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Island 2012 – in Worten und Zahlen

Oktober 24, 2012 3 Kommentare

Der letzte Artikel zu meiner eindrucksvollen Island-Reise. Man merkt schon hier im Blog, wie nachhaltig dieses Land jemanden wie mich begeistert. Lange genug habe ich nun Photos hochgeladen, jetzt sollen noch einige „harte“ Fakten dazukommen, und einige Erinnerungen. Enjoy!

Skaftafell Campingsite IcelandIsland ist ein Land der Rekorde, besonders alle möglichen Natur-Rekorde, vom größten Gletscher, zu großen Wasserfällen. Aber Island ist nicht nur die Insel im Norden mit den Vulkanen, dem Eis und den rauen Küsten. Island ist mehr als ein Besuch des Golden Circle, mehr als der bekannte Geysir, mehr als Eyjafjallajökull.

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Im Flieger gab es zur leichten Unterhaltung einige witzige Facts, die alle so begannen: „The most amazing thing about Iceland is not…“. Lasst es mich vervollständigen.

  • Das wunderbarste an Island ist nicht, dass es grandiose Gletscherseen gibt, sondern dass es jeden Samstag überall im Land die „Nammi“ (Süßigkeiten) für 50% gibt.
  • Das wunderbarste an Island ist nicht, dass es unglaubliche Naturphänomene wie Geothermalgebiete gibt, sondern dass man spontan abends bei einem Rentnerpaar im Gästezimmer unterkommen kann.
  • Das wunderbarste an Island ist nicht die beeindruckende Lava-und Bergwelt, sondern die Gastfreundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Isländer, selbst unter schwierigen Bedingungen.
  • Das wunderbarste an Island ist nicht das oft atemberaubende Panorama an der Straße, sondern dass der Premierminister im Telefonbuch steht, und man an seiner Haustür klingeln kann.
  • Das wunderbarste an Island ist nicht die bekannte Blaue Lagune, sondern die zahlreichen kleinen „Hot tubs“, in denen man alleine abseits des Weges Wasser und Natur genießen kann.
  • Das wunderbarste an Island ist nicht das grandiose Wasserfallschauspiel überall, sondern dass die meisten Isländer an Elfen, Zwerge und Trolle glauben (und dazu Dissertationen abgefasst werden).
  • Das wunderbarste an Island ist nicht das sauberste Wasser der Welt, sondern dass alle Jungs nach ihrem Vater und alle Mädchen nach ihrer Mutter heißen (und man sofort erkennt, wenn der Vater nicht bekannt ist).
  • Das wunderbarste an Island ist nicht das Betrachten der traumhaft schönen Polarlichter, sondern dass es keinen einzigen McDonald’s im ganzen Land gibt.
  • Das wunderbarste an Island ist nicht ein ausbrechender Vulkan, sondern dass man sich bei jedem Wetter wohl fühlt und jedes Stück des Landes einzigartig ist.

Ich könnte ziemlich lange so weitermachen. Ihr versteht schon was ich meine: Die schönsten Seiten des Landes entdeckt man erst beim Reisen und Quatschen, nicht beim Besuchen der Touri-Highlights.

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Unsere Tour in Zahlen und Worten:

Gefahrene Kilometer: ~3800 (davon etwa 3000 beim Rundtrip, 800 vorher im Süden).

Liter Benzin verbraucht: ~265.

Gelaufene Kilometer: leider nicht festgehalten, unzählige.

Unterkünfte: 6x Guesthouse Reykjavík, 4x Sleepingbag accomodation on tour, 1x Hostel, 1x Youth hostel, 3x camping place, 5x sleepingbag accomodation at Vatnsholt. Alle spontan, keine Vorbuchung.

Wetter: -1° bis 10° C. Regen, Sturm, Schnee, Nebel, Wolken, Sonne, Eis, Wind: alles dabei.

Scheiß Tage: 1.

Free-Coffee an den OLIS-Tankstellen: ~10 (jeden tag unterwegs).

Reifenwechsel: 2.

