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Island 2012 – in Worten und Zahlen

Oktober 24, 2012 3 Kommentare

Der letzte Artikel zu meiner eindrucksvollen Island-Reise. Man merkt schon hier im Blog, wie nachhaltig dieses Land jemanden wie mich begeistert. Lange genug habe ich nun Photos hochgeladen, jetzt sollen noch einige „harte“ Fakten dazukommen, und einige Erinnerungen. Enjoy!

Skaftafell Campingsite IcelandIsland ist ein Land der Rekorde, besonders alle möglichen Natur-Rekorde, vom größten Gletscher, zu großen Wasserfällen. Aber Island ist nicht nur die Insel im Norden mit den Vulkanen, dem Eis und den rauen Küsten. Island ist mehr als ein Besuch des Golden Circle, mehr als der bekannte Geysir, mehr als Eyjafjallajökull.

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Im Flieger gab es zur leichten Unterhaltung einige witzige Facts, die alle so begannen: „The most amazing thing about Iceland is not…“. Lasst es mich vervollständigen.

  • Das wunderbarste an Island ist nicht, dass es grandiose Gletscherseen gibt, sondern dass es jeden Samstag überall im Land die „Nammi“ (Süßigkeiten) für 50% gibt.
  • Das wunderbarste an Island ist nicht, dass es unglaubliche Naturphänomene wie Geothermalgebiete gibt, sondern dass man spontan abends bei einem Rentnerpaar im Gästezimmer unterkommen kann.
  • Das wunderbarste an Island ist nicht die beeindruckende Lava-und Bergwelt, sondern die Gastfreundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Isländer, selbst unter schwierigen Bedingungen.
  • Das wunderbarste an Island ist nicht das oft atemberaubende Panorama an der Straße, sondern dass der Premierminister im Telefonbuch steht, und man an seiner Haustür klingeln kann.
  • Das wunderbarste an Island ist nicht die bekannte Blaue Lagune, sondern die zahlreichen kleinen „Hot tubs“, in denen man alleine abseits des Weges Wasser und Natur genießen kann.
  • Das wunderbarste an Island ist nicht das grandiose Wasserfallschauspiel überall, sondern dass die meisten Isländer an Elfen, Zwerge und Trolle glauben (und dazu Dissertationen abgefasst werden).
  • Das wunderbarste an Island ist nicht das sauberste Wasser der Welt, sondern dass alle Jungs nach ihrem Vater und alle Mädchen nach ihrer Mutter heißen (und man sofort erkennt, wenn der Vater nicht bekannt ist).
  • Das wunderbarste an Island ist nicht das Betrachten der traumhaft schönen Polarlichter, sondern dass es keinen einzigen McDonald’s im ganzen Land gibt.
  • Das wunderbarste an Island ist nicht ein ausbrechender Vulkan, sondern dass man sich bei jedem Wetter wohl fühlt und jedes Stück des Landes einzigartig ist.

Ich könnte ziemlich lange so weitermachen. Ihr versteht schon was ich meine: Die schönsten Seiten des Landes entdeckt man erst beim Reisen und Quatschen, nicht beim Besuchen der Touri-Highlights.

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Unsere Tour in Zahlen und Worten:

Gefahrene Kilometer: ~3800 (davon etwa 3000 beim Rundtrip, 800 vorher im Süden).

Liter Benzin verbraucht: ~265.

Gelaufene Kilometer: leider nicht festgehalten, unzählige.

Unterkünfte: 6x Guesthouse Reykjavík, 4x Sleepingbag accomodation on tour, 1x Hostel, 1x Youth hostel, 3x camping place, 5x sleepingbag accomodation at Vatnsholt. Alle spontan, keine Vorbuchung.

Wetter: -1° bis 10° C. Regen, Sturm, Schnee, Nebel, Wolken, Sonne, Eis, Wind: alles dabei.

Scheiß Tage: 1.

Free-Coffee an den OLIS-Tankstellen: ~10 (jeden tag unterwegs).

Reifenwechsel: 2.

