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Mythologie, Religion und die große Depression: Carnivàle (HBO, 2003-2005)

Januar 30, 2013 Hinterlasse einen Kommentar

Der amerikanische Sender HBO ist ja mittlerweile auch hierzulande bekannt für seinen hohen Qualitätsstandard und beliebt für Fernsehproduktionen wie The Wire, The Sopranos, Six Feet Under, Game of Thrones, True Blood oder auch aktuell Girls. Ein weiteres großes Stück Fernsehkunst hat es dagegen trotz vieler Fans und guter Kritiken nie nach Deutschland ins Free-TV geschafft und wurde viel zu früh abgesetzt: die vielschichtige und großartige Serie Carnivàle.

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Auf Carnivàle bin ich vor einigen Jahren gestoßen: in einer Filmwissenschafts-Vorlesung über „US-amerikanische Serien seit Twin Peaks“ zeigte die Dozentin einen Ausschnitt und bewunderte die Charaktere und die Komplexheit der Handlung und verglich die Serie mit David Lynchs Meisterwerk Twin Peaks. Und in der Tat kommt bei den ersten Episoden unmittelbar der Gedanke an Laura Palmer, Agent Cooper und co. Nicht nur, dass mit Michael J. Anderson einer aufgrund seiner genetischen Krankheit eindrücklichsten Schauspieler sowohl in Lynchs Werk als auch in Carnivále mitspielt (schon dessen Prolog im Piloten der Serie ist großartig!), sondern auch der Rest des Casts ist ähnlich wie in Twin Peaks geprägt von seltsamen Gestalten und ungewöhnlichen Menschen, und die Mystik nimmt auch in der HBO-Serie einen breiten Raum ein.

Carnivàle, Namensgeber ist ein umherziehender Jahrmarkt, spielt mitten in der „Great Depression“ der 1930iger Jahre, tief im mittleren Westen der USA und dieses deprimierte Leben wird in jeder Sequenz deutlich: Armut, Schweiss und Schmutz, Arbeitlosigkeit, Kriminalität – und auf der anderen Seite auch tiefste Religiösität, Aberglauben und eine von mystischen Symbolen aufgeladene Welt. Die übergreifende Geschichte der Serie dreht sich um den Kampf zwischen Gut und Böse, oder anders gesagt: Den Kampf zwischen der Gestalt des Lichts und der Kreatur des Dunklen. Im Mittelpunkt davon stehen der junge Ben Hawkins und der Priester Justin Crowe (ähnlich wie später bei der Drama-Serie LOST wird auch hier mit den Namen der Protagonisten gespielt!), welche sich nicht nur hinsichtlich ihrer Mission diametral entgegen stehen: Hier der adrette, makellose und immer höfliche Bruder Justin, dort der immer verschwitzte, etwas heruntergekommene Ben; hier der Publikumsliebling und Radiostar, dort der zurückgezogene, einsame Junge. Die Serie spielt vor allem in ihrer ersten Season ganz bewusst mit diesen Gegensätzen, denn zu diesem Zeitpunkt steht nicht offenkundig fest, welcher der beiden für „das Gute“ und welcher von ihnen für „das Schlechte“ steht. (Hier zum Trailer.)

Diese Grundidee der Serie (Gut gegen Böse) erscheint wenig originell und zumindest auf tieferer Ebene langweilig. Doch Carnivàle (unter der Idee von Drehbuchautor Daniel Knauf) schafft eine solch überzeugende Konstruktion des Plots und der einzelnen Charaktere, dass man jedes neue Mosaik begierig aufnimmt. Vor allem die zahlreichen Personen der Geschichten sind dabei authentisch und vielschichtig. Darüber hinaus bekommt jede Figur viel Zeit für ihre Entwicklung. Allein schon Bens (gespielt von Nick Stahl) Entfaltung vom schüchternen, verzagten Jungen zum heilenden Mann mit einem Auftrag ist großes Kino. Die „Kräfte“ der Protagonisten nehmen dabei selbstredend einen großen Spielraum innerhalb der Serie ein: Hawkins kann durch seine übernatürliche Fähigkeiten Menschen heilen, sogar vom Tod wiederauferstehen lassen, während Crowe sie dazu bringen kann, seinem Willen zu folgen. Was beide noch eint: sie haben immer wieder dunkle Visionen und Alpträume. Dies alles wird einer unglaublich komplexen Mythologie zugrunde gelegt: Aufgeladen mit spirituellen Symbolen, Freimaurer-Legenden, Tarotwahrsagung und natürlich der christlichen Theologie ist die Handlung von Carnivàle intensiv und oftmals verwirrend.

