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Alt-J (∆) – An awesome wave

November 24, 2012 Hinterlasse einen Kommentar

Irgendwann im Juni hörte ich von Alt-J und ihrem Debütalbum. Da ich aber anderes im Kopf hatte, lernte ich die großartige Platte erst im Herbst kennen. Und das soll nicht untergehen, denn „An awesome wave“ ist eines der Highlights 2012.

Alt-J sind waschechte Briten aus Leeds und lieben Dreiecke. („Triangels are my favourite shape“ singt Sänger Joe Newman in Tessellate). So erschließt sich auch schnell der Bandname, der zurückgeht auf das Tastaturkürzel alter britischer Macs. Mit „An awesome wave“ gibts seit Mai ihr Debütalbum, welches Anfang November schließlich sogar den renommierten (und guten!) Mercury Prize gewann.

Was gibts?

Großartigen Indiepop. Gitarrenmusik. Klassischer Rock, der unaufhaltsam in die elektronische Richtung gezogen wird. Manchmal auch Dubstep. Dann auch wieder Folk. Alt-J verknüpfen auf wundersame Weise viele Musikstile, und bleiben sich dennoch in allen Songs treu. Eine wunderbare Vielfalt, welche sich nicht behindert, sondern perfekt ergänzt. Und dann besingen sie mit Matilda noch einen meiner Lieblingsfilme. Viel mehr geht kaum.

Anspieltipps:

Fitzpleasure, und die aktuelle Single Breezeblocks. Einer meiner Geheimfavoriten ist auch Taro.

Das komplette Album gibts hier als Stream:

Alt-J waren gerade übrigens mit Two Door Cinema Club auf Tour, die nächsten (Haupt-)Konzerte in Deutschland sind Anfang 2012 (in Köln versuche ich selbst dabei zu sein, anyone else?):

21.02.2013 Hamburg, Uebel & Gefaehrlich
22.02,2013 Köln, Gloria
23.02.2013 Berlin, Postbahnof

Enjoy!

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Robyn live in Offenbach (Capitol)

März 9, 2011 3 Kommentare

Irgendwie sollte das wohl nicht so recht sein, mit uns und Robyn. Das Konzert im September ausgefallen, schließlich verschoben – ausgerechnet auf Rosenmontag, schließlich noch vom Frankfurter Mousonturm ins Offenbacher Capitol verlegt – und dann, als es endlich soweit war, stecken wir im Zugchaos fest. Das kurze Review zum Robyn-Auftritt im Rhein-Main-Gebiet.

Blick aus der letzten Reihe ,)

Es ist früher Abend als sich zwei 13-Jährige in genau DER S-Bahn-Station, die dem Capitol am nächsten liegt, einen sowohl dummen als auch unverzeihlichen Jugendspaß erlauben – und damit den kompletten Rhein-Main-Bahnverkehr zum Erliegen bringen. Dummerweise ist genau zu diesem Zeitpunkt für viele Feierfreudige hackedichte Wahnsinnige Rosenmontagsschluss – und die Bahnhöfe füllen sich, und füllen sich.

Wir mittendrin, und noch lange nichtsahnend vom Unglück in Offenbach. Es ist kurz nach 19 Uhr, alle Züge sind verspätet, aber laut Durchsagen kommen sie „…in 10, 20, 30 Minuten“. „delayed„, wohin man schaute.  Es ist 20:30 Uhr, als wir überlegen, wieder den Heimweg anzutreten: Wir sind durchfroren, angewidert von Jecken & Narren, und wissen, dass die Bahn noch eine Stunde Fahrzeit hat – bei einem Konzertbeginn um 21 Uhr. (Einlass: 20 Uhr.) Gegen 21 Uhr erreicht eine S-Bahn den Bahnhof, binnen Sekunden ist sie voller voller Menschen. Weil es diese nicht schaffen, die Türen zu schließen, hält die Bahn immer wieder an, wir verspäten uns weiter. Erst gegen 22.15 Uhr sind wir in Offenbach, 10 Minuten später im Capitol – einer wirklich tollen Location, wenn auch leider nicht so klein wie der Mousonturm. Hier ist die 31-jährige Robyn nach zwei (!) Support-Acts schon dran mit ihrem ersten Song. Schnell Jacken zur Garderobe und rein ins Getümmel. Rein ins Getümmel heißt hier: In der letzten Reihe stehen, weil alles andere so voll ist, dass wir nicht durchkommen. Doch wir haben Glück: Wir stehen auf einer Erhebung, und können zumindest alles sehr gut sehen.

Dass der Abend schließlich nicht völlig in die Hose geht, ist ganz allein einer Person zu verdanken: Robyn. Sie schafft es, mich schon mit dem ersten Song, den wir richtig mitbekommen, völlig zu begeistern: Ihr großer Hit Dancing on my own – noch explosiver als schon auf Platte. Robyn singt, tanzt wie eine Wilde, ist mitreißend und dabei so lässig. Strahlend, voller Energie, mit unglaublich viel Leidenschaft auf der Bühne. Beats, Beats, Beats! Alles auf 15cm-Highheels. Umwerfend. Mir schiesst schon nach wenigen Songs der Gedanke durch den Kopf, dass man Robyn sicher nie wieder in solch kleinen Locations sehen wird: Sie ist zu gut, zuviel Popstar, zu perfekt. Umso schöner, dass wir sie hier in – einigermaßen – gemütlicher, intimer Atmosphäre noch sehen konnten. Umso trauriger, dass wir erst so richtig gegen Ende warm werden, so paar Warmup-Bands sind schon toll…

Die Stimmung im Capitol ist übrigens gut: Es wird viel mitgesungen, getanzt und begeistert mitgewippt – sowohl bei den neuen Tracks, als auch natürlich beim großen alten Hit „with every heartbeat„. (Hier ein – qualitativ leider schlechtes -Fan-Video von unserem Konzert, voller Energie, vor allem so ab 3:30min.)

