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Posts Tagged ‘Platten des Monats’

Platten des Monats. Mai 2012.

Alles neu macht der Mai? Dieses Jahr nicht wirklich: Zwar jede Menge Neuveröffentlichungen, auch und gerade im Album-Format, aber irgendwie war da für mich nur wenig dabei. Vielleicht war ich auch zuviel unterwegs, um manches mitzubekommen. Hier sind sie, meine naiven und subjektiven Lieblingsplatten im Mai, quer durch die Musik-Schubladen. Enjoy!

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Damian Lazarus ist einer dieser jungen Labelbetreiber denen scheinbar alles gelingt: Eigene tolle Platten, tolle Sets und Auftritte, gute Compilationsmixe – und vor allem immer wieder Neuentdeckungen, welche auf seinem Label Crosstown Rebels veröffentlichen, darunter alleine letztes Jahr solche wie Art Department, Maceo Plex oder Deniz Kurtel. Und jetzt darf der gebürtige Iraner Amirali ran und sein Debütalbum „In Time“ präsentieren.

Was gibts?

Amirali ist ein wunderschönes, beeindruckendes House-Album geglückt: Zwischen klassischem House gibts jede Menge Soul, fast schon Ambient und wehleidiges Singen über allen Beats, alles zu einem geheimnisvollen Brei vermischt. Im Positiven Sinne: Großartig!

Anspieltipp: My way. (Achtung Dauerschleifengefahr.)

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Während die Crosstown Rebels und Amirali ihrem Tanzboden düstere, deepe Klänge vorgeben, ist es bei Totally Enormous Extinct Dinosaurs (alias Orlando Higginbottom) eher das fröhliche Moment, der Bigbeat, der Dance-Pop. Higginbottom setzt dabei – auch auf seinen Konzerten – auf eine Mischung aus Wahnsinn, Elektronischer Musik-Geschichte und überdimensionalen Kostümen.

Was gibts?

Pumpende Beats (manchmal erinnert es an Fat Boy Slim), eher unüblicher Gesang, den er auch live einsetzt und über all dem eine Grundfröhlichkeit, die „Trouble“ zu einem entspannten Album machen.

Anspieltipp: Na klar, wer es noch nicht kennt: Garden.

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Sigur Rós braucht man ja nicht vorzustellen, doch ließ ein neues Album länger auf sich warten, ziemlich genau 4 Jahre. Jonsi auf Solopfaden, dazu Live-Veröffentlichungen – erst jetzt das neue Album „Valtari„. Man muss es direkt zugeben: den Isländern gelingt diesmal nicht der große Wurf, aber ist doch jede Sigur Ròs Platte immer noch soviel besser als das Meiste andere…

Was gibts?

Nach ihrem 2008er Album gehts wieder etwas mehr zurück in die gewohnten sphärischen Songs, teilweise geht es zurück in die Anfangstage der Band, weit weg vom Post-Rock-Status. Oft lässt sich auch ordentlich Pomp festmachen, manchmal wird es langweilig. Und dennoch: Sigur Ròs sind Balsam für jede Seele, man muss sich nur darauf einlassen (können).

 Anspieltipp: Das beste Stück der Platte: Varúð. (Leider bisher nur einem kürzeren Radio Edit online).

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Was war sonst?

  • Zulu Winter, im Winter noch schwer angesagter UK-Hype, liefern ein nur durchschnittliches Album ab. Songs eigentlich super, nur ähnelt sich das alles viel zu sehr. Gut: We should be swimming.
  • Das neue Beach House-Album „Bloom“ ist wieder sehr großartig. Vielleicht pack ich es beim nächsten Mal noch ausführlich hier rein. Anspieltipp: Myth.
  • Meine deutschen Lieblingspunker, die Toten Hosen, sind mit ihrem neuen Album mal wieder sofort an die Spitze der deutschen Charts. „Tage wie diese“ dudelt sich jetzt schon tot, und der Rest des Albums ist auch viel zu glatt gebügelt. Bester Song noch: Draußen vor der Tür. (Ironischerweise ist das Bonus-Album das Bessere: Hier covern Campino und co sich durch die Musikgeschichte – zwischen Kraftwerk und die Ärzte sind die Hosen hier sehr selbstkritisch und witzig. Super.)
  • Hot Chip sind nach diversen Solo-Ausflügen (ganz witzig: Joe Goddard mit 2 Bears, zb Bear Hug ) wieder da. Und schon die erste Single ist super, wenn auch die hotchipsche Mutation zur Pop-Band nun abgeschlossen ist. Aber wenn Pop so gut ist wie hier, dann gerne und immer. Das Video des Monats:

Platten des Monats. März 2012

Weil ich am Wochenende ausschließlich unterwegs sein werde, heute schon meine Lieblingsalben der letzten Wochen. Im März war das recht einfach auszuwählen, kein Weg ging bei mir dieses Mal an den hier vorgestellten Werken vorbei. Heraus kommt eine bunte Mischung aus wunderbarer Musik mit Künstlern aus Kanada, Russland, UK und Dänemark. Here we go: Enjoy!