Dies könnte sicher auch dazu beigetragen haben, dass die Quoten besonders in der Season 2 für HBO zu schlecht waren, und die Serie abgesetzt wurde. Dies ist vor allem bedauerlich, weil Knauf sein Projekt auf 6 Staffeln angelegt hatte und das Ende der 2. Staffel – nun ja – kein wirkliches Ende ist. Ohne zuviel zu spoilern: Der Cliffhanger der allerletzten Folge lässt den Zuschauer etwas sprachlos zurück. Und somit kann der Carnivàle nie seine ganze epische Breite erzählen, die ihm angedacht war. Ich hätte der „Freakshow“ rund um Mr. Samson liebend gerne noch weitere Seasons zugeschaut. Denn hier findet sich schon alles, was wir auch an aktuellen Serien lieben: eine mitreißende, komplexe Story, dazu ein perfektes Setting mit phantastischen Bildern, Charakterdarsteller und eine langsame Erzählart mit viel Entfaltungsmöglichkeit für die Geschichte.
Wer sich sich mal wieder auf etwas Älteres einlassen möchte, und dabei auch nicht vor Intensivem zurückschreckt und andere Fernsehkunst wie die eingangs erwähnte Serie Twin Peaks mag, wird hier mit einer großartigen, bildgewaltigen Serie belohnt. Fernsehen, wie es immer sein sollte. Leider ist bis heute keine deutsche DVD erschienen, es gibt bisher nur den UK-Import.

Hail to the Heisenberg

Juni 5, 2012 3 Kommentare

Yes! Es gibt ein neues Season-Poster zur fünften und finalen Staffel von Breaking Bad. Und damit beginnt nun das Warten und die Vorfreude auf das vielleicht größte (zu Ende gehende) Serienhighlight 2012. Freuen wir uns also zusammen auf den 15. Juli 2012. Hail to Walter! 😉

(via  5FF, Nerdcore und viele mehr.)

BBC-Serie Sherlock in der ARD (2. Staffel)

Es kommt sehr selten vor, dass die Öffentlich-Rechtlichen Fernsehanstalten in ihrem Fernsehprogramm Mut zeigen und ausländische Juwelen in Deutschland zur besten Sendezeit zeigen. Doch die ARD traut sich: Die hervorragende zweite Staffel der BBC-Serie Sherlock läuft an drei Feiertagen zur besten Sendezeit, los gehts morgen um 20.15 Uhr. Zeit für einen Blick auf die bisher 6-teilige Serie.

Sherlock Holmes BBC Serie Benedict Cumberbatch Martin Freeman

Als ich damals von einer neuen Serie um den berühmten Sherlock Holmes las, war ich nur wenig begeistert. Sherlock? Der wurde doch schon Millionen 217 Mal verfilmt. (Etwa parallel die eher nur mäßig guten Kino-Adaptionen mit dem schlagkräftigen Robert Downey Jr. als Sherlock). Aber die Idee eines modernen Sherlock in einem modernen London – nun ja, ich war zumindest gespannt, was die BBC daraus machte.

Und das Ergebnis der ersten Staffel, die im August 2010 in der BBC (und im Herbst 2011 im Spätprogramm der ARD) lief, war einfach großartig: 2 phantastische Hauptdarsteller (Benedict Cumberbatch und Martin Freeman), die alten Arthur Conan Doyle-Geschichten modern und zeitgemäß verpackt, gelungene Optik , herausragende Dialoge und dazu ein cleveres Spiel mit unseren Zuschauer-Erwartungen. Kurzum: Ein sehr gute Serie, ein Must-See für Kino- und Serienfans.

Sherlock ist anders, und dieses „Anders“ wird in „Sherlock“ zu einem ganzen Komplex: Die Überforderung der Zuschauer mit Sherlocks brilliantem Kopf wird hier zum Stilmittel. Texte, Zahlen, Bilder rattern vor unseren Augen, wenn Sherlock seine Fälle löst – und Benedict Cumberbatch spielt diese Rolle mit großer Hingabe. Das Tempo von Sherlock ist angesichts einer Serie bahnbrechend, und gerade dieser Thrill macht die Serie so gut. Ab morgen abend (Himmelfahrt, 20.15 Uhr) zeigt die ARD nun die neuen Fälle von Holmes und seinem (kongenialen) Partner Watson (sympatisch: Martin Freeman) – und Überraschung: Die 2. Staffel ist noch besser. Schon Teil 1, der mysteriöse Fall „Der Skandal in Belgravia“ um die kriminelle, aber auch bezaubernde Irene Adler ist atemlos, fesselnd und sucht in der deutschen Krimi-Unterhaltung seinesgleichen. Dieser Film lässt viele andere (deutsche) Serien (man denke nur an die „Tatort“-Reihe) wie billige Amateur-Filme aussehen. Großartigst! Teil 2 und 3 laufen an den Pfingstfeiertagen, dann jeweils um 21.45 Uhr, und vervollständigen diese Staffel. Während Episode 2 „Die Hunde von Baskerville“ zwar immer noch stark ist, aber nicht an den erotisch spannenden ersten Teil heranreicht, ist das Finale in „Der Reichenbachfall“ wieder unglaublich und zeigt mal wieder atemberaubend hohes Niveau.

