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Netzkultur-Tipp 3: Aktion Libero

November 17, 2011 1 Kommentar

Jeden Tag werde ich mit tausenden Links und Artikeln bombadiert, hauptsächlich sind dies aber die immer gleichen „Leitmedien“ und sowieso schon bekannten Blogs. Daher habe ich mich entschlossen, hier öfter mal kleine Projekte und Blogs im Internet vorzustellen, welche mehr Besucher verdient haben. Für Euch als Tipp, aber auch für mich als Erinnerung. Denn Netzkultur ist lebendig, besonders in diesen kleinen, unbekannten Formaten. Teil 3 heute mit einer tollen, groß angelegten Aktion der deutschen Sportblogger, der „Aktion Libero“.

Immer noch – trotz vielfacher andersartiger Äußerungen u.a. von Herrn Zwanziger – spielt offene Homophobie im Fußball eine große Rolle. In den letzten Wochen wurde dies wieder besonders deutlich, als Arne Friedrich sich öffentlich vom „schwul sein“ distanzierte. Auch Ende 2011 scheint es keine Chance für homosexuelle Fußballer zu geben, damit „normal“ zu leben. Es bleiben Vorurteile, tiefgreifende Ressentiments und grundlegende Ablehnung. Was kann man überhaupt dagegen tun? Nun, zumindest klare Meinungen präsentieren und dabei eine positive Haltung zeigen. Genau dies versucht nun die begrüßenswerte Aktion Libero. Sie möchte sich gegen das intolerante Klima in Deutschland stellen, dieses sensibilisieren und gibt ein deutliches Statement dazu ab:

„Ein Spiel dauert neunzig Minuten. Zumindest im besten Fall, für schwule Profifußballer dauert das Versteckspiel ein Leben lang: Keiner wagt es, seine Homosexualität offen zu leben. So schön Fußball auch ist – Ressentiments halten sich in seinem Umfeld hartnäckig.

Ein unerträglicher Zustand! Ob jemand schwul  ist, oder rund, oder grün, das darf keine Rolle spielen. Wir alle sollten ein bisschen besser aufpassen – auf unsere Worte, unser Denken, unsere Taten: Die Freiheit jedes Einzelnen ist immer auch die eigene Freiheit.

Wir schreiben in unseren Blogs über Sport, und unsere Haltung ist eindeutig:
Wir sind gegen Homophobie. Auch im Fußball.“

Nun, ich schreibe hier nie selten über Sport oder meinen geliebten Fußball, aber so ist dieser kaum aus unserem kulturellen Leben wegzudenken (zumindest meinem!), und so kann ich mich der Aktion meiner sportlich bloggenden Kollegen nur zu 100% anschließen. Auch ohne Sportblogger zu sein: Gegen Homophobie. Und dies sollte man vielleicht auch öfter mal sagen. „Libero“ regt zum Nachdenken an, und zu einem bewußteren Umgang. Für diesen Anstoß bin ich der Aktion Libero selbst dankbar. Seit Mittwoch morgen ist die Aktion – nach wochenlanger Geheimniskrämerei – gestartet und seitdem gibt es schon unglaublich viele teilnehmende Sportblogs (manchen dieser Blogs habe ich erst durch diese Aktion kennengelernt!). Unterstützung erfährt das Projekt durch einige Prominente wie z.B. Thees Uhlmann oder Maria Furtwängler.