Fast-Food: 2 (1x Subway, 1x Burger mit Pommes in Reykjavík).

Ungewöhnlichstes Essen: Gegrillter Wal, Pferdegulasch.

Bester (isländischer) Schnaps: Brennivín.

Photos geschossen: ~1200.

Tiere: Schafe (…), Hunde, Katzen, Kaninchen, Pferde, Ziegen, ein Rabe, und ein Schwein namens Skinka.

Museen: 4.

Highlights: Endlose Einsamkeit, Hot Tub bei Fludir, Naturromantik pur, Schnorcheln in der Silfra, Gletschertour, Myvatn, Lagune des Nordens, Skaftafell, Jökulsalon, Polarlichter, Reykjavík-Film-Festival.

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Mal sehen, wie lange es dauert, bis ich wieder in dieses Land reise. Hoffentlich nicht allzu lange, die Westfjorde warten schon 😉

Hier weitere Links zu einigen meiner Photos:

1. Natur und wandern. 

2. Land aus Feuer und Eis.

3. Die Wasserfälle.

4. On the road.

5. Reykjavík.

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Reykjavík, die charmante Mini-Hauptstadt

Oktober 22, 2012 Hinterlasse einen Kommentar

Die nördlichste Hauptstadt der Welt ist zugleich einer der kleineren: Mit etwa 120.000 Einwohnern ist Rekjavík nur etwas größer als Koblenz beispielsweise. Andererseits hat die Region Reykjavík um die 200.000 Bewohner, welches knapp 2/3 aller Isländer sind. Die Stadt an der „Rauchbucht“ präsentiert sich bunt, charmant, weltoffen und sehr international.

island

Plant man eine reine Städtereise nach Reykjavík, könnte man möglicherweise enttäuscht werden: Für eine europäische Hauptstadt gibt es eher wenig zu erkunden, oder zu besichtigen, die Museen sind überschaubar, und die kulturellen Highlights wohl auch leicht zu überblicken. Dennoch überzeugt Reykjavík fast jeden Besucher. Warum?

Island

Die Stadt ist bunt, angefangen mit den Häusern und Dächern. Lebendig, mit vielen Galerien, Cafés und Boutiquen. Offen und freundlich, in jedem Restaurant zu merken (zum Beispiel im kultigen Saegreiffin oder dem italienischen Restaurant Italia).  Witzig, beispielsweise im Penis-Museum. Etwas verrückt nach Süßigkeiten und Eis in allen Varianten.

Dazu ein freundliches, sauberes Stadtbild, umrahmt von Wasser. Auf der Halbinsel Seltjarnes, auf der wir wohnen, ist dies besonders schön: Von drei Seiten Meer und Spazierwege und Strände.

Island

Selbst architektonisch gefällt die Stadt zuweilen, beispielsweise bei der noch sehr neuen, beeindruckenden – aber nicht kritikfreien- Konzerthalle „Harpa“ direkt am Hafen. Oder mit der schönen, stillen Kirche Hallgrímskirkja. Besonders abends kann die Stadt dann glänzen, denn dann erwacht die kleine Stadt noch mehr: Viele Bars, Kneipen und Clubs locken die Menschen in die kulturell angesagten Viertel rund um die wichtigste Einkaufsstraße Laugavegur. Hier merkt man auch, warum Island soviele bedeutende Musiker hat: Musik ist wichtig, sehr häufig gibt es abends Live-Musik, fast immer mindestens ein DJ ein einer Bar.

Island Harpa

So ist Reykjavík trotz seiner geringen Größe eine wunderbare Stadt, und ein Besuch hier lohnt sich sehr. Man sollte aber etwas vom Leben der Isländer mitnehmen, um diese Stadt in aller Breite schätzen zu lernen. (Und die industriellen Vorstädte schnell vergessen ,) ). Dann ist Reykjavík genauso wie der Rest von Island: simply beautiful.