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Grimes Visions Die 23-jährige Claire Boucher alias Grimes aus Vancouver ist aktuell so etwas wie der Liebling der Musikblogs, immer wieder stößt man auf sie – und das zu Recht. Ihr neues Album Visions ist ein buntes Potpourri aus aus allen möglichen Musikvarianten – und ist in seiner Vielfalt und seinen Überraschungen schlicht großartig.

Was gibts?

Visions ist kaum zuzuordnen, ja nicht einmal wirklich zu (be)greifen. Da gibt es New Age-Stücke, abseitige Tanzstücke, die an den IDM von Aphex Twin oder Autechre erinnern, Lo-Fi-Dance und Industrial. Klingt nach einer wahllosen Mischung, ist aber toll. Geheimnisvoller Charme.

Anspieltipps: Oblivion und Genesis.

Eine etwas ausführlichere Plattenkritik gibt es beim Byte.fm-Magazin.

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Dry the River shallow bed coverDie Londoner Band Dry the River veröffentlichten diesen Monat ihr Debütalbum Shallow bed und schafften es damit direkt in meine Lieblingsplatten. Folkrock ist seit einigen Jahren ein großes Ding, und lässt sich in vielerlei Hinsicht interpretieren. Dry the River entscheiden sich für den großen Weg.

Was gibts?

Folkrock in epischer Breite, in wilder und teils explosiver Mischung, in starker Erinnerung an Bands wie Arcade Fire oder Fleet Foxes. Man muss allerdings die etwas gewöhnungsbedürftige Stimme von Sänger Pete Liddle mögen. Tut man dies, dürfte man hier ein perfektes Album zum Träumen, Trösten oder Wein trinken gefunden haben.

Anspieltipps: Das ruhige Epos New Ceremony, das großartige No Rest oder (die Akustik-Version von) Shield your eyes.

 Eine ausführlichere Kritik gibt es bei den WhiteTapes.

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Die aus Moskau stammende Nina Kraviz wirbelte 2009 die House-Floors dieser Welt mit ihrer Single Pain in the ass auf. Nun erschien ihr Debütalbum names „Nina Kraviz“ auf Rekids. Kraviz macht da genau das, was man erwarten konnte: deepe House-Musik, die sich sehr dezent entwickelt, und dabei trotz Einfachheit begeistert.

Was gibts?

Sexy House, liest man immer wieder. Lasziv, wild und ausgelassen konnte man auch immer über die Kraviz-Partys hören. Wirklich zu hören sind runtergepitschte Old-school-Parts, immer wieder gehauchte Worte und ein Beat, der oftmals monoton, aber dann doch sehr subtil, dreckig und wunderschön ist. Deepness pur.

Anspieltipps: AusFalse Attraction, oder Ghetto Kraviz.

Eine ausführlichere Kritik gibt es bei Daniel Straub von Laut.de.

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whomadewho brighter kompaktDie bekloppten (positiv gemeint!) Dänen whomadewho sind schon viele Jahre auf meinem Radar. Auch ihr neues Album „Brighter“ (welches wieder auf Kompakt erschienen ist) ist eines dieser sehr gelungenen Gute-Laune-Pop-Alben, die einfach immer gehen. Fast so gut wie die Band live zu genießen. Im Gegensatz zum Vorgänger „Knee deep“ ist das Album noch etwas popaffiner und vielleicht auch radiotauglicher geworden.

Was gibts?

Exact das, was es bei whomadewho schon immer gab: Tanzbare Rockmelodien durch elektronische Welten geschickt, jede Menge Pop und Disko. Im Positiven: Das Gegenteil von Musik von Nina Kraviz, dabei aber nie geschmacklos. Perfektes Frühlingsalbum.

Anspieltipps: Der Opener Inside World und den letzten Song Below the cherry moon.

Ausführlichere Kritik gibts bei Doris von Bedroomdisco.

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 Was gab es sonst noch Gutes in der Musikwelt zu entdecken?

