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Nur ein Spaziergang – Von Schottland nach Neuseeland

März 4, 2012 4 Kommentare

Zu Fuß von Edinburgh in Schottland nach Dunedin in Neuseeland über 3 Kontinente, durch 15 Länder und etwa 20.000 Kilometer klingt nach einer wahnsinnigen Idee. James Thomas aus Irland hatte diese Idee und ist nun seit knapp 2 Monaten unterwegs. „Just going for a stroll“ – übersetzt etwa „Mal eben einen Spaziergang machen“ nennt er sein extremes Abenteuer, welches ihn jeden Tag etwa 40-50km vorwärts bringt. Aktuell ist er in Mainz bei mir zu Besuch. 

Wie großartig das Internet und seine kommunikativen Fähigkeiten sind, zeigt sich immer wieder. Zum Beispiel so: Am Dienstag las ich bei der Rhein-Zeitung einen kleinen Artikel über James, und war begeistert und fasziniert von seiner Reise. Kurzerhand schrieb ich ihm eine Mail, falls er in Mainz vorbei käme, solle er sich melden. Seinen weiteren Weg konnte ich dann noch bequem per Twitter verfolgen. Gestern dann eine kurze Konversation per Mail, ein kurzer Anruf – und gegen 19 Uhr steht James bei mir vor der Haustür. Sympatischer, bärtiger Ire, blaues UNICEF-Shirt, Macbook, iPhone und Canon 7D in der Tasche und einen großen Buggy (tatsächlich ein Kinderwagen!) voller Gepäck.

Anfang Januar ist er in Edinburgh losgelaufen, sein bisheriger Weg führte ihn durch UK, die Niederlande und schließlich Deutschland, unter anderem mit Halt in Düsseldorf, Bonn, Koblenz, oder im kleinen Lorch. Später kommen noch Länder wie Iran, Indien, Indonesien oder Australien dazu. Seine Reise klingt verrückt: Zu Fuß ans andere Ende der Welt? Unglaublich! Im langen Gespräch am Abend zeigt sich schnell: Auch für James ist das eine große Herausforderung, jeden Tag neu loszulaufen, sich jeden Tag neu zu motivieren. Überhaupt die Motivation: Nicht das physische sei das Problem, sondern lediglich das mentale, sich immer wieder zu sagen: Weiter gehts.

Natürlich ist der Trip für James auch eine persönliche Erfahrung, körperliche Herausforderung und nicht zuletzt auch etwas Urlaub und Reise, aber ihm ist etwas anderes eine Herzensangelegenheit: UNICEF. Deshalb trägt er Shirts dieser Organisation, deshalb macht er das Projekt auch so öffentlich. Nicht er selbst möchte unterstützt werden, sondern die wichtige Arbeit von UNICEF. Dafür gibts eine eigene Spende-Website und viele Menschen haben dort wichtige Euros gespendet. Klasse Idee, dazu möchte ich mit diesem Blogposting zusätzlich beitragen.

Wir verquatschen uns bei Bier und schottischem Single Malt und ziehen noch recht spät los zu einer kleinen Mainzer Kneipentour. Gesprächsthemen finden sich dann doch schnell: Reisen, Studium, Whisky, Film und Photographie und natürlich immer wieder meine Fragen zu seinem Trip. (Mit einer Mischung aus Faszination, Respekt, Ungläubigkeit und Neid). Letztendlich trinken wir etwas viel und James entscheidet, die Weiterreise zu verschieben und einen weiteren Tag bei mir im schönen Mainz zu bleiben 😉

James nutzt alle paar Tage die Möglichkeit, Photos in seinen Flickr-Stream hochzuladen, seine Reisedaten zu aktualisieren und seinen Blog zu füllen. Hier könnt ihr zum Beispiel verfolgen, wo er sich gerade aufhält, bzw. wie die (ungefähre) Route weitergeht. Ich werde das mit Sicherheit immer wieder nachschauen, und wenn ihr Lust habt, James kennenzulernen, schreibt ihm: Super Kerl, dessen Geschichte allein schon interessant ist.

Alles Weitere zu ihm gibts auf seiner Website http://www.justgoingforastroll.com/.