Ob das wunderschöne Hang with me oder der Ohrwurmfaktor stars 4ever: Jeder Song passt an seine Stelle, es gibt keinen Leerlauf, keine Hänger. Das Konzert ist phantastisch, Robyn ist „awesome“, wie soviele youtube-User zu Recht meinen. Schade, dass wir den Abend nicht in voller Länge genießen konnten, doch sollte dieser Abstrich nicht auf Kosten von Robyn gehen. Zwei Kritikpunkte gibt es dann doch noch: 1) Liebe Konzertverstanstalter (Intro!), bitte verkauft doch etwas weniger Karten, so dass man sich noch bewegen kann und legt das Konzert entweder aufs Wochenende, oder so früh, dass man mit der Bahn noch nach Hause kommt. 2) Liebe Robyn, beim nächsten Mal aber bitte mindestens 2 Stunden Vollgas! – Tolles Konzert, jederzeit wieder. Dann aber hoffentlich ohne unsere Robyn-Komplikationen.

Die Top-Alben des Jahres 2010

Dezember 22, 2010 7 Kommentare

In den letzten Tagen und Wochen konnte man ja nun wirklich auf nahezu jeder Seite, die sich mit Musik beschäftigt, die Jahresbestenlisten lesen, hören, diskutieren, bestaunen oder bewundern. Da möchte ich natürlich nicht fehlen, und präsentiere hier nun auch schon vor Weihnachten meine Alben des Jahres 2010.

Ich habe mich schwer getan mit dieser Liste. Im Gegensatz zu manch anderer Meinung bin ich mit dem Musik-Jahr 2010 mehr als zufrieden. Insgesamt habe ich fast 500 (!) verschiedene Alben gehört, oder zumindest angehört. (Dank Last.fm kann man sowas auch schön nachschauen, ohne dies irgendwie mitzuzählen…^^). Das ist eine riesige, und kaum zu fassende Anzahl – und dennoch ist dies nur ein Bruchteil der releasten Alben im Jahre, daher kann und will ich auch nur ganz persönlich beurteilen und bewerten. Alles andere würde auch nicht dem Sinn einer völlig subjektiven Liste gerecht werden.

Beim Erstellen der Liste ist mir klar geworden, dass ich, obwohl es viel tolle Musik gab,  weder einen ultimativen Song im Kopf habe, geschweige denn ein Album, welches alles überragt. Es gab und gibt kein Album 2010, was sich erheblich absetzt, und nur so kann man auch meine Top 30 hier verstehen, da viele Platzierungen letztlich willkürlich sind, aber ich hoffe insgesamt ein grobes Bild meines Jahres abzugeben. Bewertet habe ich nach a) persönlichem Geschmack, b) Häufigkeit des Hörens (Last.fm!) und c) dem qualitativen Anspruch an die Musik (insbesondere der Leistung, evtl. etwas völlig Neues zu wagen). Dabei fallen natürlich auch Alben heraus, die grundsätzlich gelungen sind, beispielsweise Jamie Lidells „Compass“, Massive Attacks „Heligoland“ oder auch Tocotronics „Schall und Wahn“, aber letztlich hats für die vorderen Plätze nicht gereicht. (Hoffentlich hab ich nicht allzuviel vergessen 😉 )

Das meistgehörte Album in reiner Titelanzahl bei mir war übrigens The XX mit XX. Das ist aber Ende 2009 herausgekommen und fällt damit natürlich durchs Sieb.

Jetzt aber genug gelabert, viel Spaß mit meiner Jahresabschlussliste!

 

Plätze 30-21:


30. Super Flu – Heimatmelodien

29. Yeasayer – Odd blood

28. Vampire Weekend – Contra

27. Twin Shadow – Forget

26. Kanye West – My Beautiful Dark Twisted Fantasy

25. Goldfrapp – Head First

24. The Divine Comedy – Bang Goes The Knighthood

23. Hundreds – Hundreds

22. Aufgang – Aufgang

21. Two doors cinema club – Tourist History

 

Plätze 20-11:


20. Delphic – Acolyte

Indie trifft Rave. Alles schon gehabt, aber irgendwie doch ganz gut. Live eine Bank! Tipp: Doubt

19. Deerhunter – Halcyon Digest

Ambient Punk sagen sie selbst. Was auch immer das heißen soll. Empfehlenswert! Tipp: Helicopter

18. Mount Kimbie – Crooks & Lovers

Mein liebstes Dub-Album des Jahres. Äußerst gelungen, bis aufs Cover. Tipp: Before i move off.