Island – on the road

Oktober 15, 2012 Hinterlasse einen Kommentar

3 Wochen Island-Abenteuer sind zuviel, um sie in einem einzigen Post wiederzugeben, daher gibts nun einige Artikel: Den Start macht der „Unterwegs-auf den Straßen-Part“, ein großer Teil einer jeder richtigen Island-Reise. Wir waren insgesamt etwa 3800 km mit dem Auto unterwegs, und jeder einzelne war es wert. Denn hier gilt noch mehr als sonst: Der Weg ist das Ziel. On the road in Iceland.

Iceland

Der Nachteil einer Reise in der Off-Season Herbst ist sicher, dass einer der interessantesten Gebiete Islands, das Hochland, gesperrt ist. Mit dem ersten Schnee (dieses Jahr Anfang September) werden die (meisten) dortigen Routen für Autos gesperrt, und sind erst wieder im Frühling/Sommer offen. Die meisten anderen Straßen der Insel sind aber auch im Herbst/Winter gut befahrbar. Da die Isländer nach der Weltwirtschaftskrise 2009 sehr stark in den Ausbau des Straßennetzes investiert haben (Konjunkturpakete > Arbeitsplätze) sind in den letzten 3 Jahren sehr viele Bereiche geteert worden; die berühmte Ringroad (ca. 1400 km), welche die Insel einmal umrundet, ist mittlerweile bis auf einen kurzen Pass komplett sauber geteert.

Iceland

iceland

Viele schöne Ecken erreicht man aber auch heute immer noch nur auf Schotterpisten, die in unterschiedlichem Zustand sind: Von der gut befahrbaren „Hauptstraße“ bis zu nahezu unfahrbaren Gassen. Mit unserem gekauften alten Toyota OHNE 4×4 waren manche Strecken hart. Oft dachte ich, das schafft die kleine Kiste nun nicht mehr. Jede größere Steinschlag wurde mit einem kurzen Bangen bedacht. Lässt man sich allerdings auch etwas auf diese Strecken ein, entdeckt man natürlich auch viele wunderbare Ecken des Landes, die abseits der üblichen Touristenrouten liegen. Und hier liegt dann trotz des Hochland-Verlustes ein großer Vorteil eines Herbstbesuches: Man ist nun fast vollständig allein unterwegs.

Iceland

Iceland

Nur sehr selten ging es tatsächlich für uns nicht weiter, wie hier oben zu sehen am beeindruckend großen Kárahnjúkar-Staudamm. Schafe auf der Straße dagegen haben wir irgendwann aufgehört zu zählen: Sicher Hunderte. Gesehene Schafe beim Fahren: ∞. Wettertechnisch hatten wir auf den Straßen wohl relativ viel Glück, zwei Wochen vorher steckten viele Urlauber und Einheimische im Norden fest aufgrund zuviel Schneefalls. Da hatten wir auch einiges von, aber alles in normalen Maße, so dass nie größere Probleme auftauchten.

Iceland

iCELAND

In Island herrscht ein generelles Tempolimit von 90 km/h – und zum ersten Mal fand ich dies nicht bedrückend, im Gegenteil: Ich erwischte mich oft dabei, wie ich mit 50, 60 km/h durch die Landschaft schlich, weil ich rings um mich herum alles aufnahm, diese unglaublichen Landschaften, diese tollen Panoramen, dieses einzigartige Land. Mehr als jemals zuvor genoss ich selbst verregnete Tage im Auto.

Unterwegs in diesem Land heißt sich frei fühlen, die Einsamkeit und die Ruhe der Landschaften zu genießen und beeindruckende Naturwunder links und rechts von jeder Straße zu entdecken.

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Island: Erste Eindrücke

September 23, 2012 1 Kommentar

iceland, Reykjanes

Ich bin nun 5 Tage auf der Insel aus Eis und Feuer, wie es so schön heißt. Auch wenn ich bisher keinen Vulkanausbruch erleben durfte, waren diese Tage trotzdem extrem und intensiv.