Last, i need (!) this hammock 🙂

So übernachtet James, wenn er keinen sonstigen Schlafplatz oder Hostel findet. Übrigens: Am Ende seiner Tour in Neuseeland in etwa 2 Jahren wird er mit einem Segelschiff über Mittelamerika zurück nach Schottland schippern. Toller Abschluss einer verrückten, jahrelangen Reise.

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Hauptstadtimpressionen

Januar 18, 2011 Hinterlasse einen Kommentar

Wer hier ab und zu reinschaut, wird es bemerkt haben: Das (!) Blog stagniert. Aktuell zu wenig Zeit und zuviel anderes im Kopf um hier ernsthafte Texte zu schreiben. Ich gelobe in der kommenden Woche Besserung. 😉 Für die Zwischenzeit gibts einige – wenige – Eindrücke aus unserer Hauptstadt. Berlin, wie es ist: dreckig, urban, attraktiv, schön, spannend, häßlich, kulturell, musikalisch. Anders als jede andere Stadt in Deutschland.

Alle Photos aufgenommen mit einer kleinen Kompakten (Powershot Xs 200 is), Zeitraum: 13.-17.1-2011.

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Reise in die ewige Stadt – bellisima Roma!

Dezember 9, 2009 2 Kommentare

Ein Geschichts- und Theologiestudent, der noch nicht in Rom war, ist wie ein Autofreak, der noch nie am Nürburgring war. Rom ist Geschichte und Kultur pur, nahezu zum Anfassen. Da liegt es nahe, dass meine – vermutlich – letzte Reise in diesem Jahr in die Hauptstadt Italiens ging: 4 Tage im über 2500 Jahre alten Rom. Bellisima Roma!

das Kolosseum im Sonnenuntergang

Es sollte der kulturellste Trip des Jahres werden. Eine Mischung aus römischer Antike, den Sehenswürdigkeiten der römisch-katholischen Kirche und dem pulverisierenden Leben einer Weltmetropole mit ihrer ganz eigenen Art des Chaos. Plus einer Menge gutes italienisches Essen von Pasta bis Bruschetta, von Pizza bis Tiramisu; immer zusammen mit einer ordentlichen Flasche „vino rosso“. (Der berühmte italienische Lebenstil mit Cappucino morgens und Wein abends, und zwischendurch vielleicht noch ein Eis und einen Espresso ist jedenfalls schon mal ziemlich mein Ding 😉 )

Der Vatikan mit seinen zahlreichen Schätzen, Sehenswürdigkeiten und den größten Museen der Welt, den Musei Vaticano, ist alleine schon eine Reise wert. Schon allein die Gemälde im Vatikanischen Museum und die sixtinische Kapelle sind unglaubliche Kulturgüter. Leider wird einem die Freude daran etwas durch die Menschenmassen genommen: Den Massentourismus habe ich noch nie auf der Welt so kennengelernt wie in Rom. Wenn einem das genauere Betrachten einer Stanze von Raffael genommen wird, weil man einfach wie bei einem Konzert weitergedrückt wird, hat das leider nicht mehr viel von einem Museumsbesuch. Genau so grausam wie Weihnachtsmärkte. (Übrigens 14 € Eintritt + 7 € Audioguide. Auch das dürfte Rekord sein für ein berühmtes Museum!) Ähnlich entweiht wird natürlich auch der Petersdom: In der berühmtesten Kirche der Welt machen tausende Menschen gleichzeitig was sie wollen: Eis essen, gestellte Touribilder, sich ausruhen, etc. Ziemlich unglaublich. (Interessant übrigens wie in der Kirche mit Baugeräten gearbeitet wird.) Genauso unglaublich war für mich persönlich aber dennoch die Kirche an sich. Erdrückend von der Größe (3mal so groß wie der Kölner Dom) und geflasht von der Schönheit. An diesen Dauerflash von Kunst und Schätzen muss man sich in Rom aber schnell gewöhnen: An jeder Straßenecke, an jeder „Piazza“ gibt es unvorstellbare Sehenswürdigkeiten. Wirklich toll war dann der 360°-Blick von der Kuppel des Domes auf Stadt und Petersplatz, wo gerade der Weihnachtsbaum aufgestellt wurde:

Petersplatz von Kuppel des Petersdoms aus, bei leider schlechtem Wetter

Nicht mehr Vatikanstadt, aber dennoch dazugehörig, weil von Päpsten zur Befestigungsanlange ausgebaut, ist die Engelsburg und dazugehörige Engelsbrücke, die besterhaltene antike Brücke über den römischen Tiber. Auf der Plattform der Burg hat man einen schönen Blick auf Stadt und Umgebung, innerhalb der Gemäuer gibt es verschiedene Ausstellungen. Besuch lohnt sich!