  • Auch The Shins sind mit einem ordentlichen Album zurück. Es heißt „Port Morrow“ und bei Letterman gibt es einen einstündigen Liveauftritt zu sehen (Auch mit alten Stücken wie dem wunderbaren „Caring is creepy“.)
  • Fritz Kalkbrenner finde ich live sehr mässig. Seine Produktionen haben mir aber immer gut gefallen. Sein neuer Mix „suol mates“ ist eine bunte Ansammlung seiner persönlichen Lieblingsmusik, zwischen Hiphop, Soul und Techno, sehr schön gemixt. Empfehlenswert.
  • Ende Mai erscheint ein neues Album der Isländer Sigur Rós, yes, das freut doch sehr. Und passend dazu gibt es den ersten Track des Albums incl. Video. Und eine Tour gibt es auch noch.

Platten des Monats. Januar / Februar 2012

Februar 29, 2012 3 Kommentare

Zwei Monate sind nun schon vergangen im neuen Jahr – und nachdem ich im Januar noch mehr mit den eigenen Bestenlisten zu kämpfen hatte, war der Februar ein toller Plattenmonat. Hier gibt es sie nun, meine Lieblingsalben der ersten 2012-Wochen, ein buntes Gemisch aus Sprachen, Ländern und Musikformen. Wie immer höchst subjektiv und niemals vollständig.

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2009 eroberte John Talabot aus Barcelona mit der chilligen House-Disco-Nummer Sunshine viele Dancefloors. Nun endlich, nach einigen weiteren Veröffentlichungen, erschien im Januar bei Permanent Vacation sein Debüt-Album „fin“. Und um es kurz und schmerzlos zu machen: Das ist großartig. So klingt in meinen Augen House-Music 2012.

Was gibts?

Alles zwischen ruhigen Lo-Fi-House, tanzbaren Disco-Stücken- und Melodien, und sehnsüchtigen Grooves. Viele Tracks sind mit guten Vocals unterlegt oder werden durch diese erst richtig intensiv.

Anspieltipps:

DestinyWhen the past was the present oder das ruhige Schlußstück So will be now (mit Pional zusammen).

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Relativ selten höre ich deutschsprachige Musik. Kettcar war für mich auch lange so Mädchen-Musik, hat mich nie so richtig gefesselt. (Außer vlt. mit Balu.) Doch mit ihrem neuen Album „zwischen den Runden“ kommen sie bei mir an. Nicht alles gefällt, aber im Groben und Ganzen sind ganz wunderbare Songs drauf, die – natürlich – alle irgendwie in Richtung Liebe und Beziehung(en) marschieren.

Was gibts?

Das Album ist nichts zum abfeiern oder tanzen. Das ist kein schmieriger Punk-Indierock, sondern viel Akkustikgitarre, und Texte, die berühren. Mich zumindest.

Anspieltipps:

Lieblingssong: Rettung. Auch toll: Erkenschwick. Und: In deinen Armen.

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Die Schotten von The Twilight Sad kannte ich nicht. Und vielleicht wäre auch ihr 3. Album „no one can ever know“ an mir vorbeigegangen, wäre ich nicht oft darauf aufmerksam gemacht worden. Hat sich gelohnt. Ein insgesamt ziemlich großartiges Indie-Werk.

Was gibts?

Sänger Graham führt mit eindrucksvoller Stimme durch 10 Songs, die sehr unterschiedlich sind: Irgendwo zwischen Post-Rock, Shoegaze und etwas Wave. Eines haben fast alle Tracks gemeinsam: relativ düster, viele Synthies. Anleihen gibts bei Joy Division, Radiohead, Editors und vielen anderen.

Anspieltipps:

Sick (ein bisschen Radiohead), Another bed (ein bisschen Editors) und Kill it in the morning (ein bisschen Portishead).

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Ja, die Tindersticks gibt es immer noch. Und wie: An ihrer Qualität gabs eh wenig zu diskutieren, und vielleicht haben sie mit ihrem neuen Album „the something rain“ sogar ihren Sound perfektioniert. Das ganze Album klingt trotz düsterer Melancholie und Zynismus wohlwollend und warm.

Was gibts?

Kein einfaches Album, keins für lustige Stunden, sondern eher der perfekte Soundtrack für die Einsamkeit. Großartig Arrangements, die vielfältigen Instrumente stoßen wunderbar zusammen, genau richtig dossiert. Toll!

Anspieltipps:

This fire of autumn, der heimliche Favorit Medicine und Show me everything.

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So muss man ein Album auch erstmal starten: Titel 1 „Vater“ auf Deutsch, Titel 2 „voyage voyage“ auf Französisch und Titel 3 „Deathmental“ auf Englisch. Die Österreicherin Anja Plaschg alias soap & skin macht genau das. „narrow“  ist ihr zweites Album, und sie verarbeitet in den Songs den Tod ihres Vaters (im Opener mehr als deutlich gemacht). (Letztes Jahr fiel sie mir vor allem durch die Mitarbeit bei Apparat auf, die dann im ‚Breaking Bad-Finale‘ lief.)

Was gibts?

