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Besuch in der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau – touristische Sehenswürdigkeit oder wichtige Bildung?

November 20, 2013 1 Kommentar

Etwa 1,1 Millionen Menschen wurden im größten deutschen Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau ermordet. 1100000. Eine unvorstellbare Zahl, die für mich auch nach so vielen Jahren Beschäftigung mit Geschichte abstrakt blieb. Beim Besuch des Vernichtungslagers im heutigen Polen bekommt der Schrecken des Holocausts ein Gesicht. Doch Auschwitz ist auch zu einer Touristenattraktion geworden. Ist das schlecht oder wichtig für uns? Einige Gedanken und Photos von mir zu Gedenkstätten und ihrer Wichtigkeit.

Auschwitz-Birkenau Gedenkstätte

Immer wieder stellt sich die Frage, wie viel Bildung und Unterricht wir im Bereich Holocaust noch benötigen. Schüler maulen schon einmal gerne: „Schon wieder Drittes Reich?“ oder „Das haben wir jetzt schon so oft gemacht“. Auch deshalb wurden in vielen Kernlehrplänen deutscher Bundesländer im Fach Geschichte die Thematik „Nationalsozialismus“ etwas verringert. Aber ist dies zeitgemäß?

Gerade in diesem Jahr erleben wir besonders hartnäckig den Aufschwung von rechtspopulistischen Parteien in ganz Europa: In nahezu allen westlichen Ländern Europas sind rechte Parteien integraler Bestandteil der Politik, in Frankreich und den Niederlanden stellen sie die jeweils stärksten Parteien. (Besonders diese wollen nun auch verstärkt Europa „spalten“.) Auch in Deutschland schafft eine rechtspopulistische Partei fast den Einzug in das Parlament. Ich möchte hier gar nicht den (sicherlich tief liegenden) Ursachen dieser Bewegungen nachspüren (das haben andere sowieso schon besser gemacht), sondern fragen (auch mich selbst), wie wir als Menschen, Lehrer, Eltern oder Freunde mit Gedenkstätten wie in Auschwitz erinnern können – erinnern, dass sich diese Geschichte nicht wiederholt und wir uns der Tragik und dem Horror der Shoah immer bewusst sind.

Auschwitz -Arbeit macht frei

„Your aim is to educate young people from every background about the Holocaust and the important lessons to learned for today.“ (HET).

„Discrimination isn’t dead. These people were humans and it could happen again. It wasn’t that long ago.“ (Sammye Whitbread, Student)

It makes it much more real. When you see hair and possesions you realise they are real people who died.“ (Beth Mannig, Student)

Diese Zitate las ich neulich in der Huffington Post („Auschwitz-Birkenau And Holocaust Horrors Taught To Students To Ensure Future Generations Never Forget„), und ich fand sie sehr aufschlussreich: Sie drücken auch meine Gedanken zu diesem schweren, unbegreiflichen Thema aus und zeigen, dass auch Schüler und Studenten die Wichtigkeit der Holocaust-Bildung verstehen können – wenn sie denn ein Konzentrationslager und die dortigen Taten mit eigenen Augen sehen und verstehen.

Auschwitz Stacheldraht

Mein Besuch in der heutigen Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau startet merkwürdig: Es ist ein bisschen wie in einem großen Freizeitpark und unterscheidet sich kaum von anderen großen europäischen Sehenswürdigkeiten. Zahlreiche Reisebusse, herumirrende Touristen, Souvenirshops und Kiosks mit Süßigkeiten, Gedrängel an den Kassen und vor dem Eingang. Ich fühle mich unwohl, und wäre gerne alleine. Auschwitz heute ist (leider) auch eine riesengroße touristische Sehenswürdigkeit mit tausenden Besuchern pro Tag. Es ist mir eigentlich schon beim Start der Führung alles etwas zuviel: zuviele Menschen, zuviel Gewusel, vor allem zu wenig Ruhe und Einkehr angesichts dessen, was uns Besucher erwartet.

Doch das Bild ändert sich rasch. Mit dem Durchschreiten des „Arbeit macht Frei“-Bogens und dem richtigen Beginn der Führung ist es blitzartig ruhig. Teilweise gespenstisch ruhig. In den Katakomben, Einrichtungen und ganz besonders den Gaskammern schieben sich hunderte, tausende Menschen durch die Gänge und es ist dennoch unglaublich still. Stille, die einen bedrückt und teilweise tief bewegt und in Gedanken zurücklässt. In den Räumen des Museums, in denen die Haare, Schuhe oder Kleidung der Opfer aufgestapelt sind, ist die Trauer und die Beklommenheit von uns Besuchern fast mit Händen greifbar. Es fasziniert mich: Viele Schülergruppen sind an diesem Tag mit mir dort, über Stunden (allein die Führung dauerte 3,5 Stunden) wird kaum bis gar nicht gesprochen.