Statue auf der Engelsbrücke.

Engelsburg +-Brücke

Dass Rom auf 7 Hügeln erbaut wurde, lernt man schon in der 7. Klasse. Das es aber wirklich so ist, lernt man erst, wenn man diese zu Fuss erkundet. Das hat positive und negative Seiten: Wundervolle Ausblicke und tolle Panoramasichten auf der einen, schmerzende Füsse und Muskelkater auf der anderen Seite. Städtetrip olé. Schlimmer wars bisher echt nur in San Fran 😉 Die Blicke auf „bellisima Roma“ entschädigen dann aber doch für Vieles.

Kirchen über Kirchen

Ich könnte viele, viele weitere Bilder einfügen, aber dafür reicht der Platz nicht. Außerdem wirds dann ja sowieso uninteressant 😉 Letztlich können Bilder die Schönheit und das Chaos dieser Stadt nur unzureichend zeigen. Überhaupt gibt es viele Sehenswürdigkeiten, in denen photographieren verboten ist, beispielsweise die sixtinische Kapelle oder die makabre und skurille, aber sehenswerte Kapuzinergruft, in der aus 4000 Mönchsgebeinen Kruften gebaut wurden.

Richtig schön, und wohl auch einzigartig, ist die eigentliche Altstadt rund um die „Via del Corso„. Hier spielt sich das eigentliche römische Leben ab. Cafés, Restaurants und vor allem teure Boutiquen aller erdenklichen teuren Modedesigner von Gucci bis Dior, von Prada bis Versace. Von teuer bis schweineteuer. Zehntausende Menschen schieben sich hier voreinander her, von Attraktion zu Attraktion, von Geschäft von Geschäft. Dazwischen hupende Taxis, laut rufende Italiener, schöne Italienerinnen: Im Grunde genommen ein einziges Chaos, faszinierend! Besonders vor der spanischen Treppe nimmt das Ganze groteske Züge an. Habe Sonntag (!) Abend mal versucht ein Bild zu machen, aber bei Dunkelheit und den Massen ohne Stativ bei der Hand war es etwas schwierig – aber es reicht um sich ein Bild von der Szenerie zu machen – wohlgemerkt: Da war kein Markt und auch kein besonderer Tag:

Abends vor der spanischen Treppe

Einen Besuch wert ist außerdem der „Monte Testaccio„. Hier hat sich rund um den „Scherbenhügel“ in den letzten Jahren ein buntes Szeneviertel entwickelt: Bars, Pubs, Clubs verschiedenester Musikstile, Live-Musik Areas – und natürlich auch hier jede Menge Menschen. Interessant zu sehen, wie die jungen Römer feiern. Wir haben unter anderem einer Band aus Messina in Sizilien zugehört: Toti Poeta. Richtig gute Musik! Leider ist es dort auch nicht gerade günstig- um es positiv auszudrücken: Ein 0,33l Bier kostet überall 5 €. Das ist natürlich auf Dauer nicht unbedingt auf Studentenniveau.

„Rome is great“, twitterte ich schon am Samstag. Und das ist es wirklich: großartig. Voller „WOW“-Effekte, fast schon Overkill an sehenswerter Kultur, und in wenigen Tagen sicher auch  unmöglich komplett zu entdecken. Ich werde da sicher nicht das letzte Mal gewesen sein, dafür gibt es noch zuviel zu sehen und zuviel römische Lebensart  zu genießen. Längere Zeit wollte ich widerum aber auch nicht dort wohnen: Dafür ist mir der ganze Alltag viel zu stressig, von den öffentlichen Verkehrsmitteln mal ganz zu schweigen 😉 Arrivederci Roma!

PS: Ins italienische Eis habe ich mal – mal wieder – verliebt. Besonders gut, und daher unbedingt zu empfehlen: Giolitti.

Ein riesen Danke geht natürlich last, but not least an @Clubby.