17. The National – High Violet

Die schönste Bariton-Stimme des Jahres. Geheimtipp, der gar kein Geheimtipp ist. Tipp: Sorrow

16. Mumford & Sons – Sigh No More

Folk at its best. Wunderbarer Sound. Das ganze Album immer wieder von vorne. Tipp: Little lion man

15. Chilly Gonzales – Ivory Tower

Meine große Überraschung: Piano, Piano, Piano. Dazu angenehme Stimme. Tipp: The Grudge

14. Shout Out Louds – Work

Die Indie-Gute-Laune-Rocker für mich schlechthin in diesem Sommer. Tipp: Fall Hard

13. Gisbert zu Knyphausen – Hurra! Hurra! So nicht.

Bestes deutschsprachiges Album 2010, ja, auch vor den Fotos. Tipp: Kräne

12.  Hot Chip – One Life Stand

Gnadenlos gute Liveband, Album nur unmerklich schlechter. Tipp: zB. I feel better.

11. Joanna Newsom – Have One on Me

Eine Frau, eine Harfe, und unglaubliche Musikwelten. Ihre Stimme muss man aber mögen. Tipp: Good Intentions Paving Company

Plätze 10-1:

10. Trentemoeller – Into The Great Wide Yonder

Anders Trentemoeller hatte ein Problem: Wie ein Jahrzehnt-Meisterwerk toppen? Das 2006er Werk „Last Resort“ zählt zu den größten Ereignissen der nuller Jahre. Geht nicht, dachte der Däne zurecht und brachte nun eine völlig andere Art des Pop-Songs auf sein neues Album. Das kann erwartungsgemäß nicht an den Vorgänger heranreichen, besticht aber dennoch durch tolle Tracks, die ein bisschen einsam, ein bisschen traurig sind, aber den Platz in meinen Top 10 definitiv verdient haben.

Anspieltipps:

Tide & …even though you’re with another girl

 

 

 

9. Robyn – Body Talk

Manch einer wird verdutzt schauen, was macht Robyn hier? Nun ja, in der Tat ist dies kein unglaubliches Werk, aber die junge Schwedin ist für mich die Pop-Diva des Jahres. Ke$ha, Lady Gaga und co können hier einpacken, denn so klingt weiblicher Pop 2010. Die Body Talk-Reihe verdient auch aufgrund ihrer drei (!) Alben übers Jahr verteilt dann auch schließlich hier mindestens einen Platz, weil sich auf den 3 EPs doch viele tolle Popsongs verbergen, und zwar sowohl Mainstream-Radio-tauglich, als auch für den Club oder zuhause. Ein Lob nach Stockholm, der Live-Besuch steht noch aus.

Anspieltipp:

Hang with me. (acoustic)

 

 

 

8. Röyksopp – Senior

Im August schrieb ich: „Röyksopp back to the roots: Ohne Gesang, zurück zum melancholischen instrumentalen Wahnsinn. Sehr atmosphärisch, sehr düster, traumhaft schön. Ein bisschen Jean Michael Jarre auf skandinavisch.“ Dies kann ich auch ein halbes Jahr so noch stehen lassen: Es ist dieser intrumentale Wahnsinn, der sich auch erst nach und nach erschließt, aber im Gesamten ein großartiges Album ergibt. Hat mir viele tolle Stunden Beistand geleistet. Es ist düster und doch zum Davonschweben. Größer als der Happy-Vorgänger „Junior“.

Anspieltipps:

The alcoholic & The drug

 

 

 

7. Jónsi – Go

Sigur Ròs-Sänger Jónsi auf Solopfaden. Anfangs fehlte mir das Düstere, was die isländische Band so besonders macht, dieses dunkle. Aber Jónsis fröhliches Album ist dann doch richtig gelungen, es sind Songs, die mitreißend und fesselnd sind. Vor allem live wurde aus diesem Album ein umwerfendes Werk: Zweimal gesehen in 2010, zweimal verzaubert. Besonders als Gesamtkonzeption mit der visuellen Gestaltung eins der positiven Beispiele für Frontmänner solo: Hey, es geht doch! (Übrigens gibts seit Anfang Dezember ein Live-Album der Tour, was genauso empfehlenswert ist!)

Anspieltipps:

Boy Lilikoi & Tornado

 

 

 

6. Four Tet – There Is Love In You

Kieran Hebden alias Four Tet ist einer der umtriebigsten Künstler der elektronischen Szene, irgendwie hat man das Gefühl, dass er fast überall seine Hände im Spiel hat. Mit „There is Love in you“ gelingt ihm ein phantastisches Album, was in nur wenigen Rückblicken fehlt. Es ist Musik für die Couch, aber auch für die Festivals, bei denen er großartige Livesets spielt. Es sind diese Melodien, die einen nicht mehr loslassen. Ganz großes Werk.

Anspieltipps:

Angel Echoes & Plastic People

 

 

 

 

5. Broken Bells – Broken Bells

Über das gemeinsame Projekt von Danger Mouse aka Brian Burton und den The Shins-Sänger James Mercer ist vieles gesagt wordem, und eigentlich ist alles gesagt: Herausgekommen ist ein perfektes Album mit einer ganzen Menge von schönen Liedern. Bin etwas verliebt in dieses Album, und die Top 3 hat es auch nur verpasst, weil es hier nicht wirklich Neues gibt. Burton als musikalisches Genie, dazu die tolle Stimme von Mercer: Passt. Live im Sonnenuntergang gesehen, und dahingeschmolzen. Wunderbar.