Fast-Food: 2 (1x Subway, 1x Burger mit Pommes in Reykjavík).

Ungewöhnlichstes Essen: Gegrillter Wal, Pferdegulasch.

Bester (isländischer) Schnaps: Brennivín.

Photos geschossen: ~1200.

Tiere: Schafe (…), Hunde, Katzen, Kaninchen, Pferde, Ziegen, ein Rabe, und ein Schwein namens Skinka.

Museen: 4.

Highlights: Endlose Einsamkeit, Hot Tub bei Fludir, Naturromantik pur, Schnorcheln in der Silfra, Gletschertour, Myvatn, Lagune des Nordens, Skaftafell, Jökulsalon, Polarlichter, Reykjavík-Film-Festival.

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Mal sehen, wie lange es dauert, bis ich wieder in dieses Land reise. Hoffentlich nicht allzu lange, die Westfjorde warten schon 😉

Hier weitere Links zu einigen meiner Photos:

1. Natur und wandern. 

2. Land aus Feuer und Eis.

3. Die Wasserfälle.

4. On the road.

5. Reykjavík.

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Reykjavík, die charmante Mini-Hauptstadt

Oktober 22, 2012 Hinterlasse einen Kommentar

Die nördlichste Hauptstadt der Welt ist zugleich einer der kleineren: Mit etwa 120.000 Einwohnern ist Rekjavík nur etwas größer als Koblenz beispielsweise. Andererseits hat die Region Reykjavík um die 200.000 Bewohner, welches knapp 2/3 aller Isländer sind. Die Stadt an der „Rauchbucht“ präsentiert sich bunt, charmant, weltoffen und sehr international.

island

Plant man eine reine Städtereise nach Reykjavík, könnte man möglicherweise enttäuscht werden: Für eine europäische Hauptstadt gibt es eher wenig zu erkunden, oder zu besichtigen, die Museen sind überschaubar, und die kulturellen Highlights wohl auch leicht zu überblicken. Dennoch überzeugt Reykjavík fast jeden Besucher. Warum?

Island

Die Stadt ist bunt, angefangen mit den Häusern und Dächern. Lebendig, mit vielen Galerien, Cafés und Boutiquen. Offen und freundlich, in jedem Restaurant zu merken (zum Beispiel im kultigen Saegreiffin oder dem italienischen Restaurant Italia).  Witzig, beispielsweise im Penis-Museum. Etwas verrückt nach Süßigkeiten und Eis in allen Varianten.

Dazu ein freundliches, sauberes Stadtbild, umrahmt von Wasser. Auf der Halbinsel Seltjarnes, auf der wir wohnen, ist dies besonders schön: Von drei Seiten Meer und Spazierwege und Strände.

Island

Selbst architektonisch gefällt die Stadt zuweilen, beispielsweise bei der noch sehr neuen, beeindruckenden – aber nicht kritikfreien- Konzerthalle „Harpa“ direkt am Hafen. Oder mit der schönen, stillen Kirche Hallgrímskirkja. Besonders abends kann die Stadt dann glänzen, denn dann erwacht die kleine Stadt noch mehr: Viele Bars, Kneipen und Clubs locken die Menschen in die kulturell angesagten Viertel rund um die wichtigste Einkaufsstraße Laugavegur. Hier merkt man auch, warum Island soviele bedeutende Musiker hat: Musik ist wichtig, sehr häufig gibt es abends Live-Musik, fast immer mindestens ein DJ ein einer Bar.

Island Harpa

So ist Reykjavík trotz seiner geringen Größe eine wunderbare Stadt, und ein Besuch hier lohnt sich sehr. Man sollte aber etwas vom Leben der Isländer mitnehmen, um diese Stadt in aller Breite schätzen zu lernen. (Und die industriellen Vorstädte schnell vergessen ,) ). Dann ist Reykjavík genauso wie der Rest von Island: simply beautiful.