Unbarmherzige Bitternis, eingelullt in deepe Melancholie. Traurig in jeder Note, und dabei so ergreifend. Ein brilliantes (Mini-)Album.

Anspieltipps:

Voyage Voyage, die Ode an ihren Vater, und das traurig-schöne wonder.

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Ich versuche die Vorstellungen der Platten auch wieder regelmäßiger zu machen, nicht immer lässt das die Zeit zu. Übrigens: Lana del Reys im Januar erschienenes Debüt ist lange nicht so schlecht wie es viele machen, und Deichkinds neues Album ist ziemlich Schrott. (Leider gar nicht geil, aber sicher die Shows wieder.) Im März kann man sich schonmal auf WhoMadeWho und Nina Kraviz freuen. Viel Spaß mit den Musiktipps 😉

Platten des Monats. Juni 2011

Juli 2, 2011 1 Kommentar

Schon wieder ein Monat vorbei, und natürlich habe ich auch wieder einige Plattenvorstellungen für Euch. Auch wenn es diesmal etwas weniger ist: Tolle Musik ist garantiert dabei. Viel Spaß mit meiner Lieblingsmusik im Juni 2011.

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Bon Iver - Bon Iver

Justice Vernon ist ein amerikanischer Songwriter, der als Bon Iver nun sein zweites, selbstbetiteltes Album herausgebracht hat. Ich selbst habe Bon Iver jetzt erst kennengelernt, das Debütalbum „For Emma, forever ago“ habe ich selbst (noch) gar nicht. Heißt aber auch: Ich bin ohne Erwartungen an das neue Werk gegangen. Und das ist oft gut. Das neue Album ist gefüllt mit zehn wundervollen, leisen Songs (alle benannt nach Städten), einem Album, welches Konzentration und Ruhe erfordert, sich aber bei jedem weiteren Hören immer mehr entfaltet und einen schließlich emotional nicht mehr loslässt.

Was gibts?

Ruhiges, überraschendes und musikalisch reifes Songwriterwerk. Doch oftmals viel mehr als nur die Gitarre. Oft nur einfache Akkorde, die lange schwingen, viele verschiedene Instrumente und über allem Vernons Stimme, die oft sakral und beruhigend wirkt. Es ist intensive Musik. Musik für Leute, die sich auch mal richtig auf einen Song einlassen können.

Anspieltipps:

Calgary. Oder Perth. Oder das Schlusstück Beth/Rest, welchem ich mich irgendwie nicht entziehen kann, obwohl es ganz anders ist. Das ganze Album bei simfy im kostenlosen Stream.

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Patrick Wolf - Lupercalia

Patrick Wolf  gilt ja so ein bisschen als britisches Pop-Wunderkind, und er ist gleich noch so einer der Musiker, die bisher nicht so auf meinem Radar waren. Ab und zu mal etwas gehört, mal im Melt!-Lineup gesehen, aber erst mit der aktuellen Scheibe verdient er sich bei mir seine Lorbeeren. „Lupercalia“ ist ein altrömisches Liebesfest (und zudem ist ‚lupus‘ ja auch noch der Wolf), da ist das Thema „Liebe“ selbstredend ausschlaggebend. „I Can Make It Alone, But We Can Make It So Much Better Together“ (aus dem Song together) wird da sprichwörtlich zum Thema des ganzen Albums.

Was gibts?

Melodisch-frischen, vergnügten Pop. Euphorie und Dramatik der Liebe, besungen in schönen und mitreißenden Popsongs, die aber glücklicherweise nicht beliebig werden (Und weit entfernt von Massenware sind). Dem 27-jährigen, exzentrischen Londoner ist ein wirklich gutes Pop-Album gelungen.

Anspieltipps:

Neben dem oben erwähnten „together“, natürlich auch die Single The City, aber auch Bermondsey Street.

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Foster The People - torches

Und dann gäb es da noch ein klassisches Juni-Album, oder vielleicht auch Mai. Sommermusik. Das ist nämlich Foster the people mit ihrem Debütalbum „Torches“ gelungen. Angeführt wird das Projekt von Mark Foster, der früher mal Werbejingles schrieb. Quasi der Charlie Harper der Musikwelt. Bedeutet: Der weiß genau, was es für einen Song brauch, damit der gut ankommt. Und bravo: Geschafft. Torches bietet eine Menge Stücke, die man einfach nicht aus dem Ohr bekommt. Marschrichtung Sommerhit.

Was gibts?

Elektronisch angehauchter Indie-Rock-Pop der Marke MGMT und co. Ist alles weder neu noch innovativ, aber eingängig, leicht und locker. Wohl nicht langfristiges, aber als Sommerplatte absolut zu empfehlen.