Auf nach Nirgendwo – Eine Reise zum Erwachsenwerden

Oktober 8, 2009 5 Kommentare

Eine erfrischend süße Sexszene zwischen einem ein jungem Mann und einer jungen Frau. Der junge Mann „riecht“, dass seine Freundin schwanger ist. Wirklich witzig. Schnitt. Im nächsten Bild ein riesiger Schwangerschaftsbauch 6 Monate später. So beginnt „Away we go“, der neue Film von Sam Mendes, der heute in einer Woche in den deutschen Kinos startet. Was erwartet man von einem Regisseur, der immer wieder Neues bietet? Mit seinem Debüt „American Beauty“ war er erfolgreicher als manche Regisseure in ihrer ganzen Karriere, seine weiteren Werke wie „Road to Perdition“, „Jarhead“ oder „Zeiten des Aufruhrs“ waren alles tolle Kinostücke, wenn auch keiner mehr ganz an das Erstlingswerk heranreichte. Und nun also nach „Zeiten des Aufruhrs“ schon der 2. Film innerhalb eines Jahres, und schon wieder die Themen „Ehe“ und „Familie“. Aber „Away we go“ hat nichts mit dem eher dramatischen „Revolutionay Road“ zu tun, soviel sei schon verraten.

Burt  (John Krasinski) und Verona (Maya Rudolph) erwarten ihr erstes Kind, und ihre Situation ist eher angespannt als gemütlich: Sie wohnen in einem Haus, das wohl eher den Namen ‚Hütte‘ verdient hätte, und die einzig verbliebenen Großeltern, auf deren Unterstützung sie sich verlassen hatten, entschließen sich, ins 3000 Meilen entfernte Belgien zu ziehen. Was jetzt? Die beiden beschließen, ihr heruntergekommenes Heim in Colorado hinter sich zu lassen und auf einer Reise durch Nordamerika alte Freunde und Bekannte abzuklappern, um einen neuen Ort zum Leben zu finden. So führt der Weg sie nach Phoenix, Madison, Tucson, Montreal und Miami, und überall müssen sie feststellen: Das Familienleben ist gar nicht so einfach und der Platz im Leben nicht leicht zu finden.

So lässt sich „Away we go“, mit dem diesmal einmal passenden deutschen Untertitel „Auf nach Nirgendwo“, auf einige Sätze zusammenfassen.

AwayWeGo_scene03

Ich war mir nicht ganz sicher, wo das hinführen würde, und wo der Film am Ende landen würde. Mendes schafft es hier aber gekonnt, diese auf dem Papier eher mäßige Geschichte zu einem wunderbaren, tragischen und skurillen Roadmovie zu machen. Die Reise des jungen Paares ist gespickt mit herrlichen Einfällen und tollen Charakteren: Die Besuche bei ihren Verwandten/Freunden sind absurd, witzig und haben einen erstaunlich offenen Blick in die vielen heutzutage möglichen Familienmodelle. Zwischen schwarzem Humor in pessimistischen Vorstadtfamilien bis hin zum Esoterik-New-Age Slapstick ohne Buggy und Zucker (Übrigens spielt Maggie Gyllenhall hier  herrlich abgedreht eine durchgedrehte Professorin!) und man ist geneigt zu glauben, dass die beiden Drehbuchautoren hier ein bisschen ihre eigenen Erfahrungen reingebracht haben. Diese Situationen, die Burt und Verona erleben, sind derart witzig gelungen, dass der Film ihretwegen schon den Kinobesuch wert ist: Vor allem Hauptdarsteller John Krasinski wird hier immer wieder zum ultimativen Lachflash, jedoch lebt dieser Film unbedingt von den zahlreichen Nebencharakteren, von denen mir wie oben schon geschrieben Gyllenhall am besten gefallen hat. Toll ist der Wechsel zwischem derbem und suptilem Humor einerseits, und den chaotischen und romantischen Szenen andererseits. Da wirkt wenig gekünstelt, auch wenn manche Szenen ihre Längen haben. Insgesamt ist der Spaßlevel in diesem Film erstaunlich hoch – viel höher als ich erwartet hätte, und dennoch ragen gerade auch die traurigen, melancholischen Stellen heraus: beispielsweise die Szene in der Montrealer Bar oder die wunderschöne Szene auf dem Trampolin in Miami.