Einige hunderte Kilometer im Auto auf Straßen, die diesen Namen in Deutschland nicht mal tragen dürften, schon jetzt viele sympatische nette Begegnungen, und immer wieder faszinierende, teils unglaubliche Landschaften, die wohl ein Wort verdienen: einzigartig. Dieses Land ist so schön, auch gerade jetzt im Herbst, dann einem manchmal die Worte fehlen.
(Seit gestern Abend und dieser Show in Islands größter Konzerthalle darf ich mich auch zu „100% Icelandic“ fühlen 😉 – hilarious show!)

Bevor es morgen raus aus dem Süden auf Roadtrip Richtung Osten und Norden geht, hier noch einige erste Impressionen. Auf dem „Golden circle“, der Touri-Tour, bei wunderbaren Wetterbedingungen. Ganz oben heiße Geothermalquellen auf der Halbinsel Reykjanes.

Mit Steigeisen und Eispickel auf Wanderung auf dem Sölheimajökull-Gletscher im Süden Islands. Der schwarze „Dreck“ ist die übriggebliebene Asche des Eyjafjallajökull-Ausbruchs im Jahr 2010.

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Unsere kleine Roadtrips-„Schrottkiste“ im strömenden Regen – vor einem der vielen Regenbogen.

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Trekking in der schottischen Wildnis auf der Isle of Skye

April 17, 2012 2 Kommentare

Auf der Suche nach neuen Herausforderungen und einer neuen Männertour hat es mich in der vergangenen Woche auf die Insel zu den Schotten verschlagen. Eine Woche Roadtrip in Schottland zwischen Edinburgh und Inverness. Das Hauptziel: Die Isle of Skye, Schottlands raue und einsame Atlantik-Insel, einem Paradies für Wanderer und Backpacker.

Nachdem wir schon auf der Autofahrt von tollen Aussichten wie dem Glencoe verwöhnt wurden, waren wir montags endlich am Startpunkt der Hiking-Tour: Sligachan im Süden der Isle of Skye. Dort wurden die Rucksäcke nochmal neu gepackt, Wasser (und Single Malt) verfüllt, Boots und Regenhosen angezogen und los gings: 5 Männer, 4 Tage, 3 Zelte, und leider keine 2 Flaschen Whisky.

Unser erstes Ziel ist der Am Basteir, auf über 900m hoch gelegen. Erst über sumpfartige Wiesen, später auf festeren Wegen, und schließlich nur noch kraxeln auf Steinen. Die Aussicht oben belohnt für die Anstrengungen,  und es gibt den ersten Schluck Whisky. (Mein Rucksack ist zu diesem Zeitpunkt definitiv zu schwer – ich sollte über Ultralight-Trekking nachdenken.)

Unser Abstieg dauerte etwas länger als geplant: Es kamen uns Steinschläge, senkrechte Wände und das Wetter dazwischen, schließlich fanden wir aber auf einem Plateau im Anstieg noch ein Plätzchen für unsere Zelte. Die Nacht wird feucht, kalt und rutschig, doch schon morgens mit dem Frühstück ist man durch die tolle Landschaft versöhnt.

Der zweite Tag sollte in jeder Hinsicht nass werden – vor allem für die Füsse: Stunden wateten wir durch das Moor des Glen Sligachan, bis wir wieder in höhere Ebenen kamen mit tollem Blick auf die Black Cuillins und das Loch Coruisk. Dort ist die Landschaft grandios, rau und wunderschön. Und der Boden nass. Sehr nass. (Hier meine insgesamt empfehlenswerten Boots.)

Auch wenn wir beim abendlichen Angeln leider kein Glück hatten, der Blick auf das Tal und das „Loch“ war toll – und unser Essen sowieso. 2 Gaskocher und ein Trangia-Kocher sorgten für abwechslungsreiches (und sehr üppiges) Wildnis-Futter. (Ein Fisch wäre natürlich die Krönung gewesen.)

Unsere Zelte standen immer da, wo es uns gerade gut gefiel – natürlich immer gegen Abend und nach Möglichkeit trocken. Auch wenn dies nicht immer gelang: Lange schlafen konnten wir irgendwie trotzdem immer. Freies Camping ist einfach immer super. (Zugegeben: Nachts wurde es richtig kalt, oft zu kalt.)

