montag im fast benachbarten Schlachthof Wiesbaden wollten wir uns dann aber natürlich trotzdem nicht entgehen lassen. Der Wahnsinn war natürlich wieder vorprogrammiert. Und tatsächlich: Der Boom um die Partyfreaks hat zu meinem Erstaunen noch eher zugenommen, unglaublich lange Schlange: ausverkauft! Endlich drin angekommen musste man erstmal seine Jacken loswerden, da niemand, wirklich niemand, eine Jacke auf einem Deichkind-Abend anhaben will 😀 Sofort gings nach vorne ins Getümmel, und schon kurz später, allerspätestens nach dem „You’ll never walk alone“-Singen und dem Einzug von Deichkind hatte ich jeden meiner etwa 10 Mitstreiter verloren. Unfassbar, was eine Menge außer Kontrolle anrichtet… Grob geschätzte 15mal lag ich irgendwo auf dem Boden, begraben unter anderen, oder auf anderen, teilweise fiel das Atmen schwer, und manchmal verging mir fast der Spass vor lauter Erdrücktwerden – ein bisschen zuviel des Guten… Für die Jungs auf der Bühne war das Alltag, ganz klar. 1,5 Stunden abrocken ohne Pause, Remmidemmi 2mal und Slapstickeinlagen auf Trampolins, Zirkusgeräten oder sonstiger Quatsch und dann noch Wodka-Versprühen per Gartenschlauch (Übel!). Am Ende auch noch die üblen Federn. Aber da war ich schon aus dem totalen Chaos entkommen und hatte mich auf die Suche nach meinem Anhang begeben. Am Ende war ich fast zu fertig um zu sprechen, ganz zu schweigen vom laufen.

Was bleibt von einem solchen Abend? 1 Bänderiss, viele viele blaue Flecken, Kopfschmerzen,  Muskelkater, versiffte Klamotten und Schuhe… aber auch die Erkenntnis, dass man langsam zu alt für so einen Unsinn wird 😉 Es war wieder ein wirklich lustiger Abend, aber der Flair der ersten Konzerte 06 ist leider vorbei. Auch der „Pogo“ war mir persönlich schon zuviel (und wer mich kennt, weiß was das bedeutet Oo ). Yippie Yippie Yeah bleibt einem nur zu sagen… Mir reichts erstmal: Ich freue mich schon auf das Sitzplatzkonzert am Ende des Monats 😉

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