Man möchte hier für die deutschen Erst-Zuschauer nicht allzuviel Handlung verraten, aber in der zweiten Season gibt es neben aller Geniestreiche auch erstmals menschliche Seiten von Sherlock zu sehen und Watson wird als Partner und auch Freund immer wichtiger. Eine tolle Entwicklung, die der Serie auch in sich gut tut. Die 2. Season von Sherlock ist genial und ist eine echte Empfehlung für das sonst oft so schlechte deutsche TV-Programm. (Auch in der deutschen Version funktionieren die witzigen und herrlichen Dialoge sehr gut, auch das ist ja nicht allzu oft so.)

PS: Nett ist in der modernen Umsetzung natürlich auch der Einfluß von Web und Blogs, so führt John Watson in der Serie einen Blog um die Arbeit mit Sherlock – und fast schon selbstverständlich ist dieser Blog auch im realen Web vorhanden: (Vorsicht! Mögliche SPOILER!) http://www.johnwatsonblog.co.uk/

PS2: Weil BBCs Sherlock so gut und so erfolgreich ist, ist natürlich schon die US-Version in Planung. Hollywood… (Immerhin charmant: Watson wird zur Frau, gespielt von Lucy Liu).

Serienreview: Game of Thrones, season one (HBO, 2011)

Oktober 24, 2011 1 Kommentar

Man nehme etwas „Herr der Ringe“, ein bisschen die alten Sagen der Griechen, ein wenig Mittelalter-Look, etwas politisches Geplänkel unserer Zeit und vermische es in einem Topf mit ordentlich viel Brutalität und explizit zur Schau gestellten Sexszenen: Heraus kommt die neue, großartige TV-Fantasy-Serie „Game of Thrones“ des für Serienfans legendären Senders HBO.

(c) HBO.

Winter is coming“ flüstern sich die Alten in den sieben Königreichen von Westeros zu. Winter ist nicht mit unserem Winter gleichzusetzen. Dieser Winter kommt nur alle paar Jahre, und nur die Älteren können sich überhaupt an einen richtigen Winter erinnern. Das eben jener nun wieder vor der Tür steht, ist die Rahmenhandlung der ersten Staffel von Game of Thrones, der Verfilmung der Fantasysaga Das Lied von Feuer und Eis (eine Staffel pro Band der Saga, bisher 5 Bücher). Diese Saga dreht sich um die fiktive Welt Westeros (ein bisschen wie Mittelerde im ungleich bekannteren HdR), ihre sieben Königreiche – und vor allem um die Machtspiele dieser Reiche untereinander. Die erste Staffel beginnt zu einem Zeitpunkt, als nach einigen friedlichen Jahren ein neuer Machtkampf entsteht, vor allem zwischen den mächtigen Adelsgeschlechtern Stark, Baratheon und Lannister. Die zahlreichen Konflikte zwischen diesen Reichen und anderen Adelshäusern lässt einen Bürgerkrieg hevorbrechen. Im Norden erwacht jenseits der gigantischen Schutz-Eiswand – unbemerkt von den machtbesessenen Fürsten – eine alte, gefährliche Macht.

Soweit so gut klingt dies nicht zuletzt nach herkömmlicher Fantasy-Literatur und -Handlung. Doch „Game of Thrones“ geht viel weiter als typische Fantasy: Hier geht es sprichwörtlich gesehen zur Sache. Ausufernde Sexszenen, generell viel Erotik, überbordende Brutalität, komplizierte politische Machtrankeleien, hervorragend herausgearbeitete Charaktere und ein Plot voller Wendungen, Überraschungen und Absurditäten. Im Gegensatz zum Beispiel zum weltberühmten „Herr der Ringe“ gibt es in der Welt von „Game of Thrones“ wenig Schwarz-Weiß-Schemata: Klar gibt es auch hier die Helden, die Guten und Weisen (zum Beispiel Ned Stark, die Hand des Königs und liebenden Familienvater, gespielt von Sean Bean), und auf der anderen Seite die Bösen und offenkundig Finsteren (die machthungrigen, vor nichts zurückschreckenden Lannisters, die ganz nebenbei untereinander Sex haben), aber jede Figur in der Serie ist vielschichtig, hat ihre eigenen Interessen und kann sich entsprechend wandeln. Das erzeugt viel Spannung, lässt viel Raum für Interpretationen und Deutungen und ist immer wieder witzig. Am besten auszumachen bei einem meiner Lieblingscharaktere: Tyrion „Dwarf“ Lannister. Der Zwerg ist schlau, durchtrieben, von sich überzeugt, neugierig – aber mit dem Herz am rechten Fleck: ganz sicher in jedem Maße unterhaltsam.

