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Posts Tagged ‘Radiohead’

Sea + Air – My Heart’s Sick Chord

November 15, 2012 2 Kommentare

Musik! Endlich wieder Musik! Den Startschuss für das Comeback hier im Blog gibt’s mit einem deutschen Duo aus Stuttgart: Sea and Air sind ein Pärchen, die dem deutschen Songwriterpop viel Leben einhauchen.

My Heart’s Sick Chord

 

Daniel Benjamin und seine Frau Eleni sind SEA + AIR, und sind gerade auf Portugal-Tour. Warum ich das erwähne? Nun, zum einen bin ich neidisch auf dieses unvergleichliche Urlaubsgefühl und das Wetter in Portugal, und außerdem verdeutlicht es, dass die beiden längst den Schritt vom Unbekannten Nischensinger-Duo zum großartigen Debütalbum überstanden haben und nun von der Welt gefeiert werden dürfen. Und das werden sie nicht zu knapp. Kritiker und Medien feiern sie als neue Stars, und die ZEIT überrascht mit einem Vergleich, den man erstmal sacken lassen muss: „Denn Sea + Air (…) offenbaren uns auf ihrer epischen Platte My Heart’s Sick Chord die traumwandlerischste Musik seit der Quintessenz melancholisch empfindsamen Tiefgangs namens OK Computer, Radioheads Durchbruch zur Superband 1997.“

Puh! Das überrascht, – aber nach mehrmaligem Hören der Platte offenbart einem das Album immer mehr von der geheimnisvollen Musik der beiden. Obwohl ich vielleicht zugegebenermaßen nicht an Thom Yorke gedacht hätte, ist Sea + Air doch ein eindrucksvolles Werk gelungen, welches vor allem durch die Kombination der beiden Stimmen und ihrer unterschiedlichen Intensität zum tragen kommt. Während Eleni eher für die Melancholie zuständig ist, darf Daniel die großen Gesten ausleben. Im Zusammenspiel ihrer vielen eingesetzten Instrumente wird daraus ein wunderschönes Kunstwerk.

Ob in der ersten ausgekoppelten Single „Do animals cry?“, welches vielleicht am ehesten Radio-Tauglichkeit hat, oder in den eher ruhigen Stücken der Platte: Immer bleibt die Musik grazil und sehnsüchtig. Es ist diese Art von barocker (durch das oft eingesetzte Cembalo) Kunst, der man sich nicht mehr entziehen kann. Beispiel? Einer meiner Albums-Favoriten:“Take me for a ride“:

Auch wenn ich mit Daniel eventuell noch einmal über ärmellose Shirts, gerollte Schnurrbärte und aufgedruckte Leoparden-Designs diskutieren müsste – seine Musik finde ich toll. Und ob das nun das Beste seit „OK Computer“ ist, weiß ich nicht – aber es ist wunderschöne Musik.

My Heart’s Sick Chord“ ist am 12.10. erschienen und könnt ihr komplett bei Spotify hören.

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Frohes Neues!

Januar 3, 2012 1 Kommentar

Schon wieder ist ein Jahr vorbei – und ich habe (noch) nicht eingestimmt in Jahresrückblicke, großartige Listen und persönliche Favoriten des Jahres. Mein letzter Eintrag hier im Blog ist fast einen Monat her. All dies hat natürlich auch seine Gründe, in den letzten Wochen steckte ich in zuviel Arbeit, war ständig unterwegs, und schrieb selbst an einer langen Arbeit. Kurzum: es blieb leider keine Zeit zum Bloggen. Ich werde versuchen in den nächsten Tagen mal einiges nachzuholen, doch einiges wird auf der Strecke bleiben.