Island – Land aus Feuer und Eis

Oktober 16, 2012 Hinterlasse einen Kommentar

Island ist das Land der Kontraste: saftige Wiesen auf der einen Seite – und dann wieder öde, schwarze Lavawüsten. Schroffe Fjordküsten wechseln sich mit Strandküsten ab. Am eindrücklichsten ist aber der Kontrast, der dem Land seinen Namen gab, die Mischung aus Feuer und Eis.

Iceland

Island ist zu 100 % vulkanischen Ursprungs; seine ältesten Teile (Ost- und Westfjorde) haben sich vor ca 20 Millionen Jahren aus dem Meer erhoben, und noch heute wächst das Land durch unaufhaltsamen „Nachschub“ aus dem Erdinneren. Wunderbar zu erleben in der berühmten Kontinentalspalte. Durchschnittlich alle fünf Jahre kommt es zu einer Vulkan-Eruption, zuletzt 2010 beim europaweit bekannt gewordenen Eyjafjallajökull. Als Folge mancher Vulkanausbrüche führt geschmolzenes Gletschereis zu einer gigantischen Überflutung des südlichen Küstenlands. So entstehen die Gegensätze aus Feuer im Erdinneren mit heißen Quellen, Geysiren und Lava wohin man schaut und dem ewigdauernden Eis auf der anderen Seite, nicht zuletzt den schon im Herbst vereisten Gipfeln.

Island

Iceland

Diese Bilder oben stammen aus meinem Lieblings-Geothermalgebiet Námaskarð in der Nähe des Myvatn: blubbernde Schlammlöcher, rauchende Felder, heiße Wasserquellen und ein entsetzlicher Schwefelgestank. Dieser entsteht durch die  Solfatare, hier oben zu sehen, bis zu 250° C. heißen postvulkanischen Gasausstössen.

Geothermalgebiet

Iceland

Natürlich wird diese ungeheure Energie, die im Boden Islands schlummert genutzt, teils fast schon verschwenderisch. Über 60% aller Energieleistung des Landes stammt aus Geothermaler Energie, und so ist es kein Wunder, dass man oft an den schönsten Orten kleine Kraftwerke sieht, die die Hitze der Umgebung und das Wasser ins Stromnetz speisen. (Obwohl der kleine See hier im Vordergrund so schön ist, ist schwimmen nicht möglich – Temperaturen von über 80°.)

Durch die beständigen aktiven Vulkane im Land gibt es zahlreiche Gletscher, die noch eine Einzigartigkeit besitzen: Sie gehen teils bis ans Meer heran, was unwirkliche Szenerien ergibt. Im nächsten Photo sieht man die Ausläufer des Sölheimajökull, der von der Asche des Eyjafjallajökull-Ausbruchs 2010 dreckig und schwarz wirkt.

Iceland

Am Jökulsalon, einer Gletscherlagune im Süden am Fuß des gewaltigen Vatnajökull-Panoramas (mit einer Oberfläche von 8.100 km² Europas größter Gletscher), sind die Wunder der Natur atemberaubend: Eis glitzert in verschiedenen Farben, treibt auf dem kristallblauen Wasser, dazwischen schwimmen kleine Robben.

Gletschersee Iceland

Iceland

Diese Kontraste machen das Land so faszinierend, gerade auch dann, wenn es manchmal sehr karg und rau ist. Diese Mischung sorgt oft für spektakuläre und unvergessliche Momente. Einen aktiven Vulkanausbruch hatten wir zwar erhofft, aber uns musste das Eyjafjallajökull-Visitor-Center genügen.

Island – on the road

Oktober 15, 2012 Hinterlasse einen Kommentar

3 Wochen Island-Abenteuer sind zuviel, um sie in einem einzigen Post wiederzugeben, daher gibts nun einige Artikel: Den Start macht der „Unterwegs-auf den Straßen-Part“, ein großer Teil einer jeder richtigen Island-Reise. Wir waren insgesamt etwa 3800 km mit dem Auto unterwegs, und jeder einzelne war es wert. Denn hier gilt noch mehr als sonst: Der Weg ist das Ziel. On the road in Iceland.