Unser nächster Tag wartete mit dem vielleicht schönsten Streckenabschnitt, zumindest der mit dem meisten Adrenalin. Über den Bad Step ging es bei bestem Wetter mit sehr angenehmen Temperaturen entlang der Meeresküste.

Hier ging es fast ausschließlich über Felsen und Felswände, etwas mehr klettern als Hiking. Hat viel Spaß gemacht, würde aber vermutlich noch mehr Spaß machen ohne großen Trekking-Rucksack. Immerhin: Wunderbares Wetter den ganzen Tag und tolle Aussicht auf die Bucht. Der Bad Step bleibt in Erinnerung ,)

Wir kamen zurück ins Glen Sligachan, in dem wir nach anfänglichem querfeldein auch dem offiziellen „Pfad“ folgten. Auch hier hatten wir tolles Wetter und der Regen kam immer erst nachts, wenn wir in den Zelten waren. Trotzdem: Wasserdichte Kleidung und Schuhwerk versteht sich hier von selbst. Regen, Moor, Gebirgsbäche und die Flüsse – Wasser gibts genug und die Herausforderungen an die Kleidung sind groß.

Anstrengende, aber perfekte Tage gingen viel zu schnell vorbei. Die nahezu unendliche Einsamkeit (natürlich besonders jetzt im April!), die rauen Gebirgsketten und die einzigartige Landschaft machen eine Trekking-Tour hier zu einem tollen Erlebnis. Manchmal war es hart und kalt, aber die traumhaften Aussichten und der Spaß beim Wandern waren es in jedem Falle wert. Memo an mich selbst: Bei der nächsten Tour eine kleinere Isomatte, eine (noch) wärmere Daunenjacke und mehr Single Malt mitnehmen.

Auch der Rest der Reise war großartig, unkompliziert und erfahrungsreich. Auch Linksverkehr, defekte Flugzeuge, oder Meth-Flugkontrollen konnten dem Spaß wenig entgegensetzen, und so komme ich gerne wieder nach Scotland. Allein schon der Single Malts wegen. (In Schottland schmeckt der einfach noch besser 😉 )

 (Alle Photos sind von mir aufgenommen mit der Kompaktkamera Powershot SX 200 und stehen gerne unter der CC-BY-NC 3.0-Lizenz.)

Urlaub! Camping am Bodensee.

Juli 18, 2011 1 Kommentar

Ich war ein paar Tage im Urlaub. Diesmal nicht spektakulär, dafür umso schöner: der erste Wohnwagen-Camping-Urlaub. Direkt am Bodensee, auf einem winzigen Campingplatz. Obwohl das Wetter eher dürftig war und wir auch mal ordentlich Regen dabei hatten, waren die Tage wundervoll: entspannend, angenehm, ruhig und erlebnisreich. So wie ein Urlaub sein sollte. Abgerundet wurden die Tage durch leckeres Essen, guten Wein und Besuche von Freunden und Familie. Weil ich heute mal gar nicht viel schreiben möchte, gibt’s auf die Schnelle einige Impressionen der vergangenen Tage, incl. der Ortsangaben.

Deutschland pur, jedesmal als Reiseland nur zu empfehlen.

Blick von der Terrasse der Ruppaner-Brauerei:

Staatsweingut in Meersburg:

Die Pfahlbauten in Unteruhldingen, interessantes und gut gemachtes Geschichtsmuseum:

Der Campingplatz bei Sturm und Regen, auch das gehört dazu:

Der Rhein am Schaffhausener Rheinfall (Blick hier vom Schloss Laufen.):

Wunderschöne Getreidefelder gibt es rund um das Schloss Salem:

Fast nebenan wohnen 200 Wildaffen in einem schönen großen Waldstück auf dem Affenberg:

Die Abendstimmung eingefangen beim Abendessen vor dem Wohnwagen:

Fahrradtour um den Überlinger See, hier Blick auf die Bucht vor der Touri-Hochburg Mainau:

Hochbetrieb in der Altstadt von Konstanz:

Tolle, phantasievolle Grabstätten am Friedhof in Seefelden:

Zu guter Letzt nochmal „unser“ Steg am Campingplatz:

[Alle Photos sind – der geneigte Leser wird es sehen – mit meiner kompakten Canon Powershot gemacht worden (frei nach dem Motto: Die beste Cam ist die, die man dabei hat), und stehen (wie immer) unter der by-nd-Lizenz.]