Viele der Blogger haben sich auch noch neben dem Statement um individuelle Texte bemüht, darunter finden sich viele interessante Gedanken, schöne Worte und gute Interviews, wie hier bei SPOX (wie wichtig das Thema ist, zeigen auch genau die Kommentare unter jenem Interview). @heinzkamke fragt: „Ist das alles?“ und schreibt: „Ich brauche übrigens auch kein anonymes Interview mit einem schwulen oder auch, dann eher nicht anonym, nicht schwulen Fußballspieler, der die möglichen Folgen eines Outings skizziert, um zu wissen, dass da noch verdammt viel im Argen liegt…“. Dem Münchner @Stadtneurotiker ist „das ja egal“  und @freitagsspiel formuliert schön: „Gemein­sam mit Ande­ren zu leben als jemand, der man nicht ist; unter Ande­ren zu sein und gleich­zei­tig auf ele­men­tare Weise alleine zu blei­ben: Eine grö­ßere Ein­sam­keit kann ich mir kaum vor­stel­len. Das fällt mir ein, wenn ich an schwule Pro­fi­fuß­bal­ler denke.“ Auch @LizasWelt hat wieder spannende Ansichten. Ebenso lesenswert: Der Kommentar von @dogfood zur Aktion und der derzeitigen Situation in der NHL.

Die Zeit scheint reif zu sein. Lasst uns eine offene, tolerante Gesellschaft schaffen. Das Netz kann dies schaffen. Ach ja, für Neuigkeiten folgt @AktionLibero.

Noch ein Veranstaltungstipp, an dem ich leider nicht teilnehmen kann: Aktuell ist im Mainzer Bruchwegstadion die Ausstellung „Tatort Stadion“, in der es um Diskriminierung unter Fußball-Fans geht. Und genau heute (!) abend ist eine Diskussionsrunde zum Thema Homophobie.

Netzkultur-Tipp 2: Café und Kuchen

Oktober 21, 2011 Hinterlasse einen Kommentar

Jeden Tag werde ich mit tausenden Links und Artikeln bombadiert, hauptsächlich sind dies aber die immer gleichen „Leitmedien“ und sowieso schon bekannten Blogs. Daher habe ich mich entschlossen, hier öfter mal kleine Projekte und Blogs im Internet vorzustellen, welche mehr Besucher verdient haben. Für Euch als Tipp, aber auch für mich als Erinnerung. Denn Netzkultur ist lebendig, besonders in diesen kleinen, unbekannten Formaten. Teil 2 heute mit „Café und Kuchen“, einem neuen gemeinsamen Blogprojekt zweier Blogger aus Mainz und München.

Photo aus Toms Artisan Bakery, Ireland. (c) Café und Kuchen

Wer guten Kaffee und/oder guten Kuchen mag, steht immer wieder vor der Frage: Wohin? Gerade hier in Mainz sind die Chancen ein wirklich gutes Café zu finden eher mau. Man ist meistens auf den ersten Blick angewiesen, ein einheitliches Bewertungssystem ist schwierig, da die gängigen Portale wie z.B. Qype auch immer von den Unternehmen selbst als Werbeform genutzt werden. Und dabei wäre es doch toll zu wissen, wo der Kaffee besonders gut mundet, wo es die besten frischen Pflaumenkuchen oder fetten Torten gibt – oder wo ganz einfach auch das Ambiente perfekt gestaltet ist (für mich persönlich oft wichtiger als der eigentliche Kaffee 😉 ). Das dachten sich auch die Kaffee-begeisterten Blogger Laurelie aus München und tontraegerhoerer aus Mainz und starteten kurzerhand ihr neues Projekt: Café und Kuchen.

Dieses kleine Blog begeistert mit feinen Photos und Texten zu ausgesuchten Cafés, aktuell von München über Mainz über die deutsche Nordsee nach Irland. Sortiert nach ebenjenen Orten (bisher sind es noch nicht allzu viele, steht ja noch in den Startlöchern) kann man für seinen eigenen Ort (oder Urlaubsort) schauen, welche Cafés gut abschneiden. Café und Kuchen vergibt dabei eine Höchstbewertung von jeweils 5 Kaffeetassen (für den Kaffee), 5 Kuchenstücken (für Torten/Kuchen) und 5 Sterne (für das Ambiente). So kann man schnell auf einen Blick sehen, wie das jeweilige Café abschneidet. Bewertet wird – natürlich – nach persönlichem Geschmack, aber durchaus kritisch. So hat bisher kein Café in allen Kategorien die Höchstzahl von 5 Punkten bekommen. In der Praxis schaut dies dann zB so aus:

Café und Kuchen ist auch deshalb so ausgezeichnet, weil es um eine persönliche Note angereichert ist, und die (bisher) ausgesuchten Cafés nicht abgehoben oder versnobt sind, und die jeweiligen Bewertungen kritisch, aber stimmig sind. Außerdem sind die Photos und Texte stilsicher und machen schon beim Lesen und Schauen große Lust auf die gezeigten Kuchenstücke. Ich bin gespannt, wie weit das Projekt noch ausgebaut wird, und freue mich auf viele weitere Tipps. Meine absolute Empfehlung bekommen die beiden.

Zum ersten Netzkulturtipp „Kleine Helden“ geht es hier entlang.

Netzkultur-Tipp: Kleine Helden

August 29, 2011 Hinterlasse einen Kommentar

Jeden Tag werde ich mit tausenden Links und Artikeln bombadiert, hauptsächlich sind dies aber die immer gleichen „Leitmedien“ und sowieso schon bekannten Blogs. Daher habe ich mich entschlossen, hier öfter mal kleine Projekte im Internet vorzustellen, welche mehr Besucher verdient haben. Für Euch als Tipp, aber auch für mich als Erinenrung. Denn Netzkultur ist lebendig, besonders in diesen kleinen, unbekannten Formaten. Teil 1 heute mit  „Kleine Helden“, einem kölschen Projekt von Dominik Porschen.

Es ist Samstag abend, ich versacke mit Freunden in der Kölschbar. Es sind schon viele Runden am Tresen gelaufen, als ich gefragt werde: „Kennst du die kleinen Helden?“. Nöö, kannte ich nicht. Und so wird mir das erste Mal von diesem neuen Projekt erzählt – dass es ausgerechnet in der Kölschbar passiert, über welche Folge 2 der Serie handelt und der Gründer und Moderator Dominik Porschen 2 Plätze weiter sitzt: Umso sympatischer, das passt zu Köln.

Was also sind nun „Kleine Helden“? Dieses Projekt hat sich zur Aufgabe gemacht, eine kleine Webvideo-Reihe zu produzieren – mit einfachen Mitteln, authentisch und mit einem (oder zwei) Menschen im Mittelpunkt, die eine interessante Lebensgeschichte zu erzählen haben. Dabei versteht Porschen das „Helden-sein“ eher subtil: verrückt, unkonventionell oder einzigartig ist wichtiger als ein reales Helden-Dasein. Und genau dies merkt man den bisherigen Folgen auch an: Hier werden keine großen Persönlichkeiten vorgestellt, sondern Leute wie Du und ich, mit Macken und Kanten. Das macht die bisherigen Folgen wirklich interessant und gefällt mir sehr gut. Die eingangs erwähnte Kölschbar, mittlerweile zum Wohnzimmer der Kölner Partymeile geworden, ist der Ort des Geschehens, mittendrin die beiden Jungs, welche nach dem Studium Job mit Tresen tauschten. Hier zum Video.

Am faszinierensten, auch weil ich mich ja schon beruflich wegen mit der Theologie beschäftige, ist für mich aus den bisherigen 4 Serienteilen die Folge mit David Berger. Homophobie, die katholische Kirche und Themen, die eben nicht nur an der Oberfläche kratzen. Sehr schön, sehr ordentlich gemacht, von diesen „Helden“ wünscht man sich dann auch gerne mehr. Hier gehts zum Video.

Schön, dass es ein solches ehrliches, kleines Projekt gibt – dafür gibts von meiner Seite eine absolute Empfehlung. Für den Anfang ist auch Dominik schon recht geübt im Fragen und Moderieren, eine gewisse Ruhe kommt dann sicher mit der Erfahrung 😉 Klickt Euch mal rein, alle bisherigen Videos gibts hier. Wünschenswert: Ein RSS-Feed für alle neuen Beiträge. In diesem Sinne: Weiter so.