Anspieltipps:

Die schon etwas ältere Single Pumped up kicks der vorher erschienenen EP, oder auch herrlich frische Don’t stop (color the walls). (Auch hier das ganze Album als kostenlosen  Stream.)

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Was war sonst noch?

  • Das neue Digitalism-Album „I love you, Dude“ ist um einiges besser als erwartet. Nicht unbedingt mein persönlicher elektronischer Musikgeschmack, aber definitiv abfahrender Rock’n’Roll. Geht sicher gut auf den großen Festivalbühnen. Hier gibts den kompletten Albumstream.
  • Und noch ein Sommertrack: „Hello again (Californian sunrise“ von Bar25-Resident Matt John ist ein ziemlich toller Ohrwurm. Wird man sicherlich bei vielen Openairs hören.
  • Das neue Apparat-Album kommt schon bald und man darf gespannt sein. Der erste Song von Sascha Ring ist in jedem Falle schon mal super, Black water heißt er und klingt sogar irritierenderweise manchmal etwas nach Coldplay. Groß!
  • Die Chemical Brothers melden sich mit einem großartigen Soundtrack zum Film „Hanna“ zurück. Bombastisch.
  • Und zu guter Letzt: Björk is back. Mit dem ersten Song aus dem neuen Album. Bäm! Wie immer eindrucksvoll:

Platten des Monats. Mai 2011

Juni 8, 2011 2 Kommentare

Vielleicht hats der eine oder andere schon vermisst: Die Vorstellung meiner Lieblingsmusik des vergangenen Monats. In den vergangenen Wochen war viel los, und so musste ich diese besten Platten des Mai etwas nach hinten verschieben. Doch hier sind sie nun, meine völlig subjektiven Musiktipps der letzten Wochen. Und wie es der Zufall wollte, war es ein Monat mit viel Musik, die mich an vergangene Clubzeiten erinnerte. Ihr merkt schon: es war ein sehr elektronischer Monat. Viel Spaß!

Robag Wruhme - Thora Vukk

Gabor Schablitzki aka Robag Wruhme war ein entscheidender Teil der Wighnomy Brothers, die viele Jahre als DJ-Duo begeisterten und auch ab etwa 2002 mit Produktionen für Furore sorgten. Nach der Trennung wurde es etwas ruhiger um Gabor, doch 2011 ist ganz sicher sein Jahr, das kann man so jetzt schon sagen. Mit Wuppdeckmischmampflow (auf KOMPAKT) gelingt ihm Anfang des Jahres eines der besten Mixtapes aller Zeiten, gespickt mit großartigen Klassikern, dazu wunderbar gemixt, oft mit 3-4 Titel gleichzeitig. Ende April folgte nun sein neues Album „Thora Vukk“ auf (Kozes zum Allstar-Label mutierende) Pampa Records. (Aktuell laufen zwei hochklassige Podcasts von ihm auch noch, der gute Nacht-Mix bei XLR8R ist mit seiner ruhigen Art ebenfalls sehr zu empfehlen).

Was gibts?

Robag Wruhme ist – man das kann das kaum anders sagen – mit Thora Vukk ein kleines Juwel gelungen, ein in sich ruhendes, voller Emotionen, tief gehendes Album. Viele Adjektive könnte man noch hinzufügen: zeitlos, traumhaft, wunderschön, soulig, chillig, vergnügt – und sovieles mehr. Und wenn man am Ende dann Gabors Sohn einige Worte sagen darf, hat man das Gefühl, dass hier etwas Großes passiert ist. „Nochmal, nochmal“ möchte man immer wieder rufen, doch irgendwann ist Schluss. „Tschüss Gabor!“

Anspieltipps:

Netterweise ist das ganze Album bei Soundcloud online, besonders hervorzuheben sind neben dem erwähnten „Ende“ hier vor allem Thora Vukk, Bömmsen Böff, und Tulpa Ovi.

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Dominik Eulberg - Diorama

Dass Dominik Eulberg mittlerweile als Natur-Techno-Pionier verschrieen ist, weiß nahezu jeder. Das ist auch gutes Recht, denn wer seine Tracks nach seltenen Tieren oder Naturphänomenen nennt, und auch noch mit einer Bambi-Show begeistert, der muss damit einfach rechnen. Und so bleibt Eulberg auch in seinem neuen Werk „Diorama“ völlig in seinem bekannten Konzept: Er sampelte Naturgeräusche, nahm Tierstimmen auf, gab den neuen Titeln Namen wie „Das Neunauge“ oder „Täuschungsblume“ und beschreibt darin die größten Wunder unser heimischen Gefilde. „Diorama“ ist wieder auf Traum erschienen und ist nach seinen vergangenen 3 Alben wieder richtig stark.