Auschwitz Todesgraben

Man spürt förmlich, wie hier Geschichte lebendig wird. Der Stacheldraht, die Einrichtungen, die Gebäude, die Bilder: Alles ist da. Es ist wirklich passiert, hier an dieser Stelle. Hier wurden Menschen ermordet – nur aufgrund ihrer Rasse, ihrer Religion, ihrer politischen Zugehörigkeit oder ihrer sexuellen Orientierung. Nur aufgrund von Hass und politischem Wahn.

Trotz all diesem bleibt es unwirklich, fast unglaublich. Dieser Gedankengang – und ich bin mir sicher, dass dies so ähnlich jedem durch den Kopf geht – ist so wichtig, denn hier findet ein Lernprozess statt. Mir zeigt es, wie wichtig solche Gedenkstätten auch und gerade heute für meine und jüngere Generationen sind. Hier wird aus der Touristenattraktion plötzlich eine Bildungseinrichtung und eine authentische Begegnungsstätte mit dem Holocaust.

Auschwitz- HALT!

So können Gedenkstätten wie das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau (hoffentlich) dazu beitragen, den Hass und die täglichen Diskriminierungen auf der Welt zu reduzieren. Zustimmen kann ich in diesem Zusammenhang einem Beitrag für die „The Jerusalem Post„. Shimon Ohayon spricht sich dafür aus, Holocaust-Unterricht als Gegenpart zum aufkommenden Rechtspopulismus in Europa zu nutzen: „Europeans must remember this dark chapter of history because there are events taking place every day which are eerily reminiscent of the National Socialists’ amassing of political power leading up to the Holocaust. Europeans must be taught the past so they can stand in the way of these groups in ways that their ancestors did not, before it is too late.“

Das Lernen aus der (NS-)Geschichte hat erst begonnen und NS-Ideologien sind leider noch immer in unserer Gesellschaft tief verankert (siehe dazu auch den wieder gesellschaftsfähigen Antisemitismus). Und genau daher muss es unsere Aufgabe sein, besonders jungen Menschen dieses dunkle Kapitel der Menschheit mit all seinen Facetten zu vermitteln. Damit wir und sie niemals vergessen. In dieser Hinsicht ist besonders auch Auschwitz-Birkenau ein unglaublich wichtiger Bildungsort und eben nicht „nur“ Sehenswürdigkeit.

Auschwitz Schonungsblock

Auch aus diesem Grund erachte ich es als wichtig, heute und in Zukunft immer wieder mit kleinen Denkanstössen zu arbeiten, neue Bildungswege in diesem Bereich zu erarbeiten und kleine Projekte wie beispielsweise die Stolpersteine oder @9nov38 zu unterstützen und zu beachten.

Auch das Museum selbst ist auf einigen Social Media-Kanälen (z.B. Facebook und Twitter) unterwegs und trägt auf diese Weise dazu bei, das in einer immer schnelllebigeren Welt die Erinnerungen an den Holocaust erhalten bleiben. Ich kann den Besuch der polnischen Gedenkstätte jedem nur ans Herz legen. Es ist gleichzeitig traurig und lehrreich, es ist bedrückend, aber fördert genau dadurch unser Bewusstsein für Geschichte und trägt zu einem verantwortungsvollen Umgang mit Mitmenschen bei.

Auschwitz wall of death

Kurz-Backpacking in Portugal, Teil 1: Porto & Coimbra

Februar 16, 2011 1 Kommentar

Eine Woche, die 3 größten Städte des Landes, viele Bus-Fahrten, unzählige Kilometer zu Fuss, tausende Treppenstufen, und neue Kontakte: Ich war mal wieder unterwegs, diesmal nur mit einem Rucksack. Anstrengend, aber sehr erlebnisreich. Meine Woche in Portugal, mit einigen meiner Photos (per Klick im größeren Format). Studenten-Urlaub mit meinen Empfehlungen.