Aus dem gesamten Charaktere-Universum der Serie (das sind nämlich durchaus sehr viele Hauptpersonen) haben es mir neben dem Zwerg vor allem Jon „Bastard“ Snow und die sympatische kleine Arya, die Tochter von Ned Stark, dem Herscher von Winterfell, angetan. Mindestens ebenso faszinierend ist die attraktive Daenerys Targaryen, die spätestens mit der letzten Folge der ersten Staffel als „Drachenkönigin“ alle Zweifel wegwischt, ob sie für die Handlung interessant ist. Zwerge, Drachen, kämpfende Mädels, eine riesige Eiswand, Geschwisterliebe: klar, all dies klingt sicher hier in einem Review seltsam, doch hat „Game of Thrones“ in der Tat alles, was eine super Serie heute ausmacht: eine sehr komplexe Geschichte mit wunderbaren aktuellen Bezügen, ein tolles Ensemble, ein gutes Setting und einen phantastischen Spannungsbogen. Wir sind schlichtweg begeistert, können nur vor HBO unseren virtuellen Hut ziehen für solch glänzende TV-Unterhaltung, und freuen uns schon sehr auf die zweite Staffel. Diese beginnt wohl leider erst im April 2012. (In Deutschland startet die erste Staffel am 2.11 auf dem Digital-Sender TNT, und sonst gibt es sie wie üblich auf den bekannten Streaming-Portalen.)

Schnell noch den Trailer für die zehnteilige erste season:

Jahresrückblick 2009 – „Best of“

Januar 3, 2010 6 Kommentare

Jetzt ist schon der 3. Januar im neuen Jahr. 2010, das klingt noch richtig ungewohnt. Zeit für einen – wohl sehr ausführlich werdenden – Jahresrückblick 2009, ein Jahr voller Erlebnisse und Ereignisse, ein Jahr, so vollgepackt, dass ich unmöglich hier alles erzählen und berichten kann und konnte.

2009 war ein außergewöhnliches Jahr für mich. Es war aber im Gegensatz zu den Jahren davor vor allem beständig. Beständig zu wenig für das Studium, beständig im Studentenleben mit allen positiven und negativen Sachen, die dazu gehören, beständig viel unterwegs, beständig tolle Erlebnisse, aber auch eine neue beständige Arbeit, gute beständige Freunde (die mir unglaublich wichtig sind!), und vor allem eine wundervolle beständige Beziehung.

Das beste aus dem Jahr 2009 aus hulza-Sicht quasi, have fun 😉

[Wichtiger Hinweis: Alle Texte und Eindrücke sind rein subjektiv. Ich kann – und will – nur über Dinge urteilen, die ich selbst erlebt, gesehen, gehört, gelesen habe. Daher muss jedem Leser klar sein, dass diese Listen nicht vollständig sind, und auch keinen Anspruch darauf erheben! – Ursprünglich wollte ich auch Politik, Sport und andere Nachrichten hier miteinfließen lassen, es wird aber auch so schon viel zu lang, und diese Jahresrückblicke gibts ja auch genug, also hier ganz persönlich…]


Websites & Internet 2009

Kein Jahr zuvor war das Internet als eigenes Medium so präsent in den alten Medien und  bei den älteren Generationen wie im vergangenen Jahr. Die großen Debatten (zb rund um das Kinderpornographie-Sperrgesetz)  machten das Netz massenwirksam, und Petitionen wie die gegen das Sperrgesetz zeigten, dass sich auch innerhalb der Netzgemeinde  ernsthafte Gedanken gemacht wurden (Bei der Petition gegen das Gesetz war ich einer der ersten tausend Unterzeichner, später sollten es viele, viele tausend mehr werden…). Große Magazine und Zeitungen fingen an zu twittern, Facebook-Seiten zu errichten und Online-Journalismus wirklich ernst zu nehmen. Es war DAS Jahr für „social media“  und die Durchsetzung von multimedialen Anwendungen wie Google Wave, Mikroblogging und und und. Auch mein Jahr stand in den 140 Zeichen von Twitter: Twitter war wohl ganz sicher DIE Seite 2009, millionenfach angeklickt und auch ich habe es nach anfänglichem Zögern absolut lieben gelernt. Darüber hab ich viel gelernt, viel mitgenommen und zudem eine unglaubliche Masse an Links angeklickt. Die alle hier, oder auch nur einen Bruchteil wiederzugeben, wäre Blödsinn, daher eine kleine, feine Auswahl meiner liebsten Seiten im Netz 2009:

Big Picture von Boston.com: Man kann diese Photos gar nicht genug herausheben aus der Masse des Netzes. Großartig, unglaublich, wundervoll, beeindruckend, faszinierend. Superlative sind hier erlaubt.