Mit der Besetzung der beiden eher unbekannten Hauptdarsteller ist Mendes ein Glücksgriff gelungen: Man schaut mehr darauf, was und wie die beiden miteinander umgehen, anstatt dass man durch große Namen eher auf die Personen fokussiert ist. Ein weiteres großes Plus von „Away we go“ ist eindeutig die Musik. In solchen Indiefilmen ist das natürlich auch ganz wichtig, und daher ist es umso besser, dass Mendes und seinem Musiker Alexis Murdoch hier ein toller Soundtrack gelungen ist.

Am Schluß gehts mir persönlich etwas zu schnell: Da haben mir einige Szenen gefehlt, bzw. hätte man gegen Ende nochmal eine skurille Familienbegegnung bringen können – da regieren nun die großen Gefühle. Leider ist daher der Humor der ersten Stunde nicht mehr so ganz präsent. Man merkt, dass Mendes in den letzten Szenen das HappyEnd unbedingt haben will, und dass es schlußendlich sogar etwas zu kitschig wird, ist ihm dann auch egal. Es stört auch nicht weiter, aber wäre hier auch nicht notwendig gewesen. (Aber natürlich liebt JEDER das Haus, ich würde sofort einziehen 😉 )

Überraschenderweise ist hier eine richtige Indieperle rausgekommen, eine Reise zum Erwachsenwerden ohne zu wissen, wohin dieser Weg genau führt. Diese Reise, vor der wir uns doch alle etwas fürchten… Die Reise ins nirgendwo: Ich habe mich oftmals selbst ertappt in den Gedanken der Protagonisten. Erinnert hat mich der Film vor allem an Jim Jarmuschs „Broken Flowers“ mit einem egozentischen Bill Murray, der nach und nach seine Verfloßenen aufsucht; aber auch an das kleine Meisterwerk „Garden State“ von Zach Braff, natürlich bedingt durch die Art des Filmes, die Farben und die Musik. Genau dazwischen sortiert er sich in meiner Wertigkeit auch ein: Nicht so perfekt wie Garden State, aber lustiger als Broken Flowers, da mit einem wunderbaren Humor gesegnet.

Ich gebe 8 von 10 roten Buggys, und empfehle hiermit einen Film, der vermutlich sonst eher untergehen würde. Tipp: das ist der perfekte Pärchenfilm, zum Lachen, Anlehnen und sich gegenseitig necken.

Kinostart ist am 15. Oktober 2009, hier gibts alle Informationen: http://www.awaywego.de

Ein Streifzug durch die Pfalz…

Juni 16, 2009 1 Kommentar

…und das mit der Familie unterwegs auf 5 (sehr unterschiedlichen) Motorrädern. Sehr schön wars! So ein Motorradwochenende ist eine schöne Erfahrung: durch das viele Unterwegssein sieht man viel, bekommt viel von Natur, Landschaft und Gegend mit. Erschreckenderweise war ich vorher noch nie in der Pfalz – und ich muss gestehen: da habe ich bisher echt was verpasst. Nicht zu Unrecht wird die Pfalz auch oft „die deutsche Toskana“ genannt. Super  angenehmes Klima, tolle Weinberge, der Pfälzer Wald mit seinen steilen Hängen und seinen tiefen Wäldern, und die fast mediterannen Ortschaften und Städte: echt eine tolle Ecke in unserem Land.

Mir haben es natürlich vor allem die wunderbaren Serpentinenstrassen durch den Pfälzer Wald angetan: dies war mit dem Motorrad einfach perfekt und spassig. Die ersten beiden 2 Tage war ich mit der F800 GS von BMW unterwegs, die restlichen beiden Tage mit der Suzuki GSX-R 750 meines Bruders.

Was gabs sonst noch? Lange Fahrten bis hinunter an die französische Grenze (Elsass), gutes Essen (zum Beispiel mal den berühmten „Saumagen“ probiert: lecker!), feiner Edelbrand, Führung im Hambacher Schloss (schon irgendwie beeindruckend an der Wiege der deutschen Demokratie zu stehen…), Wohnen in einem schön gelegenen alten Winzerhof mit altem Weinkeller und toller Verköstigung, und und und.