Kurz-Backpacking in Portugal, Teil 2: Lissabon

Februar 17, 2011 Hinterlasse einen Kommentar

Eine Woche, die 3 größten Städte des Landes, viele Bus-Fahrten, unzählige Kilometer zu Fuss, tausende Treppenstufen, und neue Kontakte: Ich war mal wieder unterwegs, diesmal nur mit einem Rucksack. Anstrengend, aber sehr erlebnisreich. Meine Woche in Portugal, mit einigen meiner Photos (per Klick im größeren Format). Studenten-Urlaub mit meinen Empfehlungen. Hier nun der zweite Teil!

Blick auf das Mosteiro dos Jerónimos, Weltkulturerbe in Lissabon

Angekommen in Lisboa, dieser großartigen Stadt im Herzen von Portugal. Und weil wir uns mit unseren Rucksäcken zuallererst vom Placa de Comercio direkt auf die zahlreichen Hügel begaben, waren wir schnell fertig. Auch hier gilt ähnlich wie in Porto: Es geht entweder berghoch, oder bergrunter. Mit dem Gepäck auf dem Rücken ist das eher mühsam als spassig. Doch wir konnten die ersten tollen Straßen und Viertel bewundern, und als wir schließlich nach einer Ruhepause wieder in die City zogen, konnten wir uns schon wieder am tollen Wetter und dem herrlichen Altstadtviertel Alfama erfreuen.

 

Sonnenuntergang am Castel

Alfama, das ist das vielleicht interessanteste Viertel der Stadt: alt und hässlich, verfallen und voller enger Gassen, und gerade aus diesen Gründen wunderschön. Über tolle Aussichtspunkte gehts hinauf zur Burg, in den engen Gassen spürt man den alten Geist der Stadt. Pathetisch könnte man formulieren, dass hier die Seele der Stadt atmet. Viele kleine Cafés, und die historische Strassenbahn 28 machen diese Stadtteil zu einem kleinen Abenteuer (Besonders nett ist es im pois,café!).

Die Tram mit dem einfachen Namen „28“ soll weltberühmt sein, und tatsächlich: So schön, so urig fährt man sonst vielleicht nur noch mit den Cable cars in San Francisco. Hier mit diesem Video kann man sich ein gutes Bild machen. Da muss man auch schonmal einige Minuten warten, bis ein Portugiese sein Auto weggefahren hat. (Endstelle ist übrigens der große Stadtfriedhof, und so skurill das klingt: absolut sehenswert. Der Name ist tatsächlich „Friedhof des Vergnügens“ – und hat eine ganz eigene Atmosphäre. Special Tipp!)

 

Estacio Oriente, Metrostation

Überhaupt der Verkehr: Die Metrostationen haben es mir angetan! Während die große „Baixa“-Station im Herzen der Stadt noch mit ihrer schieren Größe beeindruckt, sind es vor allem auf der „roten Linie“ wunderschöne künstlerische Aspekte, die mich begeisterten. Sieht man besonders gut auf dem Weg zum Bahnhof „Oriente“, der aktuellen Endhaltestelle (wird weitergebaut bis zum Flughafen). Dort findet man das alte EXPO-Gelände von 1998, welches durch seinen modernen Baustil einen interessanten Kontrast zum Rest der Stadt bildet. Dort findet man auch das „Vasco da Gama“-Shopping-Center, und die „Vasco da Gama“-Brücke, die längste Brücke Europas.

 

 

Spaziergänger am Tejo, in Belém.