2012 wird auch ein arbeitsreiches Jahr für mich werden – inwieweit ich hier regelmäßig schreiben und lange quatschen kann, wird sich noch zeigen. Ab und zu wird es in jedem Fall Berichte, Reviews und Vorstellungen geben, dafür macht mir das ja selbst auch zuviel Spaß. Ich danke in jedem Falle allen Besuchern des letzten Jahres, und hoffe, dass ihr dabei bleibt 😉 Ich wünsche Euch allen ein erfolgreiches, gutes Jahr 2012. Möget Ihr mit guter Musik, sehenswerten Serien und Filmen, begeisternden Reisen , tollen Erlebnissen und einem wunderbaren Freundeskreis gesegnet sein 😉

Als Einstieg in das Jahr gibts dann direkt mal ein kleines, feines Video, verbunden mit der Vorfreude auf das sicher großartige Konzert im Juli.

(via Nico.)

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Platten des Monats. April 2011.

April 30, 2011 1 Kommentar

Da ist er schon wieder vorbei, der April. Immerhin hat er uns mit wundervollem Wetter, sonnigen Urlaubstagen und viel guter Musik verwöhnt. Das kann gerne so bleiben. Hier und heute gibts meine neu erschienenen Lieblingsplatten der letzten Wochen, schön subjektiv und dem Wetter gerecht werdend etwas elektronischer diesmal. Viel Spaß!

Jamie Woon - Mirrorwriting

Auf den Londoner Jamie Woon wurde ich erstmals im Rahmen der BBC Sound of 2011 aufmerksam. Und wie fast immer: Darauf ist Verlass. Jamie Woon ist nach James Blake der Nächste, der die Dubstep-Ecke mit Songwriting zu einem elektronischen neuen Soul verbindet, eindringlich und intensiv. Produziert wurde sein Debütalbum „Mirrorwriting“ von niemand geringerem als Burial, der ja auch vor Jahren schon mal einen Woon-Track in typischer Manier geremixt hat.

Was gibts?

Woons recht hohe Stimme schiebt sich über dunkle, düstere Beats. Heraus kommt ein geheimnisvoller Mix aus Soul,  Dubstep und Songwriting. Zeitgenössische Popmusik, wie sie kaum besser sein könnte. Ganz ganz groß!

Anspieltipps:

Street, Lady Luck und Night Air. (Hier Night Air in der großartigen Accoustic-Version bei der BBC). Das komplette Album gibts bei Simfy als Gratis-Stream.

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Fleet Foxes - Helplessness Blues

Von der SZ werden sie gar als „beste Band Amerikas“ bezeichnet, von allen Medien gibt es Lob und Zustimmung: Fleet Foxes aus Seattle haben ihr zweites Album „Helplessness Blues“ herausgebracht. Bei solchen Vorschusslorbeeren muss man etwas aufpassen, hier ist aber alles in Ordnung. Großartig triffts ganz gut! Ein bisschen Simon and Garfunkel, ein bisschen Sixties-Flair, ein bisschen Folk, und ganz viel Bart, so darf man sich diese jungen Männer gerne vorstellen.

Was gibts?

Jede Menge Gitarren zu tiefem, ehrlichen Folk. Wunderschöne Melodien, die einfach sind und dennoch hängenbleiben. Es ist ein bisschen Musik zum Träumen, der man anmerkt, dass die 5 Musiker auch gerne träumen. Back to the Sixties, Simon and Garfunkel reloaded – und doch aktueller denn je. „Sunshine over me no matter what i do„.

Anspieltipps:

Der 8-minütige, aus 4 Parts bestehende Übersong The Shrine / An Argument, aber auch Lorelai. Auch hier gibts das komplette Album bei Simfy.

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Agoria - Impermanence

Während in den letzten Jahren in Frankreich die Szene ziemlich um Künstler wie Justice, SebastiAn oder allgemein Ed Banger drehte, gab es immer abseits davon tolle Acts, die einen gewissen Mehrwert boten. Natürlich alte Haudegen wie Laurent Garnier, junge Aufstrebende wie Chloe, oder halt Sebastien Devaud aka Agoria. Agoria weiß schon seit einigen Jahren zu überzeugen, man denke nur an die hervorragenden Singles Europa oder Les Violons Ivres, oder seine tollen Mixe, zB die aktuelle Fabric 57. Nun sein erstes Album auf dem eigenen Label Infiné. Mit an Bord: Techno, Experimentelles, GastsängerInnen, und viel Popappeal.