Anspieltipps:

Song 1-10. Aber besonders: The High Road

 


 

 

4. Gorillaz – Plastic Beach

Die Gorillaz hatte ich anfang des Jahres ganz sicher nicht auf meinem Schirm, und das Album bietet auch sicher nicht viel Neues, aber bei insgesamt 16 Tracks gabs halt doch so manchen Hit, und irgendwie hat das Album mich nach und nach voll überzeugt. Braucht etwas Zeit, dann kriegt man die Melodien nicht mehr aus dem Kopf. Damon Albarn macht seinem Ruf des Genies wieder mal alle Ehre. Spätestens im Herbst nach der BBC1-Livesession hatte es mich gepackt.

Anspieltipps:

On a melancholy hill & stylo

 

 

 

 

3. Arcade Fire – The Suburbs

„The Suburbs“ besonders toll zu finden war 2010 nicht so schwierig: Das dritte Arcade Fire-Album war sicherlich DAS Konsens-Album des Jahres. Und zu gutem Recht: Das Album und seine 16 Songs sind unglaublich vielfältig, reif, und klingen dabei auch noch so verdammt gut. Man möchte Meisterwerk schreien. Ja, wenn denn die Vorgänger nicht genauso gut (oder besser) wären. Alleine für die Entdeckung von „Funeral“ muss ich „The suburbs“ danken. Auch sonst bleibt ein verdienter Platz auf dem Treppchen: Was für eine wundervolle Band! (Hoffentlich wird sie nicht zum verheizten Stadion-Act!)

Anspieltipps:

Ready for start & Sprawl II (Mountains beyond mountains)

 

 

 

2. Pantha du Prince – Black Noise

Hendrik Weber ging für dieses Album in die Berge und nahm allerlei mögliche Töne auf. Diese hat er dann in aufwendiger Arbeit zu Tracks verbastelt und versampelt und damit das vielleicht experimentellste Techno-Album des Jahres veröffentlicht. Diese Tracks nehmen einen mit auf eine Reise, es ist ein bisschen Kopfkino, wenn diese Platte bei mir läuft. Es sind Sonderlichkeiten und Besonderheiten, die dieses Album absolut hörenswert machen. Und vielleicht weil es kein gewöhnliches Club-Album ist, und mit sovielen Facetten daherkommt, hat es mich im Sturm erobert. Schon früh deutet sich an, dass es weit oben laden würde.

Anspieltipps: Welt am Draht & Stick to my side

 

 

 

1. Caribou – Swim


Ich habe lange gegrübelt ob der tatsächlichen Nummer 1. Fast jedes Album innerhalb der Top 10 lag mal vorne, selbst Joana Newsoms Welten waren für einen Platz 1 wie geschaffen. Aber: Was bleibt wirklich von diesem Jahr? Was bleibt hängen? Und im Endeffekt geht dann bei mir kein Weg vorbei an Daniel Snaiths Projekt Caribou und seinem zweiten Album „Swim“. Im Februar in meinem Player gelandet, im April Album des Monats, neuer Hochschwung nach einem Konzert im Juni, und am Ende des Jahres nochmal ein Konzert in Deutschland plus das Remix-Album mit tollen Remixen von Koze bis Holden, von Junior Boys bis Gold Panda. „Swim“ hat mich über das ganze Jahr begeistert, mal mehr, mal weniger. Aber schon für den Versuch des Experimentes Popsongs durch die Geräuschemaschinerie zu drehen ist Platz 1 verdient. Snaith packt hier in kaum zu greifende Klangwelten völlig unterschiedliche Genres wild zusammen, steht immer ein bisschen zwischen Wahnsinn und Genie. „Odessa“ und „sun“ kannte am Ende des Jahres fast jeder Musikbegeisterte, Tracks wie „Kaili“ ließen ein bisschen die 90er Jahre aufleben, während „Hannibal“ wieder nah dran an House ist, war bei „Lalibela“ fast schon Ambient erreicht (mit den wiederkehrenden Vocals aus „Kaili“, groß!). Spannungsreichtum, facettenreich und live gewaltig. Nachteilig wirkt sich aus, dass manchmal hier schon zuviel gewollt wird, und es teilweise arg in psychodelische Hippie-Musik verfällt, aber selbst das kann ich bei der Menge an Hits verkraften. Ob verdient oder nicht, Herzlichen Glückwunsch an Daniel Snaith für Platz 1 in meiner Jahresbestenliste.

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Bei Vinyl Galore gibts die Top of the Blogs-Aktion mit den top10-gekürten Siegern. Auch eine tolle Liste, ein Blick lohnt sich.

Robyn live at iheartRadio

Oktober 17, 2010 Hinterlasse einen Kommentar

Vor gut 2 Monaten war ich ziemlich enttäuscht von Robyn: Sie ließ ihre Deutschlandkonzerte canceln – aufgrund von „wichtigen Promoterminen in den USA.“ Fans und Musikbegeisterte waren also weniger wert als irgendwelche Werbeauftritte. Es war mal wieder ein deutliches Zeichen dafür, wie das Musikbusiness tickt. Andererseits: Die Konzerte sollen nachgeholt werden, unsere Karten behalten ihre Gültigkeit – und wer würde es einem aufstrebenden Star wohl verübeln, seine Karriere richtig zu vermarkten? Trotzdem ärgerlich.