Unterwegs im Land der Entdecker. (Denkmal der Entdeckungen in Belèm)

Los geht’s in Porto, der historischen alten Stadt im Norden Portugals. Der Stadt des Portweins, der Stadt mit der tollen Altstadt, die Weltkulturerbe ist, der Stadt mit der tollen Lage an der Mündung des Rio Douro. Eine Stadt, die wirklich toll ist, und durch ihre vielen Hügel und steilen Anstiege, gemischt mit sehr alten Häusern und verkachelten Gebäuden einen interessanten Charme besitzt.

typische Gasse im historischen Center

Es gibt in Porto zwar Metro, Bus und die Tram, aber diese Stadt – wie soviele alte, südeuropäische Städte – erkundet man am besten zu Fuss. Durch die zahlreichen engen Gassen mit hunderten, tausenden Treppenstufen kommt man nur zu Fuss, und erst dann erschließt sich Porto komplett. Vorbei an wunderschönen bunten Häuserreihen, aber auch an kaputten, heruntergekommenden Gebäuden. Vorbei an dutzenden Kirchen und Monumenten.

Wäsche wohin man schaut

Wäscheleinen gehören zum Bild der portugiesischen Städte dazu wie hierzulande Lichterketten an Weihnachten. Gärten gibt es  nur wenige. Für die unzähligen Treppenstufen wird man immer wieder mit tollen Aussichten belohnt, und wenn man schließlich am Rio Douro angekommen ist, und die imposante Kulisse des Zusammenspiels von zwei Stadtteilen mit der beeindruckenden Ponte Dom Luis I., einer Stahlbrücke mit zwei Ebenen, erblickt, erfreut man sich eines tolles Anblickes:

Über diese Brücke gelangt man schließlich auch auf die andere Seite des Flußes – hinein in das Viertel der berühmten Portwein-Hersteller: Vila Nova de Gaia. Hier sitzen fast alle großen Firmen der Portwein-Industrie, und ein Besuch hier ist Pflicht.

Kostprobe bei Croft

Zum einen lernt man einiges über den Portwein, zum anderen darf man ihn kosten – und darüber hinaus sind fast alle Touren kostenlos (außer bei Sandeman). Wir können Croft empfehlen: Überaus freundliche Menschen, leckere Kostproben – sogar schon vor der Tour draußen in der Sonne einen weißen, süßen Portwein.

Das war wirklich eine nette Erfahrung, weil ich bis hierher mit Portwein wenig Bekanntschaft gemacht habe. Sehr lecker, allen voran der 20-years -Tawny. Klasse!

 

Atlantik vor der Haustür

 

Ebenso sollte man sich nicht einen Spaziergang an der nah gelegenen Atlantik-Küste entgehen lassen. Dorthin kommt man mit den Bussen sehr gut, und später kann man mit der alten, herrlich historischen Tram zurück ins Zentrum fahren. Die Küste ist hier sehr rau und windig, deswegen wird sie auch weiter südlich im Land von den Surfern geliebt. Eignet sich perfekt für einen Ausflug aus der Stadt. Allein für die Fahrt mit der Tram lohnt es sich eigentlich.

 

 

Buchhandlung Lello

Man könnte sicher noch Vieles erzählen, und viele Photos zeigen, zwischen Stadion und verkacheltem Hauptbahnhof. Aber ganz Besonders in Erinnerung wird mir vor allem noch etwas eher Untypisches bleiben: Die Buchhandlung Lello mitten in der Innenstadt, die „Kathedrale der Bücher“. Es ist der schönste Buchladen, in dem ich jemals war, und ich hätte liebend gerne länger geschmökert. Dazu sollte man aber Portugiesisch sprechen, denn viele englisch-sprachige Werke gab es nicht. Absoluter Tipp!

Porto ist eine moderne, schöne Metropole mit vielen Facetten, vor allem aber der Verfall vieler Teile der Stadt ist leider nicht zu übersehen. Neben der allgegenwärtigen Armut strotzen unglaubliche Kirchen nur so vor Reichtum, zum Beispiel „Igreja São Francisco“. Dieser Gegensatz ist bemerkenswert – und überall offensichtlich.

 

 

Front der Altstadt am Douro

Eines darf nicht fehlen: Die absolute (studentische) Empfehlung für eine Unterkunft: Das noch ziemlich frische Porto Spot Hostel ist nahezu perfekt. Wunderschöne, wenn auch kleine, Doppelzimmer mit Balkon, sehr sauber, gutes Frühstück, super Crew und schöne Atmosphäre – zu einem (fast) unschlagbaren Preis. Best Hostel ever!

Weiter gings nach Coimbra – mit dem Zug, eine Art IC. In Coimbra waren wir ingesamt nur kurz, und es reichte nur zu einem großen Spaziergang durch die Stadt – auch hier berghoch und bergab, über hunderte Stufen.