Iceland

Der Nachteil einer Reise in der Off-Season Herbst ist sicher, dass einer der interessantesten Gebiete Islands, das Hochland, gesperrt ist. Mit dem ersten Schnee (dieses Jahr Anfang September) werden die (meisten) dortigen Routen für Autos gesperrt, und sind erst wieder im Frühling/Sommer offen. Die meisten anderen Straßen der Insel sind aber auch im Herbst/Winter gut befahrbar. Da die Isländer nach der Weltwirtschaftskrise 2009 sehr stark in den Ausbau des Straßennetzes investiert haben (Konjunkturpakete > Arbeitsplätze) sind in den letzten 3 Jahren sehr viele Bereiche geteert worden; die berühmte Ringroad (ca. 1400 km), welche die Insel einmal umrundet, ist mittlerweile bis auf einen kurzen Pass komplett sauber geteert.

Iceland

iceland

Viele schöne Ecken erreicht man aber auch heute immer noch nur auf Schotterpisten, die in unterschiedlichem Zustand sind: Von der gut befahrbaren „Hauptstraße“ bis zu nahezu unfahrbaren Gassen. Mit unserem gekauften alten Toyota OHNE 4×4 waren manche Strecken hart. Oft dachte ich, das schafft die kleine Kiste nun nicht mehr. Jede größere Steinschlag wurde mit einem kurzen Bangen bedacht. Lässt man sich allerdings auch etwas auf diese Strecken ein, entdeckt man natürlich auch viele wunderbare Ecken des Landes, die abseits der üblichen Touristenrouten liegen. Und hier liegt dann trotz des Hochland-Verlustes ein großer Vorteil eines Herbstbesuches: Man ist nun fast vollständig allein unterwegs.

Iceland

Iceland

Nur sehr selten ging es tatsächlich für uns nicht weiter, wie hier oben zu sehen am beeindruckend großen Kárahnjúkar-Staudamm. Schafe auf der Straße dagegen haben wir irgendwann aufgehört zu zählen: Sicher Hunderte. Gesehene Schafe beim Fahren: ∞. Wettertechnisch hatten wir auf den Straßen wohl relativ viel Glück, zwei Wochen vorher steckten viele Urlauber und Einheimische im Norden fest aufgrund zuviel Schneefalls. Da hatten wir auch einiges von, aber alles in normalen Maße, so dass nie größere Probleme auftauchten.

Iceland

iCELAND

In Island herrscht ein generelles Tempolimit von 90 km/h – und zum ersten Mal fand ich dies nicht bedrückend, im Gegenteil: Ich erwischte mich oft dabei, wie ich mit 50, 60 km/h durch die Landschaft schlich, weil ich rings um mich herum alles aufnahm, diese unglaublichen Landschaften, diese tollen Panoramen, dieses einzigartige Land. Mehr als jemals zuvor genoss ich selbst verregnete Tage im Auto.

Unterwegs in diesem Land heißt sich frei fühlen, die Einsamkeit und die Ruhe der Landschaften zu genießen und beeindruckende Naturwunder links und rechts von jeder Straße zu entdecken.

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Island: Erste Eindrücke

September 23, 2012 1 Kommentar

iceland, Reykjanes

Ich bin nun 5 Tage auf der Insel aus Eis und Feuer, wie es so schön heißt. Auch wenn ich bisher keinen Vulkanausbruch erleben durfte, waren diese Tage trotzdem extrem und intensiv.

Einige hunderte Kilometer im Auto auf Straßen, die diesen Namen in Deutschland nicht mal tragen dürften, schon jetzt viele sympatische nette Begegnungen, und immer wieder faszinierende, teils unglaubliche Landschaften, die wohl ein Wort verdienen: einzigartig. Dieses Land ist so schön, auch gerade jetzt im Herbst, dann einem manchmal die Worte fehlen.
(Seit gestern Abend und dieser Show in Islands größter Konzerthalle darf ich mich auch zu „100% Icelandic“ fühlen 😉 – hilarious show!)