Umso toller, dass Robyn nun die Musikwelt mit einigen Live-Videos verzaubert. Zu Gast war sie bei der amerikanischen Radiostation iheartRadio, mit eigenen Songs aus dem aktuellen 3-CD-Album „Body Talk“, älteren Songs und auch Covertracks. Davon gibts nun einige im Netz zu finden.

Lady Gaga? Shakira? Kesha? Justin Bieber? Vergesst sie alle!

Robyn ist für mich die Grand Dame des modernen Pops. Ein Popstar, der auch tatsächlich gut singen kann, und eine der ganz wenigen, die live fast noch besser sind als im Studio. Hörts Euch an!

Robyn – Hang with me (aktuelle Single)

Robyn – Try Sleeping With A Broken Heart“ (Alicia Keys Cover, welches mir fast besser gefällt als das Original.)

Robyn – With every heartbeat

Robyn – Dancing on my own

Empfehlenswert ist auch Robyns Soundcloud-Account, auf dem sie immer wieder neue Songs präsentiert.

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Die Lieblingsplatten im April

Mai 2, 2010 2 Kommentare

Am Ende des Monats (diesmal leider etwas verspätet) wieder meine Lieblingsplatten der vergangenen Wochen, wie immer eine bunte Mischung zwischen Pop, Rock und elektronischer Musik. Heute mit einem Londoner, einem New Yorker, einem deutschen Duo aus Berlin, Indie-Rockern aus Kanada, einem Quintett aus Oxford und schließlich noch einem Wiesbadener.

Caribou - Swim

Habt ihr das auch manchmal? Ihr habt ein neues Album, es verschwindet erstmal aus dem Sinn und einige Zeit später erweist es sich als tolles Ding. So ists mir hier mit Daniel Victor Snaiths (alias Caribou) Album „Swim“ ergangen: Der neue Kritikerliebling (Spex, Intro und co (sogar die Groove!) schrieben Lobeyhymnen) legt hier aber auch wirklich eine klasse LP vor. Eingängig, tanzbar, Musik für die Sonnentage. Der Sound immer ein bisschen dreckig, doch immer absolut entspannt. Klanglich ist hier so ziemlich alles Vorstellbare gesampelt, da wundert man sich doch immer wieder, welch Klänge da aus den Boxen ertönen.

Insgesamt tolles Album, irgendwo zwischen Pop und Clubmusik.

Anspieltipp ist direkt der Opener: Odessa!

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LCD Soundsystem - This is happening

James Murphy aus New York war schon mit diversen Produktionen bekannt, bevor er mit seinem elektronischen Projekt LCD Soundsystem die Welt begeisterte. Mit „This is happening“ legt er das dritte (und letzte!) LCD-Album vor – und geht damit im Sommer auf Tour! Das Album ist wie auch der Vorgänger „Silver Surfer“ gelungen, nein vielmehr gefällt es mir sogar besser. Die Tracks sind für sich alleine super, wirken aber auch komplettes Album gut. Aufsehen errregte schon vor einigen Wochen das Video zu „Drunk Girls„, der vermutlich ersten Single. Murphy macht hier elektronische Musik in einer sehr poppigen Art: Dance, ein bisschen Punk, viel Pop und viel Crazyness. Ich finds großartig!

Anspieltipp: You wanted a Hit.

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Booka Shade - More!

Brauch man Booka Shade noch vorstellen? Dieses deutsche Duo, welches mittlerweile bei Auftritten überall in der ganzen Welt für Ausnahmezustand sorgt (z.B. hier!). Kaum. Auf ihrem nun vierten Longplayer „More!“ machen sie eigentlich nur damit weiter, was sie am besten können: Perfekte durchproduzierte, auf Hit gebürstete Housetracks der ganz eigenen Marke Booka Shade. Da hätten wir z.B. „Teenage Spaceman“: Das macht Spaß, das geht immer und ist vor allem Live auf OpenAirs/Festivals im Sommer sicher wieder ein Dauerbrenner. Das darf man Booka Shade auch nicht zum Vorwurf machen, dieses Album ist wirklich wieder sehr gut geworden.

Ein weiterer Anspieltipp wäre auch „Regenerate„. Sehr schön!

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Broken Social Scene - Forgiveness Rock Records

Puh! Broken Social Scene, ein elfköpfiges(!) Ensemble aus Toronto, hauen hier mit ihrem neuen Longplayer „Forgiveness Rock Records“ eines dieser Alben raus, die man erstmal 4-5 mal hören muss, bis einem so nach und nach erst der ganze (positive) Wahnsinn aufgeht. Indie Rock? Vielleicht! Aber auch Songwriting in seiner aktuellen Perfektion. Variabel von eingängig seichten Song wie „All to all“ bis zum tanzbar, rockigen „Meet me at the basement“ (hier live, schauts Euch an!).  Das alles ist richtig gut, mutig und modern und verdient jegliche Beachtung! Anhören!

Anspieltipp wäre das ganze Album, aber dieser Liveauftritt bei David Letterman mit „Forced to Love“ ist super!