Was gibts?

Eulberg in Perfektion. Die Tracks erreichen besonders nach mehrmaligen Anhören eine Vielfalt, die im Bereich der elektronischen Musik ziemlich einzigartig sein dürfte. Manchmal hört man die beschriebenen Tiere nahezu vor sich, im nächsten Augenblick ist man wieder auf der Tanzfläche und kann nicht aufhören zu tanzen. Genauso wie die Glühwürmchen.

Anspieltipps:

Der Tanz der Glühwürmchen, Echomaus, sowie Islandmuschel 400.

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Gabriel Ananda - selected techno works

Um die Reihe der Techno-DJs vollzumachen, zu deren Musik ich schon vor einigen Jahren feierte, macht Gabriel Ananda aus Köln den Abschluss. Herr Levermann stellt nach 11 Jahren Karriere, die übrigens auf seinem eigenen Label Karmarouge begann, ein kleines Best-of seiner Produktionen vor. Normalerweie würde ich eine solche Compilation nicht hier vorstellen, aber die hier versammelten Tracks haben mich lächeln und in Erinnerungen schwelgen lassen.

Was gibts?

Techno. Nicht mehr und nicht weniger als das beste aus 11 Jahren Ananda-Veröffentlichungen. Mit den ganz großen Hits wie Süßholz oder Doppelwhipper. Man hat sofort Lust auf eine gute Clubnacht.

Anspieltipps: 

Das verspielte Coconut Blues, oder das mir niemals aus dem Ohr gehende Ihre persönliche Glücksmelodie. Und die ganze Compilation bei Soundcloud.

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Death cab for cutie - codes and keys

Und schließlich gabs auch noch nicht-elektronische Alben. 😉 Death Cab for Cutie brachten mit „codes and keys“ ihr 7. Studioalbum heraus. Die amerikanische Indieband steckte bei mir lange in ihrer O.C. California Teenierolle drin, konnte mich aber doch immer wieder überzeugen, natürlich vor allem mit ihrem grandiosen Album „Transatlanticism“ mit dem wunderschönen Titeltrack.  Jetzt mit einem Album, was ihren Ansprüchen durchaus gerecht wird und ein Album geworden ist, was als ganzes überzeugt und nur wenig „skip-Titel“ hat.

Was gibts?

Wunderschönen Indierock, der aber eigentlich gar kein Indierock sein möchte. Schwierig hier Schubladen zu finden. Ein schönes Album, was durchweg Spaß macht, begeistert, berührt und einfach auch gefällig ist. Kein neues Meisterwerk, aber definitiv eine der bisher schönsten Indie-Platten des Jahres.

Anspieltipps:

Den Opener mag ich sehr: Home is a fire. Oder You are a tourist. Passt ja.

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Was war sonst noch?

  • Bon Iver, der amerikanische Songwriter ist mit neuem Album da. Ist bei den nächsten Vorstellungen dabei, ganz sicher. Ein kleiner Vorgeschmack: Calgary.
  • Ein neues Video der wunderbaren Robyn gibts auch noch: Verletzlich, und dann dieser Dance-Popsong, der doch irgendwie so traurig ist: Call your girlfriend.
  • Am 15. Mai spielen The National ihren tollen neuen Song Exily Vilify – gemeinsam mit Owen Palett. Wunderbar.
  • Das neue Musikvideo von Danger Mouse ist ein Google Chrome Experiment – und macht ganz schön viel Spaß 🙂 http://www.ro.me/
  • IlsaGold mixen sich auf der Mayday durch 20 Jahre Musikgeschichte – Techno zum Anfassen. Sehr krasser Mix.
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Und aus traurigem Anlass schieb ich ans Ende ein Stück deutsche Musikkultur, so schlecht es auch aus heutiger Sicht sein mag. RIP Tillmann Uhrmacher, und Danke für tolle Radiosendungen in meiner Kindheit.
 

Platten des Monats. März 2011

April 1, 2011 3 Kommentare

Und schon wieder ist ein Monat vorbei, und damit Zeit die beste Musik der vergangenen Wochen vorzustellen. Gab unheimlich viel Neues im März, ich wurde nahezu erschlagen von Musik. Lange nicht alles ist gut genug für diese Rubrik, und damit viel Spaß mit meinen ganz persönlichen, subjektiven Highlights des Monats.

elbow - build a rocket boys!

Schön, wenn man eine Band noch nicht auf dem Zettel hat, und dann durch ein neues Album umso mehr überrascht wird. Elbow liefern mit ihrem 5. Studio-Album „Build a rocket boys!“ ein wunderbares Frühlingswerk ab, voller toller Songs und schönen Arrangements – und nicht zuletzt einer vollen, kräftigen Tenorstimme von Guy Garvey. Das gefällt mir alles ausgesprochen gut, großartige Platte und damit mein Highlight des Monats.