Bevor es morgen raus aus dem Süden auf Roadtrip Richtung Osten und Norden geht, hier noch einige erste Impressionen. Auf dem „Golden circle“, der Touri-Tour, bei wunderbaren Wetterbedingungen. Ganz oben heiße Geothermalquellen auf der Halbinsel Reykjanes.

Mit Steigeisen und Eispickel auf Wanderung auf dem Sölheimajökull-Gletscher im Süden Islands. Der schwarze „Dreck“ ist die übriggebliebene Asche des Eyjafjallajökull-Ausbruchs im Jahr 2010.

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Unsere kleine Roadtrips-„Schrottkiste“ im strömenden Regen – vor einem der vielen Regenbogen.

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Träume leben: Island

September 19, 2012 1 Kommentar

Hier war in den letzten Wochen nicht viel zu lesen – und dabei hätte es eigentlich viel zu berichten gegeben, vor allem musikalisch haben sich viele Empfehlungen angestaut, die Bundesliga läuft wieder, und nebenher ist die aktuelle Serien-Season auch wieder besonders heiß. Doch manchmal ist es leider so, dass einen die richtige Arbeit zu sehr beschäftigt. Vielleicht hole ich einige Dinge nach, andere werden einfach wegfallen.

Auch in den nächsten Wochen wird hier eher wenig passieren, da ich mich mal wieder auf eine kleine Reise begebe, meine Träume lebe und meinen Schreibtisch, Bücher und PC gegen Natur, Abenteuer und Zelt tausche. Es geht endlich nach Island, dem „letzten großen Abenteuer in Europa“, wie die Outdoor-Marke schreibt, deren Werbeslogan ich hier dreist in die Headline kopiert habe. Seit vielen Jahren möchte ich dort reisen, und nun ist es endlich soweit. Ich werde versuchen ab und zu mal Photos zu updaten, je nach Netzverfügbarkeit und Lust und Laune.

Meine grobe Ausrüstung sieht man hier, wie ich später beim Packen gemerkt habe einfach viel zuviel an Packmaß und Gewicht. Irgendwann denke ich über Ultralight-Trekking nach.

Island, Iceland, Outdoor, Camping

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Einige Linktipps zu Island:

Immer wieder wunderbare Photos aus und von Island gibts bei Kai Müller, der außerdem noch mit an Bord ist bei diesem tollen Blog über Islands Musikszene.

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Klara Harden war letztes Jahr ganz alleine on Iceland unterwegs, sehr faszinierend:

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Diese zwei Jungs waren 3 Wochen auf großer Island-Rundreise unterwegs und haben alle Erlebnisse in einem lesenswerten Blog dokumentiert, dazu viele tolle Photos.

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Zum Abschluss ein schönes, witziges Video über Island und seine Menschen. (mit Musik von Emiliana Torrini, bei deren Papa wir mal essen gehen ,))

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Trekking in der schottischen Wildnis auf der Isle of Skye

April 17, 2012 2 Kommentare

Auf der Suche nach neuen Herausforderungen und einer neuen Männertour hat es mich in der vergangenen Woche auf die Insel zu den Schotten verschlagen. Eine Woche Roadtrip in Schottland zwischen Edinburgh und Inverness. Das Hauptziel: Die Isle of Skye, Schottlands raue und einsame Atlantik-Insel, einem Paradies für Wanderer und Backpacker.

Nachdem wir schon auf der Autofahrt von tollen Aussichten wie dem Glencoe verwöhnt wurden, waren wir montags endlich am Startpunkt der Hiking-Tour: Sligachan im Süden der Isle of Skye. Dort wurden die Rucksäcke nochmal neu gepackt, Wasser (und Single Malt) verfüllt, Boots und Regenhosen angezogen und los gings: 5 Männer, 4 Tage, 3 Zelte, und leider keine 2 Flaschen Whisky.

Unser erstes Ziel ist der Am Basteir, auf über 900m hoch gelegen. Erst über sumpfartige Wiesen, später auf festeren Wegen, und schließlich nur noch kraxeln auf Steinen. Die Aussicht oben belohnt für die Anstrengungen,  und es gibt den ersten Schluck Whisky. (Mein Rucksack ist zu diesem Zeitpunkt definitiv zu schwer – ich sollte über Ultralight-Trekking nachdenken.)