Lostpedia : Unglaubliches Wiki zur vermutlichen besten Serie unserer Zeit, Lost. Informationsoverkill.

tontraegerhoerer: Nicht nur ein guter Freund, sondern auch ein sehr guter Blogger, dieser tontraegerhoerer. Aktuell hervorragende Beiträge zum Jahrzehntrückblick.

CaptainCrawl: Meine kleine Geheimwaffe für Musik, die ich sonst nicht finde. Vor allem für Musik abseits des Mainstreams immer gut zu gebrauchen.

Viral Video Charts: Ein Blick hierrein, und man ist – den meisten – ein bisschen voraus. Alle großen Videos des Jahres konnte man hier aufzeigt sehen, praktische Sache.

RzBlog: Die Rheinzeitung hat dieses Jahr aufhorchen lassen. Obwohl ich mit ihr aufgewachsen bin, hat sie mich erst dieses Jahr wirklich beeindruckt – vor allem mit ihrer Offenheit und Außendarstellung. Der Blog gehört dazu, die vielen Autoren machen den Reiz aus. Lesenswert.

Netzpolitik: Allein für die Arbeit rund um „Zensursula“ hat sich netzpolitik.org verdient gemacht. Auch sonst lohnt sich immer ein Blick, um zu wissen, worüber gerade in den hohen Kreisen ( 😉 ) so diskutiert wird.

Video 2009

Etwas, was ja theoretisch zum Internetbereich fällt, ich aber bewußt trenne. Videos in jeder Form ersetzen für viele Menschen das klassische Fernsehen. Und das ist kein Wunder: Das Netz sprudelt über vor interessanten, ideenreichen Videos: Musikproduktionen, virale Marketingaktionen und unzählige private Aufnahmen. Ich habe schätzungsweise eine hohe 3-stellige Zahl (vermutlich mehr!) an Videos auf Plattformen wie YouTube, Vimeo und co angesehen. Dies jetzt nochmal nachträglich zu sichten ist nahezu unmöglich, daher eine Top10 der Videos, die mir spontan einfallen. (Über die Positionen kann man streiten…)

#1 I gotta feelin‘, Oprah Winfreys Überraschungsparty: DAS Partylied des Jahres, dieses Video flasht einfach.

#2 David after Dentiest: Für mich eins der lustigsten Videos ever. Könnte ich immer wieder schauen. „is this real life?!“

#3  Her Morning Elegance / Oren Lavie: Mein Lieblingsmusikvideo irgendwie. Toller Song ist es auch noch.

#4  collaborative animation by Blu and David Ellis: Die beiden Straßenkünstler und ihre großartige Arbeit.

#5  SOUR ‚日々の音色 (Hibi no neiro)‘ : Musikvideo aus Japan. Gemeinsame Choreographie von Fans, die durch Webcams miteinander verbunden sind.

#6  Pianotrappan: witzige Aktion von Volkswagen in Schweden, die im Kopf bleibt.

#7 Jon Schmidt – Love story meets Viva la Vida:Tolles Arrangement, könnte ich immer wieder hören.

#8 Heineken Commercial: Mein liebster Werbespot im vergangenen Jahr.

#9 JK wedding entrance dance:Leider original nicht mehr verfügbar, Danke Sony! So möchte ich auch in die Hochzeit tanzen…

#10 Flutter: The new Twitter: Twitter herrlich auf die Schippe genommen, großartig!

Musik 2009

Die medialen Möglichkeiten wachsen, und damit wächst auch der Input an Musik – sowohl schlechter als auch guter. 2009 ist soviel an Musik auf mich hereingeströmt, dass ich mich gar nicht an alle Songs & Tracks erinnere. Daher ist es umso schwieriger hier eine Bestenliste zu überlegen. Die Top 10 werden daher mehr eine Art: „Meine Alben des Jahres“. Bezeichnend: Auf Platz 1 ein Album, welches schon 2008 erschienen ist, und ich hier schon im Oktober  ’08 vorgestellt habe.