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Foals - Total Life Forever

Hier hab ich länger überlegt, ob ich dieses Album hier mit reinnehme, es hätte auch andere Möglichkeiten gegeben. Aber irgendwie mag ich das zweite Album „Total Life Forever“ von den Foals. Es ist ruhiger geworden, ganz klar. Irgendwie langsam, um dann am Ende richtig toll zu werden: „Spanish Sahara“ ist so ein Song, ruhig, fast melancholös und dann nahezu minutenlanges Crescendo bis zum Ende. „Total Life Forever“ ist eine LP, welches man auch in vielerlei Hinsicht kritisieren könnte: manchmal zu langatmig, dann wieder zuviele Anleihen bei anderen Bands. Aber mal alles vergessen: Gutes Ding, das schwierige zweite Album geschafft.

Anspieltipp: „This Orient“ oder mein persönlicher Fav-Track „After Glow“, leider hier nur als Sample bisher.

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Gisbert zu Knyphausen . Hurra! Hurra! So nicht.

Zum Schluss dann noch etwas völlig anderes: Eine Empfehlung für alle Fans von deutscher Musik, von deutschen Singer/Songwriter-Musik. Den Mann mit dem lustigsten Namen der Musiklandschaft hat ein neues Album herausgebracht: Gisbert Wilhelm Enno Freiherr zu Innhausen und Knyphausen. Mit seinem ersten Album machte er sich 2008 viele Freunde, ich habe ihn erst durch TV-Noir entdeckt und seine neue LP „Hurra! Hurra! So nicht.“ gefällt auf Anhieb. Ein Mann, eine Gitarre, vielschichtige deutsche Texte und eine starke, wiedererkennbare Stimme: Mehr braucht es nicht für diese elf Songs. Es ist Musik zum Zuhören, zum darüber Nachdenken. Es ist doch auch schön, dass wir auch in Deutschland richtig gute Songwriter haben.

Anspieltipp: Der großartige Song „Kräne„, der so unglaublich wahr ist: „Ich denke und denke wie immer viel zu viel. Immer ist da irgendetwas,  das mich einlullt & mich lähmt“.

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Das war für den Monat April mit meinen Lieblingsplatten. Ich freue mich schon auf den Mai, der ja bekanntlich alles neu macht. Und zumindest ist da mit dem neuen Trentemøller-Album schon ganz sicher für ein tolles Album gesorgt.

Ach ja, den ersten Track von den neuen Trentemøller-Stücken gibts ja auch schon – und ist wunderschön, wie nicht anders zu erwarten: Sycamore Feeling (Trentemøller Remix)

Einen anderen Remix möchte ich Euch auch noch mit auf den Weg geben: Dixon hat die wunderbare Lykke Li geremixt: Dance Dance Dance kann man da nur sagen.

Viel Spaß beim Hören und Entdecken!

Depeche Mode – Live in Düsseldorf

Februar 28, 2010 1 Kommentar

Mit zwei Konzerten vor insgesamt über 100.000 Zuschauern haben Depeche Mode in der Düsseldorfer Esprit-Arena am Samstagabend ihre Welttournee beendet. Und wir waren beim letzten Konzert der Tour am Samstagabend dabei. Weit über 1,5 Jahre hatten wir nun die Tickets schon, das Konzert im Juni ’09 war wegen einer Erkrankung von Dave Gahan verschoben worden. Eine lange Zeit – die vor allem eine Menge Vorfreude, aber auch eine hohe Erwartung aufbaut.

Zum ersten Mal hatten wir vorher gekaufte „Front-of-Stage-Tickets“: Super Sache! Kein stundenlanges Warten im Innenraum, erst 20 Minuten vor Konzertbeginn waren wir an unserem Platz. Und dann gabs knappe 2 Stunden Depeche Mode, knappe 2 Stunden besten Synthie-Pop, knappe 2 Stunden einen Mix aus den verschiedenen Dekaden der Band.

Mit „In Chains„, „Wrong“ und „Hole to Feed“ stand der Beginn des Konzertes ganz im Zeichen der neuesten Platte Sound of the Universe. Interessanterweise haben sie im weiteren Verlauf aber auf andere tolle Tracks des Albums wie meinen persönlichen Lieblingssong  „Peace“ verzichtet.

Klanglich war das ganze – zumindest dort wo wir waren – einwandfrei, und so wie es sich für ein Konzert dieser Größenordnung auch gehört! Das ist einfach Standard, und wenn es weniger/schlechter wäre, müsste man bei Kartenpreisen von 80 € auch gehörig meckern. Nicht beklagen, aber auch nicht überaus loben kann ich die Inszenierung des Konzertes: Licht, LED-Wände, Visuals und Animationen waren gut, aber nicht herausragend. Da hat man meines Erachtens schon Besseres gesehen (z.B. ebenfalls in dieser Arena: Genesis mit ihrer großen Tour 2007!), vor allem weil mir persönlich etwas der roter Faden im Konzept fehlte. (Dazu muss man eingestehen: Die Konzerttechnik ist mit den LED-Wänden aktuell auf einem Topniveau, und dort ist sie seit einigen Jahren. Ich bin verwöhnt. Da muss man schon zu Mitteln wie Muse greifen, um den Besuchern noch wirklich etwas Neues zu bieten.) Ingesamt war das aber doch alles ganz nett anzuschauen, einige Aufnahmen dazu:

Dave Gahan

Zu Beginn

Bei Precious

Aber natürlich geht es auch auf einem DM-Konzert vor allem um die Musik, und die war selbstverständlich großartig. Egal ob es die oben schon erwähnten neuen Stücke waren, Klassiker wie „I feel you“ oder Highlights wie das denkwürdige „Personal Jesus“. Im Grunde genommen ist jeder Depeche Mode-Song eine Offenbarung, besonders live, wenn Dave Gahan seine unglaubliche Bühnenpräsenz ausspielen kann wie kaum ein Anderer. Selbst wenn er eigentlich gar nichts macht, ist seine Körpersprache und Mimik unglaublich. Die Musik erreicht besonders in diesen Augenblicken eine grandiose Tiefe, wie man das nur selten bei solchen großen Bands erlebt.

Leider wirkte Gahan gestern Abend etwas müde, seine Show war nur manchmal mitreißend, der Steg in die Fans wurde selten genutzt. Vielleicht ist auch er nach 9 Monaten ständigem Touren durch die ganze Welt an einem Punkt der Erschöpfung angekommen. (Die Interaktion mit den Fans war daher nicht herausragend, ich erinner mich zB daran, wie Phil Collins das ganze Stadion unterhielt mit Witzen auf Deutsch, oder wie Sting das Oberrangpublikum animierte.) Dies wirkte aber nur bedingt negativ, weil die Songs von den 4 Musikern (ja, 4, weil neben Martin Gore und Andrew Fletcher  während der Tour 2 weitere Musiker mit auf der Bühne waren) toll gespielt wurden – und über solches Interaktionsgeplänkel leicht weggesehen werden darf 😉

Die komplette Setlist war insgesamt große Klasse, doch hätte ich mir hier wirklich eine etwas größere Bandbreite erhofft. So tauchten einige meiner Favoriten (wie „master and servant“ , „Everything Counts“ etc.) gar nicht auf. Überraschend dagegen kurz vor Ende: „Photographic“, wunderschön. Richtig toll auch: „Precious“, „I Feel you“ oder „Enjoy the silence“: (Video geht knapp 7 Minuten, gefilmt von meinem Platz. Leider etwas laut, Tonstörungen…)

Martin Gore mal beim Singen

Besondere Highlights für mich waren die emotionalen Songs von Martin Gore, der zwar nicht die markante Stimme Gahans hat, aber dafür eigentlich noch besser singen kann, was er hier wunderbar unter Beweis stellte. Gänsehautatmosphäre zum Beispiel hier bei „Somebody“:

Am Ende gabs noch eine ziemlich tolle Fan-Aktion, zu der sich Depeche Mode leider nicht äußerten. Überhaupt war am Ende leider alles recht schnell rum, und es gab keine weiteren Zugaben, auch wenn die Fans hier vergeblich auf  Waiting for the night warteten (Just can’t get enough hätte sich auch angeboten…). Aber die 5 Minuten vorher hatten es in sich: Dankesrede, Fanaktion, „Personal Jesus“ und viele Emotionen auf der Bühne. Blick von der Bühne auf die „Come Back“-Aktion (photographiert von der Leinwand, daher so pixelig!):

Die ganze Aktion komplett mit dem sensationellen Personal Jesus kann man sich hier anschauen.

Fazit: Ich hab persönlich schon bessere, oder mitreißendere Konzerte gesehen und erlebt, aber insgesamt gesehen war es ein großartiger Live-Abend, eine tolle Band und auch eine schöne Stimmung im Stadion. Da kann ich nur sagen: „Come back, Depeche Mode!“

PS: Wiedermal sehr viel Stau nach Konzertende. Jedes Mal in Düsseldorf das gleiche Problem. Verstehe nicht, warum man dies nicht besser lösen kann. Frustrierend –  gerade nach einem solchen schönen Abend.

CDs im Oktober

Oktober 30, 2008 1 Kommentar

Eine neue Kategorie ensteht. Einmal im Monat werd ich versuchen einige neue CDs vorstellen. Voraussetzung ist natürlich, dass ich Zeit hab darüber zu berichten und im Vorfeld entsprechende Alben auch anzuhören… 😉 und im Oktober hab ich viel Musik gehört – vor allem querbeet durch die Genres.  Diesmal dabei: RocknRoll aus Australien, Party-Techno-Hiphop aus Hamburg, sanfter deutscher Pop, Elektronischem Rockpop aus Dresden, nem ruhigen Mike Skinner aus London und ein Technosoundtrack aus Berlin. Los gehts… [btw. Ein Klick auf die Überschriften lohnt sich, sei beim ersten Mal gesagt! Have fun ,) ]

AC/DC – Black Ice

Das neue ACDC-Album ist da. Direkt auf Platz 1 und die Tour innerhalb Minuten (!) ausverkauft. ACDC – da denkt man eigentlich direkt an richtigen deftigen Rock. Und danach stellt sich auch die einzige Frage: Rummst das neue Album auch noch im hohen Alter der Bandmitglieder genauso wie frühere Alben? Die Frage ist eindeutig mit JA zu beantworten. Vielmehr brauch man auch nicht zu sagen, das Ding rockt, und es klingt immer noch nach genau jenem Sound, der die Band groß gemacht hat. Anspieltipps: „war machine“ und das Titelstück „Black Ice“. 7 von 10 Gitarren.