Mainz hat seinen Sohn wieder

Februar 4, 2010 Hinterlasse einen Kommentar

„Zwei Jahre war er krank, nun ist er bestens erholt wieder zurück hier in Mainz.“

Zufällig war ich in der Innenstadt, als Oberbürgermeister Beutel mit diesen Worten den doch beträchtlichen Menschenauflauf an diesem eher launigen Februar-Nachmittag auf dem Gutenbergplatz begrüßt. Um wen es geht, ist klar: Das 2m große und 2,5 Tonnen schwere Denkmal von Johannes Gutenberg, DEM Sohn der Stadt Mainz, und überhaupt einer der wichtigsten Deutschen überhaupt. (Noch gestern zu seinem 542. Todestag gab es kuriose Ideen zu Gutenberg heute.)

Für die Mainzer ist dieses Denkmal nicht nur das Standbild eines berühmten Mannes, es ist prägend für das Stadtbild, es gehört zum Mainzer Lebensgefühl dazu. Ganz deutlich wird dies in Zeiten der Fassenacht, an der Gutenberg eine typische Mainzer Fassenachts-Mütze erhält, oder in sportlichen Glanzzeiten, zu denen er auch schon mal in riesigem Trikot den Gutenbergplatz verschönerte. Kurzum: Mainz ohne Gutenbergdenkmal geht nicht, und daher waren die knapp 2 Jahre Restaurierung für die Mainzer auch knapp 2 Jahre zuviel des Guten(bergs).

Nun ist das 205.000 € (!) teure Projekt endlich abgeschlossen, und auch die letzten Fassenachtswitze über die Dauer der Restaurierung können eingestellt werden. Nach den langweiligen Reden von wichtigen Menschen und dem Spielen des Staatsorchesters (WTF!) konnte das Denkmal also hoch in die Lüfte steigen. Nicht bevor eine Spiegelreflex aufwendig über dem Kopf angebracht wurde, um auch wirklich alle Perspektiven aufnehmen zu können:

Moderner Turban

Befestigung der Kamera

Danach konnte es endlich losgehen, und Herr Gutenberg wurde sanft emporgezogen. Noch einige Aufnahmen meinerseits, alle Bilder per Klick in Großansicht!

Mainz hat seinen Sohn wieder, und ich hab gelernt, wie lange es dauert, eine 2,5 Tonnen schwere Statue zu erneuern und sie mit großem Pompöse wieder aufzutellen. Darauf ein dreifach donnerndes: Helau!

Das neue 05er Stadion: die Coface-Arena

Juni 3, 2009 1 Kommentar

Soeben wurde es gelüftet: das große Geheimnis rund um das neue, vieldiskutierte Stadion in Mainz. Nachdem schon vor einigen Wochen bekannt wurde, wie das Nachfolgestadion des Bruchweges der 05er heißen würde, sind heute um 14 Uhr die genaueren Einzelheiten bekannt geworden:

Ich fasse die wichtigsten Fakten zusammen:

  • insgesamt Platz für  33.500 Fans
  • Stadionkonzept beruht auf vier frei stehenden Tribünen, die im unteren Bereich miteinander verbunden sind (> klassische britische Prägung: steiles, enges Stadion!)
  • rote Torbogen als Verbindungsglied der Tribünen
  • die „rote Wand“: 11.600 Stehplätze auf der Hintertortribüne
  • Gegengerade: Klappsitze > 2.600 weitere Stehplätze (traditionell)
  • große VIP-Lounge als Blickfang
  • Die Bauarbeiten begannen im Mai 2009
  • ab der Rückrunde 2010/11 wird der FSV Mainz 05 dort spielen
  • Kosten von 60 Millionen Euro für das gesamte Stadionprojekt (40 Mil. für den Bau, 20 Mil. für Infrastruktur)
  • (Namensgeber ist der Kreditversicherer „Coface“)

Luftaufnahme1_afde1cc3ad

–> weitere Bilder.

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