#1 Paul Kalkbrenner – Berlin Calling (OST): 2 Punkte sprechen dagegen, dieses Album auf Platz 1 2009 zu setzen: a) im Herbst 2008 erschienen und b) der Hype um Film und Soundtrack geht mir ziemlich auf die Eier Nerven. Aber: Es ist halt doch DAS Album, welches mein Jahr mitgeprägt hat von Januar bis Dezember. Das Album ist als solches schon großartig mit wundervollen Produktionen, als offizieller Soundtrack zum Film aber einfach nur genial: Jede Sekunde passt haarscharf auf die Filmsequenzen. Perfekt. Kalkbrenner hat damit den Sprung in die Konzerthallen geschafft, sein Live-Auftritt auf dem Melt! war auf jeden Fall großartig.

#2 Röyksopp – Junior: Diese Norweger sind absolut verrückt, aber irgendwie toll verrückt. Dieses Album macht Spass ohne Ende, und war definitiv mein Sommeralbum. Bin schon gespannt auf „senior“. Toptitel: „The girl and the robot“  mit Robyn.

#3 The Whitest Boy Alive – Rules: Absolut ärgerlich, dass ich ihren Auftritt auf dem Melt! verpasst habe: Das Album ist toll. Meine Lieblingsmusik für Unterwegs in Bahn und Flugzeug. Anspieltipp: „Island“.

#4 Depeche Mode – Sounds of the Universe: Ich hätte nicht unbedingt mit dieser Platte gerechnet, aber sie ist richtig stark geworden. „Wrong“ einer DER Songs des Jahres. Vorfreude aufs Konzert im Februar!

#5 Muse – The Resistance: Nach anfänglichem Nicht-Gefallen absolute WOW-Platte. Allein schon die Symphony. Live dann nochmal besser. Muse bleibt nie gleich, sich aber immer treu!

#6 Phoenix – Wolfgang Amadeus Phoenix: Zu diesem Album ist fast alles gesagt worden, also Klappe zu: Super! „1901“ ist einer der Tracks des Jahres. (Live waren sie übrigens eher langweilig!)

#7 Moderat – Moderat: Modeselektor und Apparat zusammen, irgendwie unmöglich – und herausgekommen ist etwas wundervolles. Hoffentlich kommt da noch mehr. Anspieltipp: „Rusty Nails“.

#8 Jochen Distelmeyer – Heavy: Meine deutsche Überraschung des Jahres. Mit Blumfeld hatte ich nie was am Hut, umso überraschender, dass ich dieses Album großartig finde. Lieblingstitel: „Murmel“ und „Lass uns Liebe sein“.

#9 Oliver Koletzki – Großstadtmärchen: Unerwartet chillig, unerwartet schön geworden. Die vielen Gaststimmen überzeugen, vor allem „These Habbits“ und „Hypnotized“ sind wundervoll.

#10 Gossip – Music for men: Mit „Standing in the way of control“  2006 der erste Hit, doch 2009 war ihr Jahr. Album rockt, Beth Ditto ist einfach eine absolute Rampensau. Tipp: „Love Long Distance“.

LIVE-Auftritte 2009

#1 Coldplay – Vielleicht wars nicht das beste Konzert, aber das Erlebnis im Wembleystadion war beeindruckend. 75.000 Menschen singen „Fix you“, das ist Gänsehaut wie im Bilderbuch!

#2 Muse – Vermutlich die beste Live-Band unserer Tage. Wahnsinn, was die Jungs musikalisch und visuell bieten. Lieblingsband ohne Zweifel.

#3 The Ten Tenors – Überraschungsplatz auf dem Treppchen. Völlig anders als der Rest, aber umso beeindruckender. Musikkunst. Gerne wieder!

#4 Travis – 10 Jahre nachdem ich beim ersten Album riesen Fan war, mein erstes Konzert bei den Schotten, und das eher unfreiwillig: und dann wars auch noch super. Tolle Performance, super Stimmung, sympatische Band (Frontman Fran Healy war 2 ganze Songs inmitten der Crowd!).

#5 Röyksopp – Sehr cooler Auftritt von „Eple“ bis „Happy up“. Großartig: „What else is there“.

Außerdem überdurchschnittlich gut und daher auf den Plätzen – ohne bestimmte Einordnung:

Gossip (Unglaublich, was die abgehen. Partyentdeckung des Jahres), Paul Kalkbrenner (Hype Hype Hype, aber trotzdem gut. Als die Leute weg waren, wurds richtig gut 😉 ), Fat Boy Slim (Der Meister mit all seiner Power), Kasabian (klasse Indierock, hat als Vorband von Oasis diesen kräftig den Arsch versohlt! ), The Prodigy (ultrahart, die Schmerzen spür ich heute noch), Johannes Heil (hat für 50° gesorgt, gefühlte 100°.), Deichkind (unfassbar!) , Kaiser Chiefs (bisschen kurz, aber sonst sympatischer Auftritt), Fettes Brot (mal wieder seeehr lustig..).

Kinofilme 2009

Früher mein absolutes Steckenpferd, ist das Kino- und Filmgeschehen in diesem Jahr – leider – etwas an mir vorbeigezogen. Wie sagt man so schön: „Es geht halt auch nicht alles.“ Blöd aber auch… Hier trotzdem meine am besten bewertesten Filme, die ich dieses Jahr im Kino gesehen habe:

#1 Inglourious Bastards (Quentin Tarantino): Es gibt von Tarantino keine schlechten Filme, aber dieser hier setzt seinem Werk irgendwie noch die Krone auf. Sprachlich, Technisch, Inhaltlich: Ohne Makel. Obendrauf witzig und starke Darstellerleistungen (allen voran Christoph Waltz, der dafür jeden Preis der Welt erhalten müsste!).

#2 Away we go – Auf nach Nirgendwo (Sam Mendes): 2. Film von Mendes in diesem Jahr. Und besser als „Zeiten des Aufruhrs“. Schön, dass man eine solch witzige Geschichte auch mal mit unbekannten Gesichtern darstellen kann. Allein für diesen Mut sollte Mendes belohnt werden.

#3 Hangover (Todt Philipps): Ich bin wirklich kein Fan von dümmlichen Flachwitzenfilmen aus Hollywood, und meide diese so gut es geht – aaaber: Was habe ich hier gelacht. Sensationell! Das ist so lustig, dass ich von einem eigenen Junggesellenabschied in Vegas schwärme 😉

#4 Verblendung (Niels Arden Oplev): Klar, reicht nicht ans Buch heran. Aber: Hier ist meines Erachtens eine super Verfilmung eines Buches gelungen, welches nur voller Details und Charakteren überquillt. Dank Noomi Rapace wirklich sehr gut gelungen. Freue mich auf die nächsten Teile.

#5 Operation Walküre (Bryan Singer): Welche Überraschung: Nicht stupides Action-TomCruise-Feuerwerk, sondern guter Thriller mit vielen starken Dialogen. Sollte ich nochmal in Deutsch anschauen.

Knapp an den Top 5 vorbei: die beiden Comic-Action-Verfilmungen Watchmen und das Xmen SpinOff Wolverine.

TV-Serien 2009

Spätestens seit letztem Jahr hatte mich der Serienwahn voll gepackt, und 2009 stand dann wirklich im Zeichen der Serien statt der großen Filme. (#3 kommt in die Liste mit rein, obwohl schon 20 Jahre alt.)

#1 Lost – Weiter unangefochten. Die 5. Staffel setzte mich zum Teil in ernsthafte Paranoia-Zustände. Warten auf „season 6“ und das große Finale ist wie eine Folter. Sucht! (Zwischenzeit genutzt, um alle(!) Staffeln nochmal zu schauen!)

#2 „24“ – Endlich war „24“ wieder so richtig gut. Tony is back! Manchmal etwas zuviel des Guten, aber das kennt man ja bei twentyfour. Bleibt DIE innovative Serie des vergangenen Jahrzehnts.

#3  Twin Peaks – Bald werde ich mal ausführlicher berichten über dieses Meisterstück von David Lynch. Bin noch nicht ganz fertig mit der Serie der Serien, mit dem Prototyp aller heutigen Serien. 1989 (!) entstanden, unendlich langsam erzählt, bizzarste Charaktere, und tolle Kamera.

#4 Californication – Immer mehr Serien haben auch Antihelden als Hauptfiguren. Hank Moody ist so ein Antiheld. Seinem Leben zuzuschauen ist großartig, und überaus witzig.

#5 Prison Break – Gehört grundsätzlich nicht in eine top5 der Serien, aber die 4. Season war dann doch zumindest durch das wirklich schlüssige und konsequente Ende lobenswert. Insgesamt hat die Serie mich dann doch viele Stunden gekostet, und daher irgendwie hier auch ihren Platz verdient.

Viele gute, aktuelle Serienstaffeln wie Dexter, The Wire oder The Office sind noch vollkommen an mir vorübergegangen, da gilt es mal aufzuholen 😉

Unterwegs 2009

Ja, es folgt ein wohl etwas längeres Kapitel. Ich war schon immer viel und gerne unterwegs, aber dieses Jahr hat dann irgendwie nochmal alles getoppt. Viele meiner Freunde und Familie denken dabei nur an die Auslandsreisen, dabei waren auch vor allem die vielen, vielen Kurztrips innerhalb von Deutschland intensiv. Eine kleine Auswahl der Aktionen, über die ich auch gebloggt habe, die Highlights sozusagen:

Die anstrengenste Reise: London. Nicht meine Stadt, zu hektisch und laut, aber mit den Freunden und dem unglaublichen Regen-Konzert ein tolles Wochenende.

Die 3-5 Tage Sommer-Festivals: Das waren dieses Jahr „nur“ 2, aber beide waren aufgrund ihrer Art & Weise bemerkenswerter als viele Festivals die Jahre zuvor: das Melt! 2009 war nicht nur geprägt von Sturm, Wind und Regen, sondern auch von einem unglaublich tollen Programm und wahnsinnig guter Musik. Es ist und bleibt mein Lieblingsfestival! sonnemondsterne war aufgrund der Konstellation schon witzig, das Wochenende an der Talsperre sollte ein echtes Highlight werden.

Die gelungensten Tagestrips: Schlütertreffen in der Nähe von München, lange Kanutour auf der Lahn (incl. Camping am Vorabend mit super Menschen), Wanderung ganz in der Nähe am Rheinsteig, und der Winter-Action-Day am Nürburgring.

Der bemerkenswerteste Geburtstag. Am Edersee. 2 Tage feiern mit Piloten, Chirurgen und anderen in der Gesellschaft hoch etablierten Menschen. Dazwischen irgendwo ein kleiner Student. Lustig, u.a. das Quadfahren.

Die ländlichste und benzinlastigste Reise: Motorradtrip in der Pfalz. 4 Tage am Stück Motorrad fahren, und abends in der pfälzischen Küche schlemmen. Großartig wars!

Die ereignisreichste und teuerste Reise: Miami und Roadtrip KeyWest! Diesen Urlaub werde ich aus verschiedenen Gründen niemals vergessen: Vom schlimmsten Muskelkater meines Lebens, über das beste Adrenalingefühls meines Lebens hin zu unvergesslichen Partynächten und vielen guten Gesprächen mit Menschen aus aller Welt. Danke Tobi! (Dieses Jahr dann Island?! 😉 )

Die lustigste Reise: Städtereise Breslau in Polen. 5 Chaoten auf Entdeckungsreise im Nachbarland. Das muss wiederholt werden!

Die kulturellste Reise: Rom – die ewige Stadt. Zwischen Vatikan und Antike, zwischen pulsierender Metropole und tausenden Kirchen, Rom war einen Besuch wert. Danke Clubby!

Die dekadenteste Reise: Kreuzfahrt Arabische Emirate. Unglaublich viel Luxus, unglaublich viel Essen, unglaublich viele Eindrücke, unglaublich heiß. Es hat sich schon gelohnt 😉

Die schönste Reise: Schweden – Stockholm und  Småland. Urlaub mit der Besten in Perfektion. Hier hat alles gepasst in einem wunderschönen Land. Gute Mischung aus Erlebnis, Sehenswürdigkeiten, und Erholung pur an den einsamen Schären.

Partys & Feten 2009

Hier werde ich wie im letzten Jahr keine eigentliche Topliste erstellen… Es gibt davon im Studentenleben einfach zuviel, von diesen wirklich tollen Abenden. Erinnerungswürdig bleiben aber sicherlich mein Geburtstag in der Westerwälder Scheune, Fassenacht in Mainz im Scheichkostüm, die dekadente Partynacht mit den Australiern im VIP-Bereich eines Miami-Edelclubs, der „mad dog“-Abend in Breslau, die Mainz05-Aufstiegsfeier im Mai oder auch die Weihnachtsmann-Schneefahrt nach Leichlingen incl. dem kompletten Wochenende.

Das feiertechnische Highlight des Jahres war ganz klar an einem heißen Augustmorgen. Wo?: Bleilochtalsperre (Thüringen), Strandbar. Wer?: vier Jungs Mitte bis Ende zwanzig. Was?: Lagerfeuer, elektronische Musik, Jägermeister und ganz viel Lachen. Unvergesslich.

><

Am Ende bleibt mir nur DANKE zu sagen. Ein riesen Dankeschön Allen, die das Jahr 2009 mit mir geteilt haben, die mit mir unterwegs waren, mit mir gelacht und gefeiert haben, mit mir Erlebnisse teilen, denjenigen die meinen Blog lesen 😉 – und nicht zu vergessen, denen, die mir mein Leben ermöglichen. Danke, dass ihr mein Jahr 2009 so außergewöhnlich toll gemacht habt! Schauen wir mal, was wir aus 2010 alles rausholen können. (Fest steht: Bei mir muss es etwas runterfahren…)

PS:  Wer das hier wirklich komplett gelesen hat, bekommt demnächst mal ein Bier von mir ausgegeben 😉

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