Fazit: Ein teurer Spaß 4 Tage am Stück Sprit in die Luft zu blasen 😉 aber: super Wochenende. Will ich so schnell wie möglich wiederholen. Wichtigste Erkenntnis: Ich brauch ein eigenes Motorrad!!! 😀 Ich wollte es am liebsten gar nicht mehr abgeben…

Einige Impressionen:

Jalla Jalla! Eine Woche im Arabischen Golf…

Februar 25, 2009 4 Kommentare

Eine Reise in den Arabischen Golf war nicht unbedingt auf meiner absoluten „to-do-list“, aber ein schönes Reiseziel ists ja in jedem Falle – und wer sagt schon ‚Nein‘ zu einer Kreuzfahrt 😉

Omanis auf der Straße

Omanis auf der Straße

Natürlich war vorher schon klar, dass dies nun eine völlig andere Reise wie zum Beispiel der Spass-Trip nach Miami würde. Sehr viel Kultur, aber auch wesentlich mehr Entspannung und Verwöhnung – so könnte man die Woche kurz zusammenfassen. Hier folgt nun der „längere“ Reisebericht, Viel Spaß!

Geschäft im Souq

Geschäft im Souq

Unser erster wirklicher Aufenthalt war in Maskat, der Hauptstadt des Omans. Obwohl wir unserer freizügigen Kleidung wegen die größte Moschee der Stadt nicht besuchen durften, war ich schnell angetan von der Stadt und ihrer Bewohner: sehr arabisch – so wie ich es bisher nur aus Filmen oder Erzählungen kannte. Keine modernen Hochhäuser und ein ganz eigener Charme; nettes Städtchen mit einem faszinierenden „Souq“, einer Art riesigem Basar/Markt im Herzen der Stadt.

Regierungspalast

Regierungspalast

Wirklich faszinierend, wie man dort „eingeladen“ wurde, in den Geschäften zu stöbern – und wie die jungen und alten Omanis sich dort ins Zeug legten um einem Touristen 2-3 €uro abzuschlagen. Der Sultan – mit der größten privaten Jacht, die mir jemals unter die Augen gekommen ist – ist im Land sehr beliebt und gibt Millionen für Infrastruktur, Gebäude und öffentliche Einrichtungen aus: Man merkte es. (zb. 8 Millionen zugelassene Autos bei 5 Millionen Menschen…)

Fischmarkt Fujairah

Fischmarkt Fujairah

Weiter gings nach Fujairah – hinein in die Vereinigten Arabischen Emiraten. Rückblickend muss man sagen, dass dies sicherlich die langweiligste Stadt war – doch hatten wir hier auch sehr viel Spaß, und der unglaubliche Fischmarkt in der Innenstadt mit seiner Vielfalt, seinem Trubel und Feilschen und natürlich der “Sauberkeit” wird mir sicher lange in Erinnerung bleiben…

Unsere nächste Station war Abu Dhabi – die Hauptstadt der Emirates und gleichzeitig die reichste Stadt des Landes. Und das sieht man auf den ersten Blick: Hier ist alles eine Nummer größer, alles etwas besser, und alles so unglaublich, dass man schon etwas beeindruckt ist.

Emirates Palace Hotel

Emirates Palace Hotel

Während man bei uns in Europa hauptsächlich von Dubai hört, wenn man an Reichtum, Protz und Luxus denkt, ist es eigentlich Abu Dhabi. Zur Zeit wird Dubai vom Scheich von Abu Dhabi nach und nach aufgekauft – weil Dubai (unglaublicherweise) pleite ist. Erstaunlich, aber wenn man durch Abu Dahbi fährt, wird einem der schiere Luxus dieser Stadt bewußt: Palast an Palast, aufgeschüttete Promenaden, Malls, die jede Frau in den Wahnsinn treiben, eine Skyline, die Manhattan ernsthafte Konkurrenz macht und das Emirates Palace Hotel, das selbst das Burj al Arab in den Schatten stellt.

Heritage Village Abu Dhabi

Heritage Village Abu Dhabi

Dazu gibts wundervolle Sandstrände und himmlisch blaues Meer, an denen ich mich am liebsten noch Tage aufgehalten hätte ,) Natürlich kam auch der Spass nicht zu kurz: wie immer wars toll hier. Beim Bild rechts fällt mir auch gerade ein, wie unglaublich freundlich alle Einheimischen zu uns waren. Völlig egal,wo wir waren, mit wem wir geredet haben – Gastfreundlichkeit, die ich so noch nie erlebt habe (außer vielleicht Hawaii, Aloha!). Daumen nach oben für die arabischen Menschen dort!