Was gibts?

Insgesamt eher die ruhige Variante von Rock, doch immer wieder gibts auch nettes Gitarrenrumore. Tolles Songwriting, und auch soundtechnisch ist alles 1a.

Anspieltipps: Open arms und Neat Little row.

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The naked and the famous

Indie-Stürmer aus dem fernen Neuseeland. Wie The naked and the famous es geschafft haben mit ihrem ersten Album schon hier Bekanntheit zu gelangen, wissen wohl nur sie selbst. Nicht zu letzt sicher aufgrund des Hypes um ihre Single „young blood“, die ja vermehrt in der Werbung lief. Und tatsächlich, der Hype ist durchaus zu recht da: Die Neuseeländer legen ein erfrischendes, aufregendes Werk hin, und schmeissen neben der Single noch so einige Hochkaräter raus auf die Bühnen dieser Welt.

Was gibts?

Kurzweiligen Indie-Rock, elektronisch abgemischt, zwischenzeitlich fast schon Synthiehymnisch. Ob die Band auch in 2 Monaten noch aufregend ist? Wer weiß das schon. Aktuell machen sie viel Spaß und garantieren Ohrwürmer.

Anspieltipps: Die schon älteren All of this und Punching in a dream, die ersten Nummern des Albums.

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Burial ist zurück. Nach 3 Jahren ohne jegliche Veröffentlichung (Live-Auftritte hatte er ja leider noch nie!) war er innerhalb von wenigen Tagen gleich mehrmals Thema. Erst kam es mit Kieran Hebden alias Four Tet und Thom Yorke zu einer Art Supergroup des Pop mit einer 12″-Veröffentlichung, und kaum später gab es eine neue Burial-EP mit drei neuen Tracks (u.a. Street halo). Vor allem aber EGO / MIRROR ist wieder so eine wundervolle kleine Perle (Was kann auch sonst herauskommen, wenn 3 der genialsten Musiker unserer Tage zusammen arbeiten?). Ein bisschen triphop-lastig fast schon. (Ein Blick in die Zukunft von Radiohead?)
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Bodzin & Romboy - Luna

Lange ist es her, dass ich ein richtiges Techno-Club-Album vorgestellt habe, aber „Luna“ bringt wirklich alles mit, was ich von einem Rave-Abend erwarte. Stephan Bodzin und Marc Romboy sind seit Jahren feste Größen im Clubbusiness, vor allem Bodzin gefiel mir live in kleinen Clubs durch seine ausgeklügelten und witzigen Live-Sets (Rekorder!)  immer wieder sehr gut. Gemeinsam arbeiteten sie erstmals mit der „Luna“-EP 2005 zusammen, um dann 2006 einen gewaltigen Hit zu landen, der damals für viel Gänsehaut sorgte: Phobos.  Nun, über 5 Jahre später erscheint mit „LUNA“ ihr Debüt-Album, was man aber zurecht eher als  Bestandsaufnahme des bisherigen Schaffens sehen kann. Auf 3 CDs gibt es die größten Hits, u.a. in sogenannten Synthapella-Versionen ohne Percussions, und zahlreiche Remixe von Produzenten-Größen wie Joris Voorn, Moritz von Oswald, Chris Liebing, Dominik Eulberg,  Oliver Huntemann, Pan-Pot, Abe Duque, Martin Buttrich, Gui Boratto, Gregor Tresher und und und. Mit insgesamt über 5 (!) Stunden Musik ist hier alles dabei, was Bodzin und Romboy heute ausmacht. Ausgemachte Clubmusik, nicht mehr, aber auch vor allem nicht weniger.
(Wie das Ganze dann live ausschaut, kann man hier schön im Pariser REX sehen.)
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Was gabs sonst noch Gutes?
  • Bibio hat mit „Mind bokeh“ ein neues Album auf Warp rausgebracht: Songwriting etwas verrückt in elektronischen Sphären. Ich bin da noch nicht ganz durchgestiegen, aber es ist durchaus interessant. (Hier als kompletter Album-Stream).
  • Die Editors veröffentlichten eine Collectors Box-Edition, die passenderweise „unedited“ heißt, und randvoll ist mit vielen Songs. Ich hab viel Editors in den letzten Tagen gehört ,)
  • Von The National gibts ein neues Video, das Video ist eher so lala, aber weil ich den Song so sehr mag, darf das Video hier jetzt noch hin:

Platten des Monats Februar 2011

Februar 28, 2011 Hinterlasse einen Kommentar

Im Februar allgemein schon etwas früher, hat mich das Monatsende diesmal etwas überrascht. Ständig unterwegs und zum Teil lange Arbeitstage, und so verfliegt ein Monat. Außerdem gab es da ein Album, welches über Allem thronte, und aus diesen 2 Gründen gibts hier und heute zwar wieder meine aktuellen Lieblingsplatten des vergangenen Monats, aber in etwas abgespeckter Version. Viel Spaß!