Deichkind – Arbeit nervt

(Quelle: Intro.de)

Deichkind. Was wurde über die Hamburger Jungs nicht schon alles geschrieben. Ihre neue Platte – tja, großes durfte man auch da nicht erwarten. Remmidemmi-Beats, und dazu spassige Texte – zumindest der Versuch. Es gibt sie aber wirklich, die lustigen Tracks auf dem Album: „Ich und mein Computer“ lässt jeden Nerd grinsen, und auch das an sich pöpelnde „Arbeit nervt“ ist letztlich ironisch witzig, wenn auch auch übertrieben deftig. Es bleibt dabei: Zuhause kann man sich davon kaum 2 Songs in Folge anhören ohne verrückt zu werden. Live sicherlich wieder ein absolutes Spektakel! Noch kranker, aber nicht wirklich besser. Anspieltipp neben „ich und mein Computer“ ist eindeutig: „Luftbahn“, einziges wirklich gefälliges Stück. Na dann prost: 4 von 10  Zitzen.

now-on.at)

(Quelle: now-on.at)

PeterLicht – Melancholie und Gesellschaft

Wow. PeterLicht kannte man früher zum Großteil eigentlich nur vom genialen Ohrwurm „Sonnendeck“. Und nun dieses neue Album. Mit dem Titel „Melancholie und Gesellschaft“ ist auch auf den Punkt genau gesagt, worum es geht. In zehn Songs gelingt Licht nicht weniger als ein Porträt des Menschen in der Konsumgesellschaft von Heute. Tolle Musik, grandiose Balladen. Meine meistgehörte Platte der vergangenen Wochen. Die Titel gehen ins Ohr, bleiben hängen. Die Texte sind kritisch, schön, schwierig, einsam, und vieles mehr. Definitiv das beste und schönste, was ich seit langem an intelligentem Deutsch-Pop gehört habe. (Ärger mich tierisch, ihn aufm Melt! verpasst zu haben…!) Alle Songs sind irgendwie toll, aber mein Anspieltipp ist: „Räume räumen“. 9 von 10 Lichtern.

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Polarkreis 18 – The colour of snow

Und gleich noch eine wundervolle CD hinterher. Polarkreis18 ist eine meiner Lieblingsbands, seit ich ihr erstes selbstbetiteltes Album Anfang 2007 hörte und sie dann im Sommer live sah… Nun folgt das 2. Album der Dresdner und man merkt schon bei den ersten Tönen, dass sich viel verändert hat. Ein großer Plattenvertrag und entsprechende Produktionsmöglichkeiten machen hier schon etwas ganz anderes möglich (zb. Das Babelsberger Filmorchester ist bei vielen Liedern dabei…). Das ganze Album hat einen enormen akkustisch aufgeladenen Klang, wenig wird dem Zufall überlassen. Aber genau deshalb sind die meisten Stücke darauf auch so gut. Wunderbar möchte man sagen, ein bisschen Kitsch darf sein, und der Rest ist ausschließlich gute Musik. Anspieltipps neben der Hitsingle „Allein Allein“ sind „Prisoner“, „The colour of snow“ and „happy go lucky“. 8,5 von 10 Eisbären.

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The Streets – everything is borrowed

hulza und HipHop. Geht eigentlich gar nicht. Aber 2006 kam Mike Skinner und zeigte mir aufm Melt!, das HipHop richtig gut sein kann, und im Idealfall (wie dort!) richtig viel Spass macht. Skinner macht diese Art von Rap, die einfach ins Blut geht, wie man so schön sagt. Musik, die man jederzeit genießen kann, und auch gerne wieder hört. Das neue Album ist jedoch ganz anders, viel melancholischer. Dies ist aber nicht unbedingt schlecht – weg vom Spass-rapen bedeutet ja nicht unbedingt schlechte Musik: Im Gegenteil, Skinners neues Album gefällt mir auf eine eigentümliche Art und Weise sehr gut.  Muss man aber selbst gehört haben… Ich werd mich noch etwas mehr reinhören müssen, aber gebe schonmal 7 von 10 Beats. Anspieltipps? Schwer. „Alleged legends“ und „The Escapist“.

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Berlin Calling – Soundtrack von Paul Kalkbrenner (Bpitch Control)

Und zum Schluss noch etwas technoides… Während ich immer noch drauf warte, dass „Berlin Calling“ mal hier im Kino läuft (wohl vergeblich…), gibts immerhin den Soundtrack zum Film schon. Der ist natürlich – wie könnts anders sein – von Hauptdarsteller Paul Kalkbrenner selbst und auf Bpitch-Control erschienen. Auf dem Album sind von Kalkbrenner 10 eigens für den Film produzierte Tracks sowie 5 schon erschienene in neuem Gewand, plus Sascha Funkes wunderbares „Mango“. Beim Hören der Tracks bekomme ich noch mehr Lust auf den Film mit seiner Gestalt ‚Ikarus‘ und bekomme direkt mal wieder Lust auf einen schönen Technoabend. Bedeutet: Album gelungen, schöne ruhige & entspannte Techno-songs. 8 von 10 Trips…

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