 

Universität Coimbra

Coimbra ist eine charmante kleine Uni-Stadt, im ganz klassischen Sinne: Ein Großteil der Einwohner sind Studenten, die Universität ist riesig und erhebt sich wie eine Burg über die Stadt, hat überdies Gebäude, von denen wir in Mainz nur träumen können, und die Studenten tragen noch Roben!

Wir konnten einige studentische Zeremonien / Rituale innerhalb der Stadt beobachten – was auch immer es war: Irgendwie merkwürdig, aber faszinierend. Coimbra ist belebt und charmant, uns zog es nach anstrengenden Tagen aber auf die Couch: Portugal vs. Argentinien, oder Ronaldo vs. Messi. Dazu portugiesisches Bier. Messi hat übrigens gewonnen. Coimbra ist eine schöne Stadt, gesehen haben muss man sie aber sicherlich nicht.

Früh am nächsten Morgen ging es schon weiter Richtung Süden, weiter in Richtung Lisboa, der Hauptstadt de Landes. Diesmal mit dem sehr günstigen Fernbus (Tipp: Vor Ort Tickets holen, gibt Studentenrabatt!) – unglaublich: mit WiFi on Board, yeah ,)

Und weil ich hier viel zuviel geschrieben habe, und es dreimal so lange wurde, als ich dachte, ist hier erstmal Schluss, und es folgt ein zweiter Teil aus dem wunderbaren Lissabon.

Hier gehts entlang zum zweiten Teil der Reise: Lissabon!

Reise in die ewige Stadt – bellisima Roma!

Dezember 9, 2009 2 Kommentare

Ein Geschichts- und Theologiestudent, der noch nicht in Rom war, ist wie ein Autofreak, der noch nie am Nürburgring war. Rom ist Geschichte und Kultur pur, nahezu zum Anfassen. Da liegt es nahe, dass meine – vermutlich – letzte Reise in diesem Jahr in die Hauptstadt Italiens ging: 4 Tage im über 2500 Jahre alten Rom. Bellisima Roma!

das Kolosseum im Sonnenuntergang

Es sollte der kulturellste Trip des Jahres werden. Eine Mischung aus römischer Antike, den Sehenswürdigkeiten der römisch-katholischen Kirche und dem pulverisierenden Leben einer Weltmetropole mit ihrer ganz eigenen Art des Chaos. Plus einer Menge gutes italienisches Essen von Pasta bis Bruschetta, von Pizza bis Tiramisu; immer zusammen mit einer ordentlichen Flasche „vino rosso“. (Der berühmte italienische Lebenstil mit Cappucino morgens und Wein abends, und zwischendurch vielleicht noch ein Eis und einen Espresso ist jedenfalls schon mal ziemlich mein Ding 😉 )

Der Vatikan mit seinen zahlreichen Schätzen, Sehenswürdigkeiten und den größten Museen der Welt, den Musei Vaticano, ist alleine schon eine Reise wert. Schon allein die Gemälde im Vatikanischen Museum und die sixtinische Kapelle sind unglaubliche Kulturgüter. Leider wird einem die Freude daran etwas durch die Menschenmassen genommen: Den Massentourismus habe ich noch nie auf der Welt so kennengelernt wie in Rom. Wenn einem das genauere Betrachten einer Stanze von Raffael genommen wird, weil man einfach wie bei einem Konzert weitergedrückt wird, hat das leider nicht mehr viel von einem Museumsbesuch. Genau so grausam wie Weihnachtsmärkte. (Übrigens 14 € Eintritt + 7 € Audioguide. Auch das dürfte Rekord sein für ein berühmtes Museum!) Ähnlich entweiht wird natürlich auch der Petersdom: In der berühmtesten Kirche der Welt machen tausende Menschen gleichzeitig was sie wollen: Eis essen, gestellte Touribilder, sich ausruhen, etc. Ziemlich unglaublich. (Interessant übrigens wie in der Kirche mit Baugeräten gearbeitet wird.) Genauso unglaublich war für mich persönlich aber dennoch die Kirche an sich. Erdrückend von der Größe (3mal so groß wie der Kölner Dom) und geflasht von der Schönheit. An diesen Dauerflash von Kunst und Schätzen muss man sich in Rom aber schnell gewöhnen: An jeder Straßenecke, an jeder „Piazza“ gibt es unvorstellbare Sehenswürdigkeiten. Wirklich toll war dann der 360°-Blick von der Kuppel des Domes auf Stadt und Petersplatz, wo gerade der Weihnachtsbaum aufgestellt wurde:

Petersplatz von Kuppel des Petersdoms aus, bei leider schlechtem Wetter

Nicht mehr Vatikanstadt, aber dennoch dazugehörig, weil von Päpsten zur Befestigungsanlange ausgebaut, ist die Engelsburg und dazugehörige Engelsbrücke, die besterhaltene antike Brücke über den römischen Tiber. Auf der Plattform der Burg hat man einen schönen Blick auf Stadt und Umgebung, innerhalb der Gemäuer gibt es verschiedene Ausstellungen. Besuch lohnt sich!