The King of Limbs

Radiohead, Radiohead, Radiohead und Radiohead. Das waren gefühlt die Themen der zurückliegenden Musik-Wochen. Nicht, dass es nichts anderes geben würde, doch ist ein neues Album von Radiohead immer wie die Erfindung des Rads. Die Begeisterung für Radiohead hat nur wenig Grenzen, nimmt oft religiöse Züge an. Da braucht die Band weder Management, noch Plattenfirma, noch Marketing. Die Download- & Verkaufszahlen werden dennoch wieder eine besondere Sprache sprechen. Und ich kann mich auch nicht freisprechen.

Über „The King of Limbs“ muss man dann auch gar nicht mehr viel schreiben, denn das wurde schon überall und endlos gemacht, wie zum Beispiel hier oder hier oder hier oder hier oder hier (könnte man lange so fortsetzen…). Bisher gibt es das Album nur als Download, erst Ende März erscheint die CD/Vinyl-Version.

Was gibts?

Radiohead-typische Musik. Was auch immer das ist. Radiohead erfinden sich hier nicht neu, im Gegenteil: Es geht tendenziell wieder Richtung „Kid A“ oder „Amnesiac“. Die Songs sind oft mehr Tracks, das gesamte Album ist elektronischer, ja fast dubbiger geworden. Gitarren tauchen etwas ab. Kurz und knapp: Ich finds – wiedermal – großartig. Album des Monats, und sicher noch für viele weitere Zeiten.

Anspieltipps:

Little by little. Und Give Up the Ghost. Bisheriger Favorit und aktueller Lieblingssong ist aber Codex:

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The people's key

Indielegende Conor Oberst und seine mittlerweile doch relativ feste Besetzung von Bright Eyes haben mit „the People’s Key“ ihr siebtes (und letztes!) Album herausgebracht. Dabei hatten sie schon angekündigt, dass es wohl wesentlich rockiger wird. Und das merkt man den 10 Stücken auch tatsächlich an. Die typischen Erzählstimmen und Gespräche über teils recht unsinnige Themen gehören ja irgendwie bei Oberst dazu, und das ist hier auch nicht anders. Dazwischen gibts aber großartige Rock-Songs, und viele Melodien, wie man dies von der Band gewöhnt ist.

Was gibts?

„The People’s Key“ ist mehr ein Gesamt(kunst)werk anstatt einzelne Songs. An einem Stück vergehen die etwa 45 Minuten des Album wie im Flug, es gibt nur wenige Ausreißer. Das ist insgesamt gesehen wieder ein richtig gutes Album geworden, schade, dass es wohl das letzte ist.

Anspieltipps:

Sehr cool, es gibt das komplette Album als Youtube-Stream. Sehr gut auch der Auftritt bei Letterman mit dem sehr rockigen „Jejune Stars“. Mein Lieblingssong ist aber wohl – die erste Single Shell Games:

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Wartesaal

Mein Ziel auch öfter mal deutsche Musik / deutsche Songwriter vorzustellen ist nicht immer ganz einfach. Die neue Platte von Axel Bosse eignet sich aber hervorragend dazu. Bosse konnte man schon das eine oder andere Mal bei TVNoir bewundern, einer größeren Fangemeinde machte er sich mit Koletzkis U-Bahn bekannt, wo er dem Track mit seiner Stimme erst den richtigen Kick gab. Nun gibts mit „Wartesaal“ sein neues Album – und dies ist durchweg gelungen.

Was gibts?

Bosse singt über das Leben, über die Liebe, über die kleinen Dinge mit anderen Menschen. Mit relativ wenig instrumentaler Begleitung ist das hier Songwriting in Perfektion. Mal liebevoll, mal frech, mal traurig, aber immer wunderschön. Ich darf mal TVNoir zitieren: „Es gibt viel zu viel reine Befindlichkeit und reines Rollenspiel in der deutschen Rockmusik, aber es gibt nur ein „Scheiße, ist das wahr!“, bei dem man Tränen in den Augen und Glücksgefühle im Herzen hat. Es kommt von Bosse.“ Toll!

Anspieltipps:

Ganz klar: Weit weg. Und der Titelsong Wartesaal:

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Das war’s für heute. Als Tipp auch nochmal die Januar-Empfehlungen, denn das James Blake-Album sollte jeder kennen: Gänsehaut-Musik!

 

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