Unser touristischster Tag war samstags in Belém, dem absoluten Touri-Viertel. Aber auch zu Recht: Hier finden sich großartige Gebäude, viele Sehenswürdigkeiten und viel Geschichte. Es ist das „Cape Canneveral des 15. Jahrhunderts“ (MERIAN). Vasco da Gama, Heinrich der Seefahrer und wie sie alle heißen werden hier verehrt.

Kombiniert mit dem quasi meer-artigen Tejo ist es hier besonders bei gutem Wetter einfach wunderbar. Einen guten Blick auf Lissabons „Golden Gate“ und die Jesus-Statue im Hintergrund gibts obendrauf.

Soldaten-Denkmal

Faszinierend und berührend ist auch das große Denkmal für die gefallenen Soldaten im portugiesischen Kolonialkrieg (1961-174). Das Allerbeste in Belém (neben dem wirklich umwerfenden Mosteiro dos Jerónimos, siehe Bild ganz oben) ist aber ein Gebäck: Pasteis. Kleine Puddingtörtchen, deren Rezept mehr oder weniger geheim ist, aber unglaublich gut schmecken. Süchtig machend! Leider wissen das auch alle anderen Portugiesen, und alle anderen Touristen, so dass Lisboa sein eigenes Hofbräuhaus hat: Pasteis de Belém. Hier darf man lange anstehen, nur um einen Tisch zu bekommen. Lohnt sich aber ,)

Eins darf man nicht vergessen zu erwähnen: Lissabon ist eine Feier-Stadt, eine Stadt voller Energie, voller Lebenslust. Nirgendwo wird dies deutlicher als im „Bairo Alto„, einem der Altstadt-Viertel. Dort steppt der Bär, wie man es in Deutschland nur von Volksfesten kennt – und zwar jeden Tag, und ein ganzes Viertel. Bars, Kneipen, Clubs: Alles ist dabei, alles geht. Alle geben Cocktails, Shots und Bier nur in Plastikbechern raus, die Menschen gehen damit auf die Strassen. Überall ist Livemusik, überall feiern die Menschen.

Am frühen Abend in der Fussgängerzone

Los gehts frühestens(!) um Mitternacht – wie überall in Südeuropa ticken die Uhren etwas anders. Um 3 Uhr schließen die Bars, dann zieht die Meute weiter. Nach Hause, zur „secret bacery“ oder in den nächsten Club. Zum Beispiel in Portugals bekanntesten: Das Lux. Um 4 Uhr morgens stehen wir in einer 500-m-langen Schlange. Vor 7 geht hier kaum jemand nach Hause. Im Sommer warten die Feiernden dann auf dem Sonnendeck, dass die Sonne über dem benachbarten Tejo aufgeht – für uns war dieses Vergnügen im Februar zu kalt.

Das sind die eigentlich besonderen Momente dieser Reise. Zusammen mit neuen Freunden aus ganz Europa losziehen, einige Cocktails und schließlich hundemüde tanzen. Thats life. Die Bilder täuschen übrigens über einen Aspekt hinweg: wir hatten auch schlechteres Wetter, und wurden einmal richtig schön nass. Dann hatte ich die Kamera aber eher in der Tasche 😉

Auch wenn man Lissabon (und Portugal allgemein) leider die wirtschaftliche Situation anmerkt, und es an vielen Stellen Armut und Verfall gibt, so bieten sich dem Besucher trotzdem tolle Ecken, wundervolle Erlebnisse und viel Spaß. Es ist zwar anstrengend hier mit Rucksack zu touren, aber äußerst günstig. So kann man als Student einen preiswerten Urlaub machen, auf Reise gehen, ohne das große Budget zu benötigen. Alleine diese Erfahrung würde ich so manchem mal gönnen. Genug geplaudert, viel zuviel. Hier geht es zum ersten Teil der Reise: Porto & Coimbra.

Am Ende ist es sowieso überall schön, wenn man nicht alleine ist 🙂

 

sunset-mod.

Ein riiiesen Dankeschön geht an den Geschossi-Bär! Für Alles, für Freude, für Dich!

 

 

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