Das nächste Ziel unserer Reise war der winzige Inselstaat Bahrain. Mir überhaupt erst bekannt geworden durch das Formel-1-Rennen, welches seit 2004 ausgetragen wird.

Wüsten Grand Prix

Wüsten Grand Prix

So war die Besichtigung der Grand Prix-Strecke auch ganz sicher ein weiteres Highlight: Wir hatten Glück und konnten Ferrari (Massa), BMW (Heidfeld) und Toyota (Glock)  beim Testen zuschauen – und das sogar von der VIP-Terrasse hoch oben und schließlich noch von der Haupttribühne. Ganz schön laut wars…! 😉

Moschee Bahrain

Moschee Bahrain

Auch sonst hatte Bahrain viel zu bieten: interessante Insel mit einer schönen Stadtarchitektur (z.B. dem World Trade Center), dem herrlichen alten Fort (seit 2005 Weltkulturerbe) oder  auch wunderschönen Moscheen (wie fast überall^^) .

Mir persönlich wäre es insgesamt nur zu trocken: Bei nur drei (!) Regentagen im Jahr gibts fast nirgendwo etwas Grünes zu sehen…

das berühmte Segel

Burj al Arab

Es folgte unsere letzte Station auf der Rundreise: das berühmt-berüchtigte Dubai.

Klar, Burj Al Arab, die Skyline mit dem höchsten Gebäude der Welt, die riesigen Malls, der Luxus, der einem förmlich ins Auge springt, die prunkvollen Villen – all dies ist imposant, aber so richtig in Erinnerung bleibt mir sicherlich der Gegensatz zwischen modernem Dubai und historischem Dubai:

Wassertaxi Dubai-greek

Wassertaxi Dubai-greek

Diese beiden Welten, die unterschiedlicher nicht sein könnten, und doch nebeneinander bestehen. Nirgendwo wird das deutlicher wie bei einer Fahrt auf Dubais Meeresarm, der die Stadt teilt. Dort die Menschen beobachten, die Stadt anzuschauen, das Flair mitzunehmen – das war wirklich großartig. Auch der alte Teil mit seinem Gewürz- und Goldmarkt war interessant und vor allem witzig („Aus Deutschland? Wo? Köln und Frankfurt? ahhhh …ALDI SÜD!!!“ )

4x4 Wüstensafari

4x4 Wüstensafari

Abschließend gings von Dubai noch in Richtung Sandwüste. Eine Geländewagensafari, auf die ich mich im Vorfeld schon richtig gefreut hatte, und die alle Erwartungen erfüllte. Etwa eine Autostunde ins Landesinnere und man ist an der völligen Leere angekommen: die Wüste: Sand, Sand, und nochmal Sand. Sanddünen so weit das Auge reichte, dazu die unglaubliche Hitze…

SAND!

SAND!

…ich fand es phantastisch, schon ohne das Autofahren. Und mit dem Jeep durch die Dünen, Steilhänge und Sandschluchten war einfach nur super & lustig ! Nur schade, dass man nicht selbst fahren durfte 😉 Kamelreiten war auch noch dabei und am Sand-Boarden probierten wir uns auch noch aus… Irgendwann kehrten wir erschöpft zurück. Absolut super – und jedem zu empfehlen!

Eine unglaubliche Woche ging leider viel zu schnell vorbei. Zuhause bin ich wieder gelandet mit vielen vielen Erinnerungen und Erlebnissen, und ganz vielen Informationen über Länder, über die ich vorher fast nichts wußte… Dazu war es ganz sicher der luxuriöseste Trip meines jungen Lebens: eigene Bedienungen, eigener Zimmerservice, gutes Essen quasi rund um die Uhr incl. Buffets und Gängemenus (mit wirklich allem, was ich mir vorstellen konnte…), stundenlangen Whirlpoolaufenthalten, und ’ne ganze Menge leckerer Rotwein 😉 Ich vermisse jetzt schon das Essen und natürlich das Gefühl im Februar morgens um 8 bei 25° raus aufs Meer zu schauen…

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