Unser Abstieg dauerte etwas länger als geplant: Es kamen uns Steinschläge, senkrechte Wände und das Wetter dazwischen, schließlich fanden wir aber auf einem Plateau im Anstieg noch ein Plätzchen für unsere Zelte. Die Nacht wird feucht, kalt und rutschig, doch schon morgens mit dem Frühstück ist man durch die tolle Landschaft versöhnt.

Der zweite Tag sollte in jeder Hinsicht nass werden – vor allem für die Füsse: Stunden wateten wir durch das Moor des Glen Sligachan, bis wir wieder in höhere Ebenen kamen mit tollem Blick auf die Black Cuillins und das Loch Coruisk. Dort ist die Landschaft grandios, rau und wunderschön. Und der Boden nass. Sehr nass. (Hier meine insgesamt empfehlenswerten Boots.)

Auch wenn wir beim abendlichen Angeln leider kein Glück hatten, der Blick auf das Tal und das „Loch“ war toll – und unser Essen sowieso. 2 Gaskocher und ein Trangia-Kocher sorgten für abwechslungsreiches (und sehr üppiges) Wildnis-Futter. (Ein Fisch wäre natürlich die Krönung gewesen.)

Unsere Zelte standen immer da, wo es uns gerade gut gefiel – natürlich immer gegen Abend und nach Möglichkeit trocken. Auch wenn dies nicht immer gelang: Lange schlafen konnten wir irgendwie trotzdem immer. Freies Camping ist einfach immer super. (Zugegeben: Nachts wurde es richtig kalt, oft zu kalt.)

Unser nächster Tag wartete mit dem vielleicht schönsten Streckenabschnitt, zumindest der mit dem meisten Adrenalin. Über den Bad Step ging es bei bestem Wetter mit sehr angenehmen Temperaturen entlang der Meeresküste.

Hier ging es fast ausschließlich über Felsen und Felswände, etwas mehr klettern als Hiking. Hat viel Spaß gemacht, würde aber vermutlich noch mehr Spaß machen ohne großen Trekking-Rucksack. Immerhin: Wunderbares Wetter den ganzen Tag und tolle Aussicht auf die Bucht. Der Bad Step bleibt in Erinnerung ,)

Wir kamen zurück ins Glen Sligachan, in dem wir nach anfänglichem querfeldein auch dem offiziellen „Pfad“ folgten. Auch hier hatten wir tolles Wetter und der Regen kam immer erst nachts, wenn wir in den Zelten waren. Trotzdem: Wasserdichte Kleidung und Schuhwerk versteht sich hier von selbst. Regen, Moor, Gebirgsbäche und die Flüsse – Wasser gibts genug und die Herausforderungen an die Kleidung sind groß.

Anstrengende, aber perfekte Tage gingen viel zu schnell vorbei. Die nahezu unendliche Einsamkeit (natürlich besonders jetzt im April!), die rauen Gebirgsketten und die einzigartige Landschaft machen eine Trekking-Tour hier zu einem tollen Erlebnis. Manchmal war es hart und kalt, aber die traumhaften Aussichten und der Spaß beim Wandern waren es in jedem Falle wert. Memo an mich selbst: Bei der nächsten Tour eine kleinere Isomatte, eine (noch) wärmere Daunenjacke und mehr Single Malt mitnehmen.

Auch der Rest der Reise war großartig, unkompliziert und erfahrungsreich. Auch Linksverkehr, defekte Flugzeuge, oder Meth-Flugkontrollen konnten dem Spaß wenig entgegensetzen, und so komme ich gerne wieder nach Scotland. Allein schon der Single Malts wegen. (In Schottland schmeckt der einfach noch besser 😉 )

 (Alle Photos sind von mir aufgenommen mit der Kompaktkamera Powershot SX 200 und stehen gerne unter der CC-BY-NC 3.0-Lizenz.)

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