Was gibts?

10 Tracks, die alle kaum unterschiedlicher sein könnten. Wirkt auf den ersten Blick etwas beliebig, ist aber für sich genommen phantstisch. Agoria schafft hier ein großartiges Pop-Dance-Album. Carl Craig darf in „Speechless“ Sexphantasien singen, und mit der Sängerin Kid A hat Agoria noch eine wundervolle Frauenstimme mit an Bord.

Anspieltipps:

Grand Torino mit tollem Break, das exzellente Panta Rei, und Heart beating mit Kid A.

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Was war sonst noch Gutes im April?

  • Die österreichischen Berliner von Ja, Panik veröffentlichten ein deutsches Album mit dem kryptischen Titel DMD KIU LIDT (schon aufgelöst, jaja: „Die Manifestation der Traurigkeit in unserem Leben ist der Kapitalismus„), und viele sehen hier das wichtigste deutschsprachige Werk der letzten 15 Jahre. Ich bin da noch nicht ganz so weit, schätze aber die Songs jetzt auch schon. Reicht nicht für ein Album des Monats, weil zu kurzfristig, reicht aber um hier mal darauf hinzuweisen. Anspieltipps: zum Beispiel Trouble oder Nevermind.
  • Radiohead legen nach ihrem letzten Album nochmal ein wenig nach und spendieren zwei zusätzliche Songs. Und ja, Supercollider gefällt mir erwartungsgemäß sehr gut.
  • In den USA ging wie jedes Jahr das großartige Coachella-Festival über die Bühne, die jedesmal mit sensationellem Lineup überzeugen. Weil das aber leider etwas weit weg ist, können wir uns immerhin über die Livemitschnitte vieler toller Bands erfreuen, u.a. The National, Mumford and Sons, Elbow, Interpol, Bright Eyes, Two door cinema club und viele viele mehr. Schön aufgelistet mit den Links gibts das Alles drüben bei nicorola.
  • Mein liebstes Musikvideo des Monats kommt von der entzückenden Lykke Li, obwohl man durchaus sagen könnte, dass der heimliche Star des Videos klar Stellan Skarsgård ist. Toll umgesetzt, vor allem auch filmisch:
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Nachtragend gibts noch ein Album aus dem Januar zu empfehlen, welches ich erst im April bekommen habe: Isolées neues Werk „well spent youth“, welches bei Pampa records erschienen istDem muss man etwas Zeit geben, aber dann lohnt es sich. Anspieltipp:
Mit dieser ganzen wundervollen Musik wünsche ich Euch einen musikalischen Mai, und einen sonnigen Feiertag morgen (zum Beispiel beim OpenAir der Bouq.-Familienbande in Mainz).

Platten des Monats Februar 2011

Februar 28, 2011 Hinterlasse einen Kommentar

Im Februar allgemein schon etwas früher, hat mich das Monatsende diesmal etwas überrascht. Ständig unterwegs und zum Teil lange Arbeitstage, und so verfliegt ein Monat. Außerdem gab es da ein Album, welches über Allem thronte, und aus diesen 2 Gründen gibts hier und heute zwar wieder meine aktuellen Lieblingsplatten des vergangenen Monats, aber in etwas abgespeckter Version. Viel Spaß!

The King of Limbs

Radiohead, Radiohead, Radiohead und Radiohead. Das waren gefühlt die Themen der zurückliegenden Musik-Wochen. Nicht, dass es nichts anderes geben würde, doch ist ein neues Album von Radiohead immer wie die Erfindung des Rads. Die Begeisterung für Radiohead hat nur wenig Grenzen, nimmt oft religiöse Züge an. Da braucht die Band weder Management, noch Plattenfirma, noch Marketing. Die Download- & Verkaufszahlen werden dennoch wieder eine besondere Sprache sprechen. Und ich kann mich auch nicht freisprechen.

Über „The King of Limbs“ muss man dann auch gar nicht mehr viel schreiben, denn das wurde schon überall und endlos gemacht, wie zum Beispiel hier oder hier oder hier oder hier oder hier (könnte man lange so fortsetzen…). Bisher gibt es das Album nur als Download, erst Ende März erscheint die CD/Vinyl-Version.

Was gibts?

Radiohead-typische Musik. Was auch immer das ist. Radiohead erfinden sich hier nicht neu, im Gegenteil: Es geht tendenziell wieder Richtung „Kid A“ oder „Amnesiac“. Die Songs sind oft mehr Tracks, das gesamte Album ist elektronischer, ja fast dubbiger geworden. Gitarren tauchen etwas ab. Kurz und knapp: Ich finds – wiedermal – großartig. Album des Monats, und sicher noch für viele weitere Zeiten.

Anspieltipps:

Little by little. Und Give Up the Ghost. Bisheriger Favorit und aktueller Lieblingssong ist aber Codex:

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The people's key

Indielegende Conor Oberst und seine mittlerweile doch relativ feste Besetzung von Bright Eyes haben mit „the People’s Key“ ihr siebtes (und letztes!) Album herausgebracht. Dabei hatten sie schon angekündigt, dass es wohl wesentlich rockiger wird. Und das merkt man den 10 Stücken auch tatsächlich an. Die typischen Erzählstimmen und Gespräche über teils recht unsinnige Themen gehören ja irgendwie bei Oberst dazu, und das ist hier auch nicht anders. Dazwischen gibts aber großartige Rock-Songs, und viele Melodien, wie man dies von der Band gewöhnt ist.

Was gibts?

„The People’s Key“ ist mehr ein Gesamt(kunst)werk anstatt einzelne Songs. An einem Stück vergehen die etwa 45 Minuten des Album wie im Flug, es gibt nur wenige Ausreißer. Das ist insgesamt gesehen wieder ein richtig gutes Album geworden, schade, dass es wohl das letzte ist.

Anspieltipps:

Sehr cool, es gibt das komplette Album als Youtube-Stream. Sehr gut auch der Auftritt bei Letterman mit dem sehr rockigen „Jejune Stars“. Mein Lieblingssong ist aber wohl – die erste Single Shell Games:

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Wartesaal

Mein Ziel auch öfter mal deutsche Musik / deutsche Songwriter vorzustellen ist nicht immer ganz einfach. Die neue Platte von Axel Bosse eignet sich aber hervorragend dazu. Bosse konnte man schon das eine oder andere Mal bei TVNoir bewundern, einer größeren Fangemeinde machte er sich mit Koletzkis U-Bahn bekannt, wo er dem Track mit seiner Stimme erst den richtigen Kick gab. Nun gibts mit „Wartesaal“ sein neues Album – und dies ist durchweg gelungen.

Was gibts?

Bosse singt über das Leben, über die Liebe, über die kleinen Dinge mit anderen Menschen. Mit relativ wenig instrumentaler Begleitung ist das hier Songwriting in Perfektion. Mal liebevoll, mal frech, mal traurig, aber immer wunderschön. Ich darf mal TVNoir zitieren: „Es gibt viel zu viel reine Befindlichkeit und reines Rollenspiel in der deutschen Rockmusik, aber es gibt nur ein „Scheiße, ist das wahr!“, bei dem man Tränen in den Augen und Glücksgefühle im Herzen hat. Es kommt von Bosse.“ Toll!

Anspieltipps:

Ganz klar: Weit weg. Und der Titelsong Wartesaal:

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Das war’s für heute. Als Tipp auch nochmal die Januar-Empfehlungen, denn das James Blake-Album sollte jeder kennen: Gänsehaut-Musik!

 

Everything in its right place

Juli 24, 2009 1 Kommentar

Beim Stöbern in den top10 für die Ewigkeit von tontraegerhoerer bin ich auf einen grandiosen Song von Radiohead gestossen, den ich schon viel zu lange nicht mehr laufen hatte. Das ist doch der perfekte musikalische Abschluss eines gemütlichen Abends mit Merlot und Bier im Lomo.

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