Statue auf der Engelsbrücke.

Engelsburg +-Brücke

Dass Rom auf 7 Hügeln erbaut wurde, lernt man schon in der 7. Klasse. Das es aber wirklich so ist, lernt man erst, wenn man diese zu Fuss erkundet. Das hat positive und negative Seiten: Wundervolle Ausblicke und tolle Panoramasichten auf der einen, schmerzende Füsse und Muskelkater auf der anderen Seite. Städtetrip olé. Schlimmer wars bisher echt nur in San Fran 😉 Die Blicke auf „bellisima Roma“ entschädigen dann aber doch für Vieles.

Kirchen über Kirchen

Ich könnte viele, viele weitere Bilder einfügen, aber dafür reicht der Platz nicht. Außerdem wirds dann ja sowieso uninteressant 😉 Letztlich können Bilder die Schönheit und das Chaos dieser Stadt nur unzureichend zeigen. Überhaupt gibt es viele Sehenswürdigkeiten, in denen photographieren verboten ist, beispielsweise die sixtinische Kapelle oder die makabre und skurille, aber sehenswerte Kapuzinergruft, in der aus 4000 Mönchsgebeinen Kruften gebaut wurden.

Richtig schön, und wohl auch einzigartig, ist die eigentliche Altstadt rund um die „Via del Corso„. Hier spielt sich das eigentliche römische Leben ab. Cafés, Restaurants und vor allem teure Boutiquen aller erdenklichen teuren Modedesigner von Gucci bis Dior, von Prada bis Versace. Von teuer bis schweineteuer. Zehntausende Menschen schieben sich hier voreinander her, von Attraktion zu Attraktion, von Geschäft von Geschäft. Dazwischen hupende Taxis, laut rufende Italiener, schöne Italienerinnen: Im Grunde genommen ein einziges Chaos, faszinierend! Besonders vor der spanischen Treppe nimmt das Ganze groteske Züge an. Habe Sonntag (!) Abend mal versucht ein Bild zu machen, aber bei Dunkelheit und den Massen ohne Stativ bei der Hand war es etwas schwierig – aber es reicht um sich ein Bild von der Szenerie zu machen – wohlgemerkt: Da war kein Markt und auch kein besonderer Tag:

Abends vor der spanischen Treppe

Einen Besuch wert ist außerdem der „Monte Testaccio„. Hier hat sich rund um den „Scherbenhügel“ in den letzten Jahren ein buntes Szeneviertel entwickelt: Bars, Pubs, Clubs verschiedenester Musikstile, Live-Musik Areas – und natürlich auch hier jede Menge Menschen. Interessant zu sehen, wie die jungen Römer feiern. Wir haben unter anderem einer Band aus Messina in Sizilien zugehört: Toti Poeta. Richtig gute Musik! Leider ist es dort auch nicht gerade günstig- um es positiv auszudrücken: Ein 0,33l Bier kostet überall 5 €. Das ist natürlich auf Dauer nicht unbedingt auf Studentenniveau.

„Rome is great“, twitterte ich schon am Samstag. Und das ist es wirklich: großartig. Voller „WOW“-Effekte, fast schon Overkill an sehenswerter Kultur, und in wenigen Tagen sicher auch  unmöglich komplett zu entdecken. Ich werde da sicher nicht das letzte Mal gewesen sein, dafür gibt es noch zuviel zu sehen und zuviel römische Lebensart  zu genießen. Längere Zeit wollte ich widerum aber auch nicht dort wohnen: Dafür ist mir der ganze Alltag viel zu stressig, von den öffentlichen Verkehrsmitteln mal ganz zu schweigen 😉 Arrivederci Roma!

PS: Ins italienische Eis habe ich mal – mal wieder – verliebt. Besonders gut, und daher unbedingt zu empfehlen: Giolitti.

Ein riesen Danke geht natürlich last, but not least